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Stadt profitiert von den Festspielen

Ob Wirtschaft oder Image – Regensburg hat viel vom Kultur-Event im Schloss. Vor allem Gäste aus Österreich fahren darauf ab.
Von Heike Haala, MZ

Das Schloss, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und natürlich die großen Stars auf der Bühne – all das zieht die Gäste magisch an.
Das Schloss, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis und natürlich die großen Stars auf der Bühne – all das zieht die Gäste magisch an. Fotos: altrofoto.de

Regensburg.Heute Abend ist es wieder soweit: Die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele starten mit Giacomo Puccinis Oper „La Bohème“ zu einem zehntägigen Konzertmarathon, während dem ein kulturelles Highlight das nächste jagen wird. Stars, wie die französische Nouvelle-Chanson-Sängerin Zaz, der „Tiger“ Tom Jones oder Startenor Placido Domingo werden in den kommenden eineinhalb Wochen auf der markanten Bühne mit dem transparenten Rundbogendach im Hof von Schloss St. Emmeram, Petersweg, stehen und brillieren. Das Schloss, die fürstliche Familie mit ihren Gästen und natürlich die Stars, die der Veranstalter Odeon-Concerte für die Auftritte ins Schloss holt – das ist eine bestechende Kombination, von der auch die Stadt Regensburg profitiert.

„Seien wir froh, dass wir die Schlossfestspiele haben“, sagt Kulturreferent Klemens Unger. In dem, was Impresario Reinhard Söll im Fürstlichen Schloss alljährlich auf die Beine stellt, sieht der Kulturreferent neben einer Bereicherung des kulturellen Angebots in der Stadt auch einen Wirtschaftsfaktor.

Konzert, Shopping, Diner

„Die Gäste von außerhalb kommen nicht nur zu den Schlossfestspielen“, sagt er. Viele bleiben ein paar Tage und lassen es sich in Regensburg gut gehen: Ein Konzertbesuch auf dem Schloss, ein schickes Hotel mit allem Pipapo, eine Shopping-Tour, bei der die Gäste auch gleich den Anzug oder die Abendrobe für den Opernbesuch aufgabeln, gut essen und stylisch ausgehen – so läppert sich beim Citytrip nach Regensburg zur Festspielzeit ein stattlicher Betrag zusammen, den die Besucher in der Stadt lassen. „Deswegen profitieren die Gastronomie und der Einzelhandel von den Schlossfestspielen“, sagt Unger. Sabine Thiele, Geschäftsführerin der Regensburg Tourismus GmbH (RTG), geht davon aus, dass etwa die Hälfte der jährlich knapp 30 000 Festivalgäste von außerhalb in die Stadt kommt. Die Besucher bleiben ihrer Auskunft nach im Schnitt zwei Nächte in Regensburg und geben dabei mehr als 150 Euro pro Tag aus.

Kulturreferent Unger und RTG-Chefin-Thiele sehen zudem den positiven Effekt, den das Festival auf das Image Regensburgs hat. Die Schlossfestspiele haben sich laut Thiele zu einem wichtigen Werbeargument für die RTG entwickelt. „St. Emmeram und die Familie Thurn und Taxis genießen weltweit ein positives Image“, sagt sie. In Kombination mit dem kulturellen Programm, das jährlich zehn Tage im Juli auf dem Schloss geboten ist, hat sie mit den Festspielen ein reizvolles Angebot im Repertoire Regensburgs. Geradezu unwiderstehliche Wirkung hätte die Kombination aus Schloss und Kultur im Übrigen auf die Österreicher. „Da brauche ich nur ,Thurn und Taxis’ und ,Schlossfestspiele’ sagen und die flippen aus“, sagt Thiele. Im Land der ehemaligen Donaumonarchie gelte ein Besuch bei den Thurn-und-Taxis-Schlossfestspielen als „Sahnehäubchen“.

Der einzigartige Mix macht’s

Festival-Impresario Reinhard Söll sieht mehrere Aspekte, die das zehntägige Event zu einem weichen Standortfaktor haben werden lassen: „Mit den Schlossfestspielen haben wir etwas ganz besonderes in Regensburg“, sagt er. Etwa sind die Schlossfestspiele kein monothematisches Festival, wie die Traditionsveranstaltungen in Bayreuth oder Salzburg. „Wir mischen die Musikstile stattdessen fröhlich und offen zusammen“, sagt er. Zudem lässt auch die Location das Event zum Erfolg werden: „Das Schloss ist ja keine Kulisse, sondern ein bewohntes Gebäude“, sagt Söll. Eine Kombination, die nicht nur die Regensburger und viele Gäste von außerhalb magisch anzieht, sondern auch Prominenz in die Domstadt lockt. In diesem Jahr wird etwa die Jazz- und Produzenten-Legende Quincy Jones auf Einladung von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ab Sonntag für einige Tage auf dem Schloss erwartet. Impresario Söll geht davon aus, dass Jones auch Konzerte besuchen wird.

Auch OB Joachim Wolbergs zeigt sich auf Nachfrage der MZ begeistert vom Spektakel im Schloss: „Die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele gehören zu den kulturellen Highlights und haben eine Strahlkraft weit über unsere Stadtgrenzen hinaus.“ Das Festspielprogramm, die international bekannten Künstler und natürlich die prominente Schirmherrin, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, haben Regensburg in den Augen des OB zu einem Hotspot der Open-Air-Festspiele in Deutschland gemacht. „Ich bin dankbar und froh darüber, dass wir seit acht Jahren diese Festspiele in Regensburg veranstalten und dadurch zahlreiche Gäste in unsere Stadt locken, die oftmals länger als einen Tag bei uns bleiben“, sagt Wolbergs.

Tipps gegen die Hitze

  • Fächer:

    Das erste Bild der Eröffnungsoper „La Bohème“ spielt zwar an Weihnachten, die Gäste im Schloss werden heute Abend bei Temperaturen jenseits der 30 Grad aber ordentlich in ihrer Abendgarderobe schwitzen. Ein Fächer passt nicht nur herrlich zum Schlossambiente, sondern verschafft auch ein wenig Kühlung.

  • Coldpack:

    Während die armen Künstler aus „La Bohéme“ am Anfang des Stückes frierend vor einem nicht funktionierenden Ofen kauern, sehnen sich die Gäste heute Abend vermutlich nach ein wenig Abkühlung. Der dezenteste Weg, sich diese zu verschaffen, ist ein Coldpack. Eingeschlagen in ein Taschentuch, hilft er gegen die Hitze.

  • Handventilator:

    Er ist nicht so elegant wie ein Fächer, hilft aber auch gegen die tropische Hitze und sorgt für mindestens so viel Wirbel wie Mimì im Leben des Autors Rodolfo in der Oper „La Bohème“: ein kleiner Handventilator. Wer zu Hause testet, ob er nicht zu laut ist, kann zudem sicher sein, die Sitznachbarn nicht zu stören.

  • Wasser:

    Die vier armen Künstler in der Oper wollen ihren traurigen Weihnachtsabend schließlich retten, indem sie zu einer Flasche Rotwein greifen. Davon sollten die Gäste, die im Schloss unter der Hitze leiden, aber tunlichst absehen. Auf jeden Fall sollten sie aber darauf achten genügend Wasser zu trinken, wenn es heiß ist. (la)

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