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Literaturfest

Regensburg liest mit viel Resonanz

140 Gäste feiern bei der MZ den Auftakt des Leseprojekts. Sie lauschen dem Glück, besetzen es und lassen es sich schmecken.
Von Micha Matthes, MZ

  • Sponsoren, Initiatoren, geladene Gäste und interessierte Leser: Rund 140 Zuhörer waren zu der Veranstaltung in das MZ-Verlagsgebäude gekommen, die den Auftakt für eine ganze Reihe nun folgender Lesungen und Angebote bildet. Foto: Tino Lex
  • Der Startschuss für die größte Leseaktion der Oberpfalz fiel am Donnerstag im MZ-Verlagsgebäude. Foto: Dr. Michael Koob
  • Der Startschuss für die größte Leseaktion der Oberpfalz fiel am Donnerstag im MZ-Verlagsgebäude. Foto: Dr. Michael Koob
  • Der Startschuss für die größte Leseaktion der Oberpfalz fiel am Donnerstag im MZ-Verlagsgebäude. Foto: Dr. Michael Koob

Regensburg.Glückskekse, eine Glückswand, glückliche Gesichter auf den Fotos aus dem Snap-Box-Fotoautomaten: Das Glück war bei der großen Auftaktveranstaltung zu der Aktion „Regensburg liest ein Buch“ am Donnerstag im Verlagsgebäude der MZ auf viele Arten greifbar. Nicht nur das Projekt wurde an diesem Abend vorgestellt, bei dem feierlichen Rahmenprogramm kamen auch Prominente der Verlagsszene, der Regensburger Kulturwirtschaft und natürlich der Autor selbst – Steven Uhly – zu Wort. Daneben gab es viel Musik, eine Signierstunde und zahlreiche Überraschungen rund um das im Fokus stehende Buch „Glückskind“.

Die MZ begleitet die bisher größte Leseaktion von Regensburg als Medienpartner. „Wenn es ums Lesen geht, heben wir intuitiv die Hand. Ist ja auch klar: Wir sind ein Verlag, wir haben Autoren und wir haben Leser. Wir haben zwar keine Schriftsteller, aber wir haben sie gern bei uns“, sagte Manfred Sauerer, Geschäftsführer und Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung. „Insofern war es keine Frage, dass wir sowohl die Aktion ,Regensburg liest ein Buch‘ unterstützen als auch gern Gastgeber für diese Auftaktveranstaltung sind.“

Ein „Glücksstuhl“ sorgt für Aufsehen

Ein Biedermeierstuhl aus dem Jahr 1820 wandert nun von Veranstaltung zu Veranstaltung mit. Im August soll das kunstvoll gestaltete Möbelstück dann zugunsten der Pflegekinder-Dienststelle versteigert werden.
Ein Biedermeierstuhl aus dem Jahr 1820 wandert nun von Veranstaltung zu Veranstaltung mit. Im August soll das kunstvoll gestaltete Möbelstück dann zugunsten der Pflegekinder-Dienststelle versteigert werden. Foto: Tino Lex

Mit einem ausgefallenen Artefakt sorgte die Schriftstellerin und Mit-Initiatorin Carola Kupfer für Aufsehen: einem Biedermeierstuhl aus dem Jahr 1820. Das kunstvoll gestaltete Möbelstück wandert nun von Veranstaltung zu Veranstaltung mit. Zahlreiche Prominente werden darauf Platz nehmen. Am Ende soll der quasi „vom Glück besessene Stuhl“ dann zugunsten der Pflegekinder-Dienststelle versteigert werden. Als Experiment gestartet, sei das Projekt „Regensburg liest“ schon jetzt ein Erfolg, sagte Kupfer. Denn die Gesellschaft beteilige sich schon eifrig und diskutiere bereits viel über Glückskind. „Es ist uns gelungen, das Buch und damit ganz viele gesellschaftlich relevante Themen zum Stadtgespräch zu machen“, sagte Kupfer. „Wir merken wirklich, dass die Menschen mitreden wollen und sich jetzt immer mehr das Buch holen“. Vier Säulen hätten diesen Erfolg möglich gemacht: die Medien, die Werbepartner, die Förderer und die guten Ideen der Beteiligten.

Als Experiment gestartet, sei das Projekt „Regensburg liest“ schon jetzt ein Erfolg, sagte Mit-Initiatorin Carola Kupfer.
Als Experiment gestartet, sei das Projekt „Regensburg liest“ schon jetzt ein Erfolg, sagte Mit-Initiatorin Carola Kupfer. Foto: Tino Lex

Der Clustermanager der Kultur- und Kreativwirtschaft Sebastian Knopp hob die Bedeutung des Projekts für die Stadt hervor. Die Aktion sei eine Bereicherung für Regensburg. „Entscheidend ist für mich die Kooperationsbereitschaft und der Austausch unter den Projektpartnern“, sagte Knopp. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, scheint bei diesem Projekt aber ganz selbstverständlich – und das begeistert mich.“

Um die persönlichen Glückserlebnisse von Autor Steven Uhly seit dem Erscheinen seines Erfolgsromans ging es unter anderem in einem kurzen Gespräch, das Ulrich Dombrowsky, Mit-Initiator der Aktion und Regensburger Buchhändler, moderierte. Er habe durch das Schreiben des Buches eine Angst – fast schon eine Phobie – vor Bettlern überwinden können, sagte Uhly. Auch die Verfilmung seines Buches sei für ihn ein großer Glücksmoment gewesen.

