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Umwelt

Stadt setzt sich für Mehrwegbecher ein

Bundesweit landen stündlich 320 000 Kaffeebecher im Müll. In Regensburg wird nun die Aktion „Coffee to go again“ unterstützt.
Von Anna Jopp, MZ

Es geht auch ohne Einwegbecher: Bürgermeister Jürgen Huber (links) und Umweltamt-Leiter Rudolf Gruber überreichten Thermosbecher und Aufkleber an teilnehmende Cafés und Bäckereien.
Es geht auch ohne Einwegbecher: Bürgermeister Jürgen Huber (links) und Umweltamt-Leiter Rudolf Gruber überreichten Thermosbecher und Aufkleber an teilnehmende Cafés und Bäckereien. Foto: Jopp

Regensburg.Ob morgens auf dem Weg zur Arbeit oder unterwegs beim Einkaufsbummel in der Stadt: Wenn es schnell gehen muss und der tägliche Koffein-Kick nicht ausbleiben soll, greifen immer mehr Deutsche zum Kaffeebecher zum Mitnehmen. Coffee to go ist bequem – und fatal für die Umwelt: Jede Stunde landen laut Angaben der Deutschen Umwelthilfe bundesweit etwa 320 000 Kaffeebecher im Müll.

In Regensburg soll sich das ändern: An grünen Aufklebern mit der Aufschrift „Coffee to go again“ sollen Kunden in Zukunft auf den ersten Blick erkennen, welche Cafés und Bäckereien statt der Einwegbecher auch mitgebrachte Tassen und Becher mit Kaffee befüllen. Mit die ersten dieser Aufkleber verteilten Grünen-Bürgermeister Jürgen Huber und Rudolf Gruber, Leiter des Regensburger Umweltamtes, am Montag an die Gäuboden-Bäckerei am Hauptbahnhof, das „Milchschwammerl“ an der Albertstraße, Pauls Boutique am Dachauplatz und an die Kaffeerösterei Rehorik am Brixener Hof. Bereits seit April ist der Aufkleber in der Bäckerei Brunner in Burgweinting zu sehen und wirbt dort für Mehrwegbecher. Den Betreibern der teilnehmenden Cafés überreichten Huber und Gruber nun zudem je zehn Thermosbecher mit dem Logo der Stadt Regensburg, die an Stammkunden weitergegeben werden können.

„Das Einsparpotential ist riesig.“

Bürgermeister Jürgen Huber

Mit der symbolischen Aktion wolle man die Bevölkerung auf die Vorteile von Mehrwegbechern aufmerksam machen. „Die sind langfristig nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel“, sagte Gruber. Bürgermeister Huber fügte hinzu, dass die meisten Einwegbecher nicht etwa aus Pappe, sondern aus einem nicht wiederverwertbaren Verbundmaterial bestünden. „Die kommen direkt nach Schwandorf in die Müllverbrennungsanlage.“ Allein in den 313 Abfallbehältern in der Altstadt fielen täglich insgesamt 4,6 Tonnen Müll an. „Das Einsparpotential ist riesig!“ Im Laufe des Jahres seien daher noch weitere Aktionen zum Thema Abfallvermeidung geplant.

Die Aktion „Coffee to go again“ wurde ursprünglich von der Münchener Studentin Julia Post ins Leben gerufen und ist in der Landeshauptstadt bereits weit verbreitet. Frei nach dem Motto „weniger Müll, mehr Lebensqualität“ habe man die Kampagne nun auch nach Regensburg geholt, so Huber. Teilnehmende Betriebe können im Rahmen der Kampagne registriert werden und sollen dann auf einer Online-Karte und in einer App für das Smartphone abrufbar sein. Langfristig sollen sich so immer mehr Cafés an der Aktion beteiligen.

„Wir haben schon immer auch mitgebrachte Behälter befüllt, bis jetzt haben wir das einfach nicht beworben“, sagte Klaus Gobel von der Gäubodenbäