MyMz
Anzeige

Regensburger formt die neuen Stars

Simon Stosic begleitete Dschungelkandidat Honey durch das TV-Format. Der Manager arbeitet bereits an nächsten großen Coups.
Von Sebastian Böhm, MZ

  • „Honey“ musste verkleidet unter einer mit Strom versehenen Stange balancieren. Foto: RTL Alle Infos zu „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ im Special bei RTL.de: www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html
  • Simon Stosic ist der Manager von Alexander Keen. Foto: Froschhammer

Regensburg.Simon Stosic sitzt mit seiner Frau auf der Couch und schaut gespannt auf den Bildschirm seines Fernsehers. Plötzlich springt er auf, er jubelt, die ganze Anspannung ist auf einen Schlag weg. So beschreibt der Regensburger den Moment, als Alexander „Honey“ Keen eine Prüfung verweigerte und trotzdem vorübergehend im „Dschungelcamp“ bleiben durfte.

„Das letzte Mal bin ich so von der Couch aufgesprungen, als Deutschland bei der WM gegen Brasilien mit 7:1 gewonnen hat“, sagt er. Der Manager betreut Models, Schauspieler und Künstler – sein aktuell bekanntester Klient: „Honey“. Sein Schützling sorgte die letzten vier Tage vor seinem Ausscheiden für reichlich Gesprächsstoff in der RTL-Sendung. Der Auslöser: Das Model weigerte sich, an einer „Team-Dschungelprüfung“ teilzunehmen. Die von Show-Mitarbeitern angebrachte Konstruktion saß ihm zu eng um den Hals. Er sagte breitgrinsend die berühmten Worte „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ und erntete dafür reichlich Spott von den Moderatoren.

Streit im Dschungelcamp

Die meisten seiner Campkollegen zeigten für „Honeys“ Entscheidung wenig Verständnis. Das ganze Team musste wegen ihm auf eine zusätzliche Essensration neben der üblichen Mahlzeit „Bohnen und Reis“ verzichten. Zudem waren die Voraussetzungen bei der Prüfung für alle Kandidaten gleich. Viele der Campbewohner vermuteten Absicht hinter der Aktion, um so noch mehr im Mittelpunkt stehen zu können.

Sein Manager erfährt schon mittags, was in Australien passiert ist. „Ich habe sofort meine Frau angerufen und gesagt: ‚Heute wird es eng‘“. Als die Sendung lief, stand Stosics Handy nicht mehr still. Binnen zwei Minuten hätte er mehr als 8800 Benachrichtigungen bekommen, erklärt er und fügt hinzu: „Von da an wusste ich, wie es ist, zu polarisieren.“ Stosic selbst steht dagegen nicht gerne im Mittelpunkt. Er ist lieber der Mann hinter seinen Stars und Sternchen. „Der Mensch kommt bei mir immer an erster Stelle“, sagt er. Der Manager setzt auf eine enge persönliche Beziehung zu seinen Schützlingen. Die Arbeitsweisen großer Konkurrenten sind nichts für ihn. „Die Agenturen haben meistens 2000 Models. Das ist wie in der Massenproduktion. Das finde ich schade“, sagt er.

Das ist Alexander „Honey“ Keen

  • Alexander Keen

    heißt mit gebürtigem Namen eigentlich Alexander Kühn und lebt in Frankfurt am Main. Um auf dem internationalen Showmarkt besser Fuß fassen zu können, entfernte er aus seinem Künstlernamen den Umlaut.

  • Seinen Spitznamen „Honey“ bekam der 34-Jährige von seiner damaligen Exfreundin Kim Hnizdo verpasst.

  • „Germany‘s next Topmodel“

    machte den 34-Jährigen schlagartig berühmt. Er war zu dieser Zeit mit der späteren Siegerin Kim Hnizdo liiert und wusste schon damals zu polarisieren.

  • In der ProSieben-Show verschaffte dem ehemaligen „Mister Hessen“ ein kurzes „Skype“-Gespräch mit Hnizdo den Durchbruch.

Der 31-Jährige will lieber Menschen mit Talent fördern oder sie wie im Fall Alexander Keens bei ihrem rasanten Aufstieg unterstützen. „Dem Alexander muss man nicht mehr allzu viel beibringen. Er ist ein intellektueller Mensch, er hat zwei Bachelor-Abschlüsse, er ist mit seinen 34 Jahren ein gestandener Mann, er war verheiratet und hat ein Kind“, sagt Stosic.

Aber auch der Manager weiß: „Honey“ ist noch nicht lange im großen Geschäft. Erst vor 13 Monaten wurde der ehemalige Unternehmensberater durch die ProSieben-Show „Germany’s next Topmodel“ bekannt. „Alexander ist sicher nicht als Prominenter in die Show gegangen. Er ist eine normale Person“, sagt Stosic.

Simon Stosic im Video-Interview:

Honey-Manager Simon Stosic im MZ-Gespräch

Anders als bei vielen seiner Campkollegen sind in Keens Lebenslauf keine Skandale bekannt. Damit das auch nach der Show so bleibt, hat Simon Stosic seinen Klienten gut auf Deutschlands größtes TV-Format vorbereitet. „Wir haben viel im körperlichen Bereich gemacht. Damit er die Strapazen aushalten kann. Wir haben eine Ernährungsumstellung durchgeführt. Bohnen und Reis führen nachweislich zu einem Kalorienentzug. Und dieser wiederum zu Aggressionen“, sagt der Manager. Stosic will unbedingt, dass sich sein Schützling in jeder Situation im Griff hat. Er überlässt nichts dem Zufall und schuftet hart dafür.

Der Regensburger hat zwei Jobs. Aktuell arbeitet er neben seiner Managertätigkeit im Vertrieb eines Softwareunternehmens. „Das ist mein richtiger Beruf“, sagt er. Er steht zwischen sechs und sieben Uhr auf, kümmert sich um seine Familie und fährt danach in die Arbeit. In die Welt der Stars und Sternchen taucht er erst später ein. „In der Regel arbeite ich dann noch bis zwei Uhr nachts. Ich bin ein Workaholic“, erklärt er.

Stosic hat Fuß in vielen Shows

Die Aufträge gehen dem Regensburger aktuell nicht aus. Seine Managementfirma erlebt einen Boom. Vor circa einem Jahr hat er seinen Nebenjob begonnen und schon jetzt bekommt er zu viele Anfragen. „Wir haben dafür aber keine Manpower. Wir sind am Limit“, sagt Stosic und erklärt: „Wir verhandeln aktuell mit elf verschiedenen Formaten.“ Die meisten Projekte seien aber noch nicht spruchreif, sagt er.

Lesen Sie auch: „Honey“ muss das Camp verlassen!

Fest steht: Mit Julia Prokopy schickt Stosic die aktuelle Miss Nürnberg in das Rennen um den Bachelor bei RTL. Dschungelkandidat „Honey“ wird bald wieder bei „VOX“ bei einer Spezial-Ausgabe des „Promi-Dinners“ zu sehen sein. Dass es „Honey“ in den australischen Dschungel verschlagen hat, war aber nicht der Verdienst des Managers. „Alexander hat das mit RTL selbst ausgehandelt“, erklärt er.

Alexander „Honey“ Keen und Simon Stosic kennen sich aus der Modelbranche. Der Frankfurter wollte den Regensburger bei seinem Dschungelprojekt als Mann hinter den Kulissen dabei haben, nachdem sich beide mehrmals miteinander getroffen hatten. In diesen Gesprächen wuchs Keens Vertrauen in Stosic. „Vielleicht fand er es aber auch einfach spannend, dass zwei Newcomer gemeinsam die große Nummer machen“, vermutet der Manager.

Vor dem Abflug nach Australien hat „Honey“ Keen unser Medienhaus besucht.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht