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Einsatz

Fliegerbombe musste gesprengt werden

Der Zünder hatte sich verkeilt. Sprengmeister Michael Weiß musste die Blindgänger-Teile daher kontrolliert detonieren lassen.
Von Micha Matthes, Sebastian Böhm und Andrea Fiedler, MZ

Am Montagnachmittag fanden Bauarbeiter eine 75-Kilo-Bombe im Regensburger Stadtwesten. Der Sprengsatz, der nahe der Ladehofstraße lag, musste kontrolliert gesprengt werden. Eine größere Evakuierung war nicht nötig.

Regensburg.Am Ende blieb nur ein kurzes Krachen wie von einem kleinen Silvesterböller: Sprengmeister Michael Weiß konnte die Reste eines ursprünglich 75 Kilogramm schweren Zerschellers aus dem Zweiten Weltkrieg, der in der Ladehofstraße auf dem Gelände der Großbaustelle für das Dörnbergviertel gefunden worden war, am Montagabend durch eine kontrollierte Sprengung unschädlich machen.

Bauarbeiter hatten die Blindgänger-Überreste am Nachmittag gegen 16.30 Uhr auf dem Gelände entdeckt und die Polizei alarmiert. Eine halbe Stunde später sicherte bereits ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten die Fundstelle auf Höhe der Ladehofstraße 26 ab. Der Sprengmeister schätzte die Lage anfangs als unproblematisch ein. Gegen 20.30 Uhr meldeten die Einsatzkräfte allerdings Komplikationen: Der Zünder ließ sich nicht von der Bombe entfernen.

Wenig Sprengstoff in der Bombe

Die Blindgänger-Überreste wurden in einem vier Meter tiefen Erdloch auf der Baustelle für das Dörnbergviertel gefunden. Der Zünder der ehemaligen Fliegerbombe ließ sich nicht lösen, deshalb mussten die Bombenteile kontrolliert gesprengt werden.
Die Blindgänger-Überreste wurden in einem vier Meter tiefen Erdloch auf der Baustelle für das Dörnbergviertel gefunden. Der Zünder der ehemaligen Fliegerbombe ließ sich nicht lösen, deshalb mussten die Bombenteile kontrolliert gesprengt werden. Foto: Matthes

Der Sprengmeister entschied sich daher schließlich für eine kontrollierte Sprengung der Bombe. Aufgrund der Zerschellung sei nur noch ein geringer Sprengstoffanteil in der Bombe vorhanden, sagte Einsatzleiterin Karin Paul gegenüber unserem Medienhaus. „Das Loch, in dem die Bombe liegt ist ungefähr vier Meter tief. Der Evakuierungsradius von 150 Metern ist durchaus ausreichend für eine kontrollierte Sprengung.“

Fliegerbombe: Der Moment der Sprengung

In der Gefahrenzone gibt es mehrere Geschäftsgebäude, in unmittelbarer Nähe zur Bombe steht aber nur ein Wohnhaus, in dem sich zum Zeitpunkt der Evakuierung zwei Menschen befanden. Mehr Regensburger mussten am Abend ihre Wohnungen nicht verlassen. Ein Anwohner aus der Hoppestraße 74 zeigte viel Verständnis für den Einsatz: „Das scheint ja relativ harmlos zu sein und wir hatten ja schon einmal einen Blindgängerfund hier, bei dem die Einsatzkräfte wirklich sehr professionell gehandelt haben.“

Die Polizei sperrte das Gebiet ab.
Die Polizei sperrte das Gebiet ab. Foto: Matthes

Auf der Baustelle des neu entstehenden Dörnberg-Quartiers hatten Bauarbeiter erst am 31. Mai des vergangenen Jahres einen 250 Kilogramm schweren Sprengsatz aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Auch damals lief ein Großeinsatz an: Feuerwehrleute baten die Anwohner in einem 300-Meter-Radius um die Friedrich-Niedermayer-Straße – wie ein Teil der ehemaligen Ladehofstraße jetzt heißt – ihre Wohnungen zu verlassen. Bei dem damaligen Fund waren rund 1000 Menschen innerhalb des Evakuierungsradius gemeldet.

Einsatzkräfte sind bereits erprobt

Im Mai verlief die Entschärfung der Fliegerbombe reibungslos. Und auch diesmal ging – trotz Sprengung – alles glimpflich über die Bühne, so dass Karin Paul gegen 21.10 Uhr verkünden konnte: „Es ist alles reibungslos abgelaufen.“ Polizei, Feuerwehr und der Rettungsdienst hätten mittlerweile ja Erfahrung in dieser Geschichte. Auch Sprengmeister Michael Weiß zeigte sich zufrieden. Es habe sich um eine „kleinere Bombe“ gehandelt. „Der Kopfzünder hat einen Schlag abbekommen und war so verkeilt, dass wir ihn nicht aus der Bombe entfernen konnten“, sagte Weiß nach der Entschärfung. „Wir haben mechanisch auf die Bombe eingewirkt, die Gefahr war zu groß, dass sich durch die Witterungsverhältnisse irgendein Teil im Zünder löst und eine unkontrollierte Detonation herbeiführt.“

Immer wieder halten Fliegerbomben Regensburg in Atem. Das Gebiet nahe des Hauptbahnhofs und die Gleise wurden im Zweiten Weltkrieg bombardiert. Schwerpunkte waren unter anderem auch das ehemalige Messerschmittgelände im Stadtwesten, der Hafen und Schwabelweis.

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