140 Gäste feiern bei der MZ den Auftakt des Leseprojekts:

Regensburg liest ein Buch

50 Veranstaltungen stehen schon fest

Um die persönlichen Glückserlebnisse von Autor Steven Uhly (r.) ging es unter anderem in einem kurzen Gespräch, das Ulrich Dombrowsky, Mit-Initiator der Aktion und Regensburger Buchhändler, moderierte.
Um die persönlichen Glückserlebnisse von Autor Steven Uhly (r.) ging es unter anderem in einem kurzen Gespräch, das Ulrich Dombrowsky, Mit-Initiator der Aktion und Regensburger Buchhändler, moderierte. Foto: Tino Lex

Und auch für die Rückmeldungen zu Uhlys Roman von Lesern und aus dem Buchhandel interessierte sich Dombrowsky. Zu keinem anderen Buch hätten die Außendienstkollegen so viele begeisterte Rückmeldungen bekommen, bestätigte Susanne Krones, Lektorin bei Luchterhand und btb. „Glückskind galt von Anfang an als Geheimtipp.“ Christian Ruzicska, der Verleger des Secession-Verlages, beendete die kleine Gesprächsrunde schließlich mit dem Appell: „Literatur bringt Glück – lassen Sie es sich nach Hause bringen!“

Die Aktion „Regensburg liest“

  • Eine ganze Stadt liest ein Buch

    und so wird dessen Inhalt zum Stadtgespräch: Das ist die Idee hinter der Aktion „Regensburg liest ein Buch“.

  • Drei Monate lang

    – vom 28. April bis 6. August – steht der Roman „Glückskind“ von Steven Uhly im Fokus zahlreicher kultureller und gesellschaftlicher Ereignisse.

  • Möglichst viele Menschen

    sollen dabei das Buch lesen und auf Veranstaltungen darüber sprechen. Der Inhalt des Buches soll so zum Gemeinschaftserlebnis für Regensburger aller Generationen und gesellschaftlichen Schichten werden.

  • Bei den Veranstaltungen

    stehen entweder das Buch selbst oder einzelne Themen daraus im Mittelpunkt – und zwar auf ganz unterschiedlichen Ebenen: kulturell, gesellschaftlich, sozial, politisch, psychologisch, juristisch; in Theatern, Schulen, Kneipen, städtischen Räumen, auf Bühnen, bei Ausstellungen und Lesungen sowie bei Podiumsdiskussionen.

  • Der Vortrag „Was ist Glück?“

    von Wilhelm Schmid findet am Montag um 20 Uhr im Auditorium im Thon-Dittmer-Palais, Haidplatz 8, statt. Karten kosten 15 Euro, ermäßigt 12 Euro. Die Frage nach dem Glück treibt die Menschen um. Könnte es aber sein, dass gerade die Jagd nach Glück unglücklich macht? Glück ist nichts als ein Wort, findet der Philosoph Schmid – und erklärt seine Ideen anschaulich.

  • Bis zum 3. Mai

    druckt die MZ in vier Ausgaben die ersten Seiten von „Glückskind“ ab. Den Rest der Geschichte gibt es am Dienstag bei einer Mammut-Lesung in der Stadtbücherei am Haidplatz zu hören. Dann geht es genau an der Stelle weiter, an der der Text in der MZ geendet hat.

  • Den Anfang macht Oberbürgermeister

    Joachim Wohlbergs als Vorleser um 18 Uhr. Bis in den späten Abend lesen dann Schriftsteller, Buchhändler und prominente Gäste im 20-Minuten-Rhythmus Uhlys Buch bis zum letzten Wort vor.

Musikalisch gestalteten Bettina Schönenberg und Gerhard W. H. Schmidt, die an diesem Abend unter dem Namen „Wir sind glücklich“ auftraten, die Eröffnung virtuos aus. Sponsoren, Initiatoren, geladene Gäste und interessierte MZ-Leser: Rund 140 Zuhörer waren zu der Veranstaltung in das MZ-Verlagsgebäude gekommen, die den Auftakt für eine ganze Reihe nun folgender Lesungen, Inszenierungen und Angebote bildet.

Seit Februar beschäftigt sich eine Schulklasse der Pindl-Realschule mit Aspekten des Romans „Glükskind“. Für die Eröffnungsveranstaltung gestalteten die Schüler eine Pinnwand.
Seit Februar beschäftigt sich eine Schulklasse der Pindl-Realschule mit Aspekten des Romans „Glükskind“. Für die Eröffnungsveranstaltung gestalteten die Schüler eine Pinnwand. Foto: Tino Lex

Bislang stehen rund 50 Veranstaltungen im Rahmen der Aktion fest. Ab sofort sollen die Regensburger das Glück an allen Ecken der Altstadt finden. Die Schaufenster der Geschäfte werden Zitate zum Thema Glück zieren, gestaltet von einem Kalligraphen und einer Grafikdesignerin. Pfarrer predigen über den vielschichtigen Begriff, soziale Einrichtungen und Schulen diskutieren darüber. In den Cafés trinken die Regensburger Glückstee und essen Glückskekse, in Bäckereien und Metzgereien kaufen Kunden Glücks-Semmeln und Glücks-Schnitzel. Und natürlich wird auch der charismatische Kölner Autor mit deutsch-bengalischer Abstammung bis zum 6. August bei zahlreichen Veranstaltungen immer wieder präsent sein.

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