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Ausstellung

Flüchtlingsporträts finden eine Heimat

Die Aktion „Flucht.Punkt.Mensch“ ist zu Ende. Doch die Bilder und Geschichten sind in Regensburg weiterhin zu sehen.
Von Katia Baierlein, MZ

Unter anderem diesen Geflüchteten fotografierte Patrick Reinig für das Projekt „Flucht.Punkt.Mensch“.
Unter anderem diesen Geflüchteten fotografierte Patrick Reinig für das Projekt „Flucht.Punkt.Mensch“. Fotos: Patrick Reinig/Archiv/altrofoto.de

Regensburg. „Begegnungen mit Menschen, die zu uns geflohen sind“, unter diesem Leitsatz hatte Fotograf Patrick Reinig 24 Menschen porträtiert, die in Regensburg Asyl beantragt haben. Die Autorin Dr. Christine Rüth hatte kleine Texte zu den Fotos verfasst, in denen die Flüchtlinge ihre persönliche Geschichte erzählen. Im Rahmen der Aktion „Flucht.Punkt.Mensch“ waren sie in den vergangenen Monaten an verschiedenen Orten in Regensburg zu sehen. Am Donnerstagnachmittag hat Gertrud Maltz-Schwarzfischer zum Abschluss des Projekts ins Kurfürstenzimmer des Rathauses eingeladen. Endgültig vorbei ist es noch lange nicht: Die Bilder werden in Zukunft in städtischen Gebäuden ausgestellt.

Projekt entwickelte Eigendynamik

„Einige wollten die Bilder gar nicht mehr hergeben“, sagte Maltz-Schwarzfischer zur Erklärung für die Fortsetzung der Aktion. Unter den geladenen Gästen waren die Paten, die sich beteiligt haben, sowie einige der porträtierten Flüchtlinge. „Das Konzept dieser Aktion war, dass sich Paten ein Bild abholen und an prominenter Stelle aufhängen, symbolisch bedeutete dies, dass wir die Flüchtlinge in Regensburg willkommen heißen“, erzählte Maltz-Schwarzfischer. Das Projekt entwickelte eine Eigendynamik, denn die Paten mussten sich selbstständig um Nachfolger kümmern. Und so wurden die Porträts in vielen Schulen, Hochschulen, Krankenhäusern, Theatern und Gastronomien in Regenburg ausgestellt. Nach der feierlichen Eröffnung der Ausstellung im Donaueinkaufszentrum am 7. Juni waren die Bilder auf Wanderschaft gegangen.

In unserer Bildergalerie sehen Sie einige Porträts aus der Ausstellung:

Flüchtlinge aus Regensburg und ihre Schicksale

Ein besonderer Dank galt den Porträtierten: „Dass Sie uns ihre Geschichte erzählt haben ist ein Geschenk, das wir hüten und pflegen werden“, sagte Maltz-Schwarzfischer. Nicht alle 24 Geflohenen konnten bei der Abschlussveranstaltung dabei sein: „Zu einigen ist der Kontakt leider abgebrochen, andere sind umgezogen oder mussten in ihre Heimat zurückkehren.“ Auch der Fotograf und Initiator Patrick Reinig freute sich über den positiven Verlauf der Aktion.

Das Theater Regensburg übernahm die Patenschaft für ein Porträt. „Bilder erinnern uns daran, dass das Thema noch nicht vorbei ist“, sagte Intendant Jens Neundorff von Enzberg. „Ich habe den Jungen auf dem Bild, sein Name ist Ahmod, gefragt, ob sich die Lage in Syrien beruhigt hat. Er verneinte. Und gerade deswegen ist es noch wichtiger, zu überlegen, wie wir die Geflohenen noch mehr zum Teil unserer Stadt machen können.“

Die Aktion

  • Die Bilder:

    Die 24 Porträts von Geflüchteten sind bewusst reduziert gehalten – einfach nur Nahaufnahmen von Menschen, die der Fotograf in Notaufnahmen in Regensburg getroffen hat. Zu sehen sind sie auch unter www.fluchtpunktmensch.de .

  • Das Ziel:

    Ziel der Aktion war es, Flüchtlingen „ein Gesicht zu geben“ und so Ängste und Vorurteile abzubauen und Verständnis für sie zu wecken.

Helga Winzer-Hufgard, Lehrerin am St. Marien-Gymnasium, erzählte von ihren Erfahrungen: „Ich habe von der Aktion in der Zeitung gelesen und konnte am nächsten Tag im Unterricht meine Schülerinnen aus der zehnten Klasse dafür begeistern.“ Drei davon berichteten von ihrer Arbeit mit den Fotos: „Wir haben die Bilder abgeholt und in der Pausenhalle aufgehängt, denn dort kann sie jeder sehen, und dann haben wir die Reaktionen abgewartet“, erzählte Alexia. „Am nächsten Tag haben wir dann eine Durchsage gemacht und den Hintergrund erklärt“, ergänzte Eva-Maria. „Wir sind durchwegs auf positives Feedback gestoßen, sogar die fünften. Klassen waren sehr interessiert“, sagte Amelie.

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