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Natur

Partymüll trübt Regensburger Parkfreuden

In der Stadt gibt es 855 Hektar Grünanlagen. Wir haben zum heutigen Tag des Parks nachgefragt, wie es um sie bestellt ist.
Von Heike Haala, MZ

  • In manchen Regensburger Grünanlagen steigen regelrechte „Megapartys“. Mit den Überresten – wie hier auf der Jahninsel – haben die Mitarbeiter des Gartenamts zu kämpfen. Foto: altrofoto.de
  • In Regensburg gibt es 22 Parkanlagen wie den Stadtpark. Foto: dpa

Regensburg. Dörnbergpark, Villapark, Jahninsel oder Grieser Spitz – wenn das Wetter so schön ist, wie am Wochenende, zieht es die Regensburger zu den Parks und Grünanlagen. Sie treffen sich mit Freunden zum Grillen, machen es sich mit einem Buch auf einer Bank bequem oder schlendern über das frühlingsfrische Grün. Heute ist der Tag des Parks. Seit 1999 rücken am 24. Mai Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks in den Fokus. Unsere Zeitung hat zum europaweiten Aktionstag nachgefragt, wie es eigentlich um die Grünanlagen und Parks der Stadt bestellt ist.

Die 22 Regensburger Parks haben zusammen eine Fläche von knapp 240 Hektar. Der Größte unter ihnen ist der Donaupark im Stadtwesten mit einer Fläche von 40,78 Hektar, gefolgt vom Aubach-Park in Burgweinting mit einer Fläche von 31,48 Hektar und dem Königswiesenpark mit einer Fläche von 9,81 Hektar. Der Kleinste von ihnen liegt im Stadtosten: Der Villapark ist lediglich 0,92 Hektar groß. Den Unterhalt aller Parks ließ sich die Stadt im Jahr 2014 rund 2,7 Millionen Euro kosten. Alle Grünanlagen der Stadt zusammen – also etwa auch Naturschutzgebiete, Schmuckplätze und Uferanlagen – bringen es auf 855 Hektar. Gartenamtsleiter Hans Dietrich Krätschell sagt, dass diese Fläche wächst: Durch fertig gestellte Baugebiete oder neue Stadtviertel kommen ständig Grünanlagen hinzu.

In unserer Bildergalerie sehen Sie, was in Regensburger Parks und Grünanlagen erlaubt ist:

Chillen im Park: Was ist erlaubt, was verboten?

Für den Erhalt der Parks sind die Mitarbeiter des Gartenamts zuständig. Sie sorgen dafür, dass sich die Regensburger dort erholen können. Eine Aufgabe, die weitaus mehr Arbeit umfasst, als zu gießen, Blumen zu pflanzen und den Rasen zu mähen. Regelmäßig haben es die Gartenamtsmitarbeiter auch mit den Hinterlassenschaften der Besucher zu tun. Und hier gilt: Je schöner der Sommertag, desto größer der Müllberg. So ein Wochenende hat das Team vom Gartenamt gerade hinter sich. Krätschell hat regelrechte Hotspots ausgemacht: Auf großangelegte Müllsammelaktionen stellen sich die Mitarbeiter inzwischen etwa im Stadtpark hinter der Ostdeutschen Galerie, im Donaupark sowie auf der Jahninsel und am Grieser Spitz ein. „Hier steigen Megapartys“, sagt Krätschell. Nach lauen Sommernächten schieben mehrere Angestellte auch Wochenendschichten, damit sie den Hinterlassenschaften der Feiernden Herr werden. Dabei sind die Besucher laut Grünanlagensatzung dazu verpflichtet, ihren Unrat wieder mitzunehmen.

Der Villapark ist der Zwerg unter den Regensburger Parks.
Der Villapark ist der Zwerg unter den Regensburger Parks. Foto: Ferstl

In der Grünanlagensatzung steht, was die Regensburger im Park dürfen und was nicht. Grillen beispielsweise ist lediglich an Grillplätzen erlaubt, nicht unter Bäumen und ausschließlich mit einem Rost in einer Höhe von mindestens 40 Zentimetern. In allen Regensburger Parks ist es zudem verboten, Wasservögel wie Enten zu füttern. Musik ist erlaubt, solange sie niemanden stört. Und noch etwas ist in den Grünanlagen laut Satzung untersagt: „Sich dort in einem Rausch oder ähnlichen Zustand aufzuhalten, unabhängig davon, ob dieser Zustand vorsätzlich oder fahrlässig durch alkoholische Getränke oder andere berauschende Mittel herbeigeführt wurde.“ Bei Zuwiderhandlung drohen Verwarnungen, Bußgeld oder auch ein Platzverweis.

Hier finden Sie eine Karte mit allen Grillplätzen im Verbreitungsgebiet:

Wenn Parkbesucher auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden, verweisen sie gerne darauf, dass die Mülleimer bereits voll sind. Das aber lässt der Gartenamtsleiter nicht gelten: „Das ist keine Rechtfertigung, den Müll auf der Wiese herumliegen zu lassen“, sagt er. Er wünscht sich, dass die Besucher ihre Hinterlassenschaften beim Verlassen eines Parks zumindest in einer Tüte verpackt neben einen Mülleimer stellen. „Das ist eine ganz andere Nummer“, sagt Krätschell. Durch die Müllsammelaktionen werden die Gartenamtsmitarbeiter nicht nur von ihren anderen Aufgaben abgehalten. „Dafür muss letzten Endes auch der Steuerzahler aufkommen“, sagt er. Mehr Mülleimer aufzustellen, ist für Krätschell keine Lösung: „Wenn so viele Mülleimer im Park stehen würden, dass sie den Unrat eines Spitzenwochenendes fassen, wäre es dort nicht mehr schön.“

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