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Konzert

Gospel-Geschichte in St. Emmeram

Die Regensburger Basilika bietet am 25. Mai die Kulisse für „Amazing Grace“. Die Gruppe „Trotzdem“ hat das Werk einstudiert.
Von Angelika Lukesch

Die Pielenhofener Gruppe „Trotzdem“ singt das Musical „Amazing Grace“. Foto: TROTZDEM
Die Pielenhofener Gruppe „Trotzdem“ singt das Musical „Amazing Grace“. Foto: TROTZDEM

Regensburg.Jeder kennt den Gospelsong „Amazing Grace“. Doch kaum einer kennt die wahre Geschichte hinter der Entstehung dieses Liedes. Im gleichnamigen Chormusical, das Andreas Malessa und Tore W. Aas geschrieben haben, wird die Entstehung des Gospel-Textes, der 1773 vom britischen Sklavenschiff-Kapitän John Newton niedergeschrieben wurde, erzählt: John Newton hat eine kurze Kindheit. Früh verliert er seine Mutter. Die Stiefmutter hasst ihn, steckt ihn ins Heim. Das verwahrloste Heimkind wird Schiffsjunge, desertiert jedoch später von der Marine, um seine Geliebte Polly Maria wiederzusehen. Er entgeht knapp dem Galgen und wird Sklavenspediteur in Westafrika… Warum die vornehme Polly ihn trotzdem heiratet, wie John Newton Pfarrer der anglikanischen Kirche wird, was ihn zum Gegner der Sklaverei macht und wie er letztendlich deren Abschaffung mit seinem Freund William Wilberforce 1807 im Londoner Parlament durchsetzt – all das wird in Gospels und Balladen besungen. Diese Inhaltsangabe stammt von der Pielenhofener Chorgruppe „Trotzdem“, der es ein Anliegen war, diese bewegende Geschichte zu erzählen. „Trotzdem“ wird das Chormusical „Amazing Grace“ am Samstag um 19.30 Uhr in der Basilika St. Emmeram vorführen, der Eintritt ist frei.

Stadtdekan Roman Gerl freut sich sehr darüber, dass die Pielenhofener Chorsänger das Werk in St. Emmeram aufführen. Die Botschaft, die in diesem Musical weitergegeben werde, sei eine gute Botschaft auf dem Hintergrund des christlichen Glaubens.

Der Chor wuchs mit den Jahren

Die Geschichte der Gruppe „Trotzdem“ reicht weit zurück. „Wir haben vor 20 Jahren zu viert angefangen, Familiengottesdienste in Pielenhofen zu gestalten. Nach und nach kamen immer mehr Singfreudige hinzu, teilweise ist schon die nächste Generation dabei. Inzwischen sind wir 27 Mitglieder von 20 bis 75 Jahren und haben neben starken Stimmen eine tolle Band mit Keyboard, zwei Gitarren, Geige, Klarinette, zwei Flöten und Schlagzeug“, sagt Chormitglied Conny Busch.

Ein so großes Projekt wie „Amazing Grace“, das auch in Pielenhofen, in Regensburg in St. Pius und St. Josef (Undorf) aufgeführt wurde, steht nicht jedes Jahr auf dem Programm. Demnächst wird der Chor im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Pielenhofen und Grécy la Chapelle nach Frankreich fahren und mit dem dortigen Chor ein Konzert in der Kathedrale gestalten. Außerdem singt der Chor auf Hochzeiten und gibt immer am ersten Adventswochenende ein Konzert in der Klosterkirche Pielenhofen.

Chorleiterin Maria Gruber war von der Musik und dem Inhalt des Stücks „Amazing Grace“ schon beim ersten Hören infiziert. „Die bewegende Geschichte des Sklavenkapitäns und späterem Pfarrers John Newton, der den Text zum berühmten Gospel verfasste, hat mich sehr bewegt. Durch die Möglichkeit, das Musical als Erzählkonzert aufzuführen, passt es perfekt zu uns. Die Rollen, Soloparts und Instrumentals können wir mit unserer Gruppe sehr gut besetzen und das, obwohl wir kein großes Orchester haben und eigentlich auch nur ein Laienchor sind.“

Zwölf Monate Vorbereitung

Das Stück als solches sei sehr anspruchsvoll, sowohl was den Gesang angeht, als auch bei den Instrumentalparts für die Band. Immerhin zwölf Monate war „Trotzdem“ damit beschäftigt. Die Soloparts, erklärt Gruber, seien auf die gesamte Gruppe aufgeteilt worden. So habe jeder die Rolle übernehmen können, die am besten zu seiner Stimme passe.

„Besonders erwähnen möchte ich unsere beiden Kinder, Amelia und Luisa, die die Rolle des John in der Kindheit übernehmen. Die stehlen uns Großen einfach die Show“, erklärt Gruber. Auf die Frage, was die Zuhörer am Samstagabend in St. Emmeram erwartet, sagt die Chorleiterin: „Eine bewegende Lebensgeschichte, wunderschöne, bekannte und unbekannte Lieder. Nachdenkliches und Hoffnungsvolles. Kurzum, es ist ein inspirierendes und mitreißendes Konzert mit einem Chor, der so richtig Spaß an der Musik hat.“

Gospels

  • Begriff:

    Das Wort „Gospel“ leitet sich von „good spell“ (Evangelium) ab und bedeutet so viel wie „gute Nachricht“.

  • Herkunft:

    Gospels sind eine christliche afroamerikanische Musikrichtung, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus dem Negro Spiritual sowie aus Blues und Jazz entwickelte.

  • Funktion:

    Gospels werden als Gemeindegesang gesungen oder von Gesangsgruppen.

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