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Kultur

Musik, die mitreißt und zu Herzen geht

Adventliche Einstimmung in der Dreieinigkeitskirche: Der Regensburger Gospelchor Deliverance begeisterte mit seinem Programm.
Von Daniel Geratz, MZ

Mit Schwung und Temperament präsentierten die Sänger ihr Repertoire in der Dreieinigkeitskirche.
Mit Schwung und Temperament präsentierten die Sänger ihr Repertoire in der Dreieinigkeitskirche. Foto: Geradtz

Regensburg.Mit viel Energie stimmte der Gospelchor „Deliverance“ auf die Weihnachtszeit ein. Bei seinem alljährlich stattfindenden Weihnachtskonzert in der Dreieinigkeitskirche präsentierten die Musiker am Wochenende, begleitet von ihrer Band, klassische und moderne Weihnachtsstücke.

Chorleiter Simon Meier wollte eine klare Botschaft übermitteln. „Es geht darum, was Integration durch Religion ausmacht. Das, was versöhnt und nicht das was trennt“, sagte Meier über die Auswahl der Stücke. Die Lieder hat Meier selbst arrangiert. So hat er traditionelle Weihnachtslieder, wie das aus Österreich stammende Stück „Still, still, still“, so uminterpretiert, dass es zu seinem Chor passt. Anpassungen waren aber auch bei klassischen Gospelliedern nötig, da die Chöre in der Regel anders strukturiert sind: „Wir sind sechs-stimmig. Ein klassischer Gospelchor ist zweistimmig“, erklärte der musikalische Leiter, der das Ensemble am E-Piano begleitete.

Lieder voller Energie

Die Gospelstücke beginnen meistens langsam und leise. Fast mit jedem Takt nehmen sie an Fahrt auf. Die Energie der Lieder war auch für die Besucher in der nahezu bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche spürbar. Die Sänger auf den Altarstufen bewegten sich zur Musik, klatschten in die Hände. Auch die Handzeichen, die der Chorleiter seinen Musikern gab, wurden immer intensiver. Am Ende hielt es auch ihn nicht mehr auf seiner Pianobank. Zum Publikum gewandt sprang er in die Luft und beendete so das Stück „Hallelujah“ mit einem Lachen, das Zufriedenheit ausdrückte.

Deliverance

  • Der Chor

    Das Gospelensemble Deliverance ist ein 40-köpfiger Chor aus Chorsängern, Solisten und Band. „Gospels sind unsere Wurzeln, aber wir interpretieren sie anders als gewohnt: vielseitig und überraschend, doch immer mitreißend und mit echter Begeisterung“ heißt es auf der Homepage des Chors.

  • Die Stücke

    Das Repertoire reicht von Pop, Rock, Soul und Jazz bis hin zu Hiphop und Latin. Stilprägend sind vor allem die eigens für Deliverance komponierten Songs des musikalischen Leiters Simon Meier.

Laut Meier muss das Auftreten eines Gospelschors authentisch sein und zu unserer Kultur passen. Deswegen trugen die Sänger keine Roben. Er bezeichnete die Verbindung zwischen den aus einer anderen Kultur stammenden Stücken und einer Interpretation durch einen deutschen Chor als eine interessante Mischung. Schließlich bemerkte er, dass kein feststehender Begriff existiert, der die Stilrichtung des Gospels beschreibt: „Es kann Anteile aus dem Hip-Hip oder klassische oder rockige Elemente haben“, so Meier.

Singen mit dem Publikum

An diesem Abend zeigten die Künstler eine Mischung aus englisch- und deutschsprachigen Stücken. Englisch sei die Sprache, die man traditionellerweise mit dem Gospel in Verbindung bringe, sagte Meier. Aber auch deutsche Lieder und Texte würden das Potenzial besitzen, zu einem Gospel arrangiert zu werden,

Kurz vor dem Ende des fast zweistündigen Auftritts wandte er sich noch einmal an das Publikum: „Was wäre ein Gospelkonzert ohne ein Stück zum Mitsingen?“ Zu „Mary Had a Baby“ sollten die Gäste sich und ihre Stimmen erheben.

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