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Sozialausschuss

Schaden von 353 000 Euro im Michlstift

Das Haus hat bei der intensiven Nutzung durch 280 Asylbewerber gelitten. Stadt und Regierung müssen für Schäden aufkommen.
Von Heinz Klein, MZ

Das Michlstift diente in den letzten Monaten als Notfallunterkunft für Asylbewerber und unbegleitete Minderjährige.
Das Michlstift diente in den letzten Monaten als Notfallunterkunft für Asylbewerber und unbegleitete Minderjährige. Foto. MZ-Archiv

Regensburg.Das Bürgerstift St. Michael, vormals Pflegeheim für rund 70 Senioren, diente nun monatelang als Notfallunterkunft für rund 200 Asylbewerber und als Quartier für 80 unbetreute minderjährige Flüchtlinge. Die Notfallunterkunft wurde inzwischen aufgelöst und von den unbegleiteten Minderjährigen verbleiben 19 Jugendliche in zwei Wohngruppen im Michlstift, das ab 2017 ein Schutzhaus für Menschen in Not sein soll.

Das Gebäude hat unter dieser „Überstrapazierung“, wie Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarfischer sagte, gelitten. Bei der Aufnahme der Schäden wurde eine Regulierungssumme von 353 000 Euro ermittelt, die nun im Nachtragsplan zum Haushalt eingestellt werden muss, was für Diskussionen im Sozialausschuss sorgte.

Bis zu sechs Flüchtlinge in einem Zimmer

Im Michlstift wohnten über Monate bis zu 300 Menschen in relativer Enge und in einer angespannten Situation. Da ergebe sich natürlich eine Intensivnutzung mit entsprechenden Folgen, meinte der OB. Und natürlich sei von den jungen Leuten auch mal Fußball gespielt worden, wenn kein Aufseher vor Ort war. Da sei dann eben mal eine Deckenbeleuchtung heruntergeschossen worden.Es sei durch die Belegung des vormaligen Pflegeheims durch nun annähernd 300 Menschen einfach eine Überstrapazierung des Gebäudes gewesen, schilderte die Bürgermeisterin die Situation. Wo vorher zwei Senioren in einem Zimmer wohnten, hätten nun bis zu sechs Flüchtlinge gelebt. Das führe natürlich zu einer stärkeren Abnutzung der sanitären Anlagen und vielleicht auch zu Schimmelbildung. Kein Drama, meint dazu der Oberbürgermeister: Die Schäden werden repariert und danach folgt der Umbau des Michlstifts zum Schutzhaus für Menschen in Not. In dieser Funktion soll das Gebäude ab Januar 2017 dann zur Verfügung stehen.

Dagegen sprach im Sozialausschuss CSU-Stadtrat Hans Renter von einem Ruinieren des Bürgerstifts. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer warf Renter bei seinen Ausführungen einen „zündlerischen und populistischen Unterton“ vor und betonte, sowohl die städtischen Mitarbeiter als auch die ehrenamtlichen Helfer hätten hervorragende Arbeit geleistet. Renter dagegen versicherte, er habe als Sprecher der CSU im Sozialausschuss lediglich die in der Fraktion vorbesprochenen Fragen gestellt, aber keineswegs die Leistungen der städtischen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer schmälern wollen. Er habe wissen wollen, wie die Schäden entstanden seien, wer Aufsicht geführt habe, was die Sozialpädagogen dagegen unternommen hätten und warum nicht früher gegen die Zerstörungen vorgegangen worden sei. Bei der Vorbesprechung in der CSU-Fraktion sei man schon erstaunt gewesen, wie es zu so immensen Schäden in so kurzer Zeit gekommen sei, sagte CSU-Fraktionschef Herrmann Vanino. Eine Antwort darauf habe sich aus den Sitzungsunterlagen nicht ergeben.

Stadt und Regierung teilen die Schadensregulierung

Stadt und Regierung werden sich die Schadensregulierung nach einer Pro-Kopf-Verteilung aufteilen.Wie Markus Roth, Sprecher der Regierung, bestätigte, sollen 78 Prozent der Summe von der Regierung getragen werden, die für die Unterbringung von rund 200 Asylbewerbern im Michlstift zuständig ist. Die rund 80 unbegleiteten Minderjährigen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Stadt, die die restlichen 22 Prozent der Schadensregulierung übernehmen wird.

In der CSU-Fraktion sei man allerdings schon erstaunt über die Höhe der Schäden gewesen, sagte deren Sprecher Hermann Vanino. Deshalb wollte man genauere Auskünfte über die Art der Schäden. Nach Auskunft der Verwaltung ergeben sich notwendige Instandsetzungsarbeiten insbesondere die Erneuerung der Wand- und Deckenanstriche, Ausbesserung der Schäden an Wänden, Erneuerung der Bad- und Duschtüren, Überarbeitung der Parkettbeläge und des Terrakottabelags und die Reparatur oder Erneuerung des Sonnenschutzbehangs an Balkonen. Auch die Wandfresken im historischen Saal des Obergeschosses haben unter der neuen Nutzung gelitten und müssen teilweise restauriert werden.

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