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Verkehr

Parkhauspläne sorgen für Zündstoff

Weil eine Klage den Bau am Jacobi-Gelände blockiert, strebt Regensburgs OB Wolbergs eine Lösung beim „alten Eisstadion“ an.
Von Marion Koller, MZ

Mehr Stellplätze: Beim alten Eisstadion soll ein großes Parkhaus gebaut werden.
Mehr Stellplätze: Beim alten Eisstadion soll ein großes Parkhaus gebaut werden. Foto: Lex

Regensburg.Seit dem Wegfall des Donaumarkts ist die Parkplatzsuche noch schwieriger geworden. Die Stadt Regensburg wollte mit einem Parkhausbau am Jacobi-Gelände an der Wöhrdstraße Ersatz schaffen, doch eine Anwohner-Klage blockiert das Vorhaben. Die Entscheidung kann sich noch Jahre hinziehen, weil der Münchner Verwaltungsgerichtshof im August 2014 die Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil zuließ.

Mit dem Wassertaxi in die Stadt

Das dauert der Stadt offenbar zu lange. Jedenfalls signalisierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs dem Runden Tisch Altstadt, dass er von den Plänen fürs Jacobi-Gelände abrücken will. Er favorisiert jetzt einen Parkhausbau am alten Eisstadion. Die Zufahrt soll direkt von der Nibelungenbrücke aus ermöglicht werden. Den Anwohnern am Unteren Wöhrd würde diese Anbindung weiteren Verkehr und Lärm ersparen.

Gegenüber der MZ bestätigte Wolbergs nur, dass mehrere Ämter zusammen an einer Neuplanung für den Unteren Wöhrd arbeiten. Näheres werde er erst sagen, wenn die komplette Planung mit der Verwaltung abgestimmt sei.

Mit der Park- und Verkehrssituation in der Stadt sind viele verschiedene Interessen verknüpft. Das Vorhaben des OB stieß denn auch auf höchst kontroverse Meinungen.

Ingo Saar vertritt die Aktionsgemeinschaft Altstadt beim „Runden Tisch“. Er bedauerte, dass das Parkhaus am Jacobi-Gelände auf Jahre hinaus blockiert sei. Die neuen Pläne des OB begrüßte der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft als „durchaus sinnvoll“. Allerdings müsse ein Parkhaus an der Nibelungenbrücke mindestens so viele Stellflächen aufweisen wie das Areal am alten Eisstadion und das Parkhaus am Jacobi-Gelände zusammen. „Wichtig ist, dass wir keine Kapazitäten verlieren“, betonte Saar. Eine MZ-Recherche bei Anton Sedlmeier, dem Leiter des Amts für Stadtentwicklung, ergab, dass es fast 1100 Parkflächen sein müssten.

Außerdem forderte Saar kostenlose Stellflächen für Leute, die in der Altstadt arbeiten. Der OB habe angedeutet, dass sie Ausweise erhielten und weiterhin ihre Autos am alten Eisstadion abstellen könnten, ohne zu bezahlen. Nicht nur für die Einpendler, auch für die Anwohner ist die große Fläche zwischen Nibelungenbrücke, Donau und Wöhrdstraße ein wichtiger Parkplatz – derzeit der einzige kostenlose, der immer zur Verfügung steht. Deshalb müsse es laut Saar auch für die Bewohner Ausweise geben. Charmant fand der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft die Idee des OB, das Parkhaus über Wassertaxis ans Zentrum anzubinden. Martin Schmid, Hausbesitzer und Kläger vom Unteren Wöhrd, äußerte sich natürlich erfreut über Wolbergs’ Vorstoß, denn damit fällt das in seinen Augen unsinnige Parkhaus am Jacobi-Gelände flach, das mehr Verkehr in den Unteren Wöhrd ziehen würde.

Eine ganze Reihe von Gegnern

Gegenwind kommt von der CSU, der FDP und von Johanna Bayer-Riepl, Vertreterin der Altstadtbewohner beim „Runden Tisch“. Alle drei bevorzugen das geplante Parkhaus am Jacobi-Gelände, weil es altstadtnäher liege. CSU-Fraktionschef Hermann Vanino hatte beim Anruf der MZ noch nichts von den Wolbergs-Plänen gehört. Seine Fraktion halte weiterhin am Jacobi-Gelände fest, sagte er – auch wegen des Rechtsstreits.

Mit einem Mail reagierte FDP-Fraktionschef Horst Meierhofer am Mittwochnachmittag auf den Online-Bericht der MZ. „Das alte Eisstadion ist aus meiner Sicht zu weit weg, als dass Menschen in der Innenstadt einkaufen und dann ihre Taschen und Tüten dorthin tragen würden“, schrieb er. Wegen einer Klage die Pläne fallen zu lassen, sei ein fatales Signal. Dr. Martin Kammerer, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Regensburg, blieb diplomatisch. Das Jacobi-Parkhaus sei sehr wichtig. Etwaige Neuplanungen für den Unteren Wöhrd müssten noch ausführlicher vorgestellt werden.

Ein weiterer Aspekt: Bislang wollte die Stadt die Fläche am alten Eisstadion als Ersatzstandort für das am Ernst-Reuter-Platz vorgesehene Kongresszentrum (RKK) freihalten. Das scheint Wolbergs jetzt nicht mehr für nötig zu halten.

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Parkhaus am alten Eisstadion

Der Bau eines Parkhauses am Jacobi-Gelände ist durch eine Klage blockiert. OB Wolbergs strebt deshalb eine Lösung an der Nibelungenbrücke an. Was halten Sie davon?

10 000 Stellflächen für Autos

  • 10 000 Parkplätze

    gibt es laut Amt für Stadtentwicklung in Regensburg.

  • 360 sind

    am Donaumarkt weggefallen, dafür hat das neue Petersweg-Parkhaus 100 mehr.

  • Das alte Eisstadion

    bietet 676.

  • Am Jacobi-Gelände

    befinden sich 230 Stellflächen; im geplanten Parkhaus wären es 400 (200 öffentliche).

  • Bewohner

    haben 2000 Parkplätze.

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