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Bilanz

Kassen sollen noch einmal klingeln

Die Regensburger Einzelhändler sind mit dem Umsatz im Weihnachtsgeschäft zufrieden. Der große Ansturm wird noch erwartet.
Von Daniel Geradtz, MZ

In den kommenden Tagen wird in Regensburg wieder eine volle Fußgängerzone erwartet.
In den kommenden Tagen wird in Regensburg wieder eine volle Fußgängerzone erwartet. Foto: Matthes

Regensburg.Schon seit einiger Zeit glitzert es in den Kaufhäusern und Einkaufszentren. Adventsschmuck und Christbäume haben einen festen Platz gefunden und das Weihnachtsgeschäft ist in vollem Gange. In der Zeit bis zu den Festtagen – speziell aber an diesem Wochenende – erwartet der lokale Einzelhandel noch einmal einen großen Kundenansturm. Deswegen sei es zu früh, jetzt schon eine stichhaltige Zwischenbilanz zu ziehen, finden die Regensburger Altstadtkaufleute.

Auch Josef Kellermann, Bezirksgeschäftsführer für Niederbayern und die Oberpfalz des Handelverbands Bayern, verweist auf den bevorstehenden Schlussspurt. Für seinen Bezirk erwartet er in diesem Jahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro während des Weihnachtsgeschäfts. Kellermann sagt, dass schon im Oktober und November ein Fünftel aller Weihnachtsgeschenke gekauft würden. Aber auch nach dem Fest geht es weiter: Dann werden Gutscheine und Geldgeschenke eingelöst. Zudem haben die Leute viel Zeit.

„Wir sind mit großen Erwartungen eingestiegen in das Weihnachtsgeschäft“, betont Kellermann. Insgesamt erwartet der Verband eine Umsatzsteigerung von zwei bis drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der größte Anteil des Zuwachses wird wohl auf den Bereich des Onlinehandels fallen. Für den stationären Einzelhandel erwartet er im besten Fall einen kleinen Zugewinn von maximal einem Prozent.

Absatz durch Empfehlungen

Ingo Saar, Geschäftsführer des Vereins „Faszination Altstadt“, in dem sich die Kaufleute der Altstadt zusammengeschlossen haben, sagt, dass das Weihnachtsgeschäft sehr gut belebt sei. „Wir erheben keine Umsatzzahlen. Deswegen können wir keine seriösen Vergleiche zu den letzten Jahren anstellen“, erklärt er.

Auch aus einem anderen Grund verbietet sich der Vergleich zum Vorjahr: Heuer ist die Adventszeit besonders lang. Eine Inhaberin eines Modegeschäfts in der Altstadt sagt: „Man muss es immer mit den Jahren vergleichen, in denen es dieselbe Konstellation gab. Das war zuletzt 2011 der Fall.“

Doch in dieser Zeit hat sich viel getan, weiß Josef Kellermann. Damals nagte der Onlinehandel vor allem am Umsatz des lokalen Buchhandels. In dem Segment gebe es laut einer Studie allerdings derzeit kein Wachstum mehr. „Möglicherweise ist der Onlinehandel da schon an seine Grenzen gestoßen. Jedenfalls haben auch die stationären Händler eine gute Reaktion gezeigt“, so Kellermann.

In unserer Bildergalerie sehen Sie, was die Klassiker unter den Weihnachtsgeschenken sind:

Das sind die Klassiker im Weihnachtsgeschäft

Dafür sei nun die Textilbranche eines der Sorgenkinder, das vom Onlinehandel geschwächt werde. Der Umsatz in der Adventzeit sei schwach gelaufen. Kellermann geht nicht davon aus, dass die Branche den Rückstand bis zum Fest aufholen kann.

„Um im Wettbewerb mit den Global Playern bestehen zu können, muss der lokale Händler seine Stärken ausspielen“, findet Buchhändler Ulrich Dombrowsky. „Bei uns wird vor allem das nachgefragt, das wir unseren Kunden empfehlen.“ Häufig seien dies eben nicht die Bücher, die auf den Bestsellerlisten stehen würden. Dombrowsky ist mit seinem Umsatz zur Weihnachtszeit zufrieden. Der Onlineverkauf läuft für ihn ebenfalls zufriedenstellend.

Auch die Inhaberin eines Modegeschäfts in der Altstadt setzt auf individuelle Produkte, die der übliche Onlinehandel nicht in seinem Warenangebot führt. Sie nennt Handschuhe aus Hirsch- oder Elchleder als Beispiel. Sie stellt regelmäßig fest, dass Leute ihre Geschenke zunächst selber kaufen, um sie sich später von der Familie schenken zu lassen.

Lesen Sie hier, welche Bilanz die Händler der Regensburg Weihnachtsmärkte ziehen.

Aktionstage stärken Onlinehandel

Aber nicht nur die kleinen Fachhändler schaffen es, die Kunden an sich zu binden. Guido Herrmann, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof am Neupfarrplatz ist mit der Bilanz des bisherigen Weihnachtsgeschäfts zufrieden. Mit seinem Warenangebot deckt das Kaufhaus alle Bereiche ab, in denen klassischerweise Geschenke gekauft werden.

Durch Aktionstage wie den Cyber Monday oder den Black Friday wird das Weihnachtsgeschäft seit einigen Jahren zu Beginn des Dezembers angekurbelt. Das spielt dem Onlinehandel in die Karten, findet Josef Kellermann vom Handelsverband. Zwar ist ein Teil des stationären Handels „auf den Zug aufgesprungen“, doch die lokalen Geschäfte können im Preiskampf häufig keine großen Rabatte gewähren.

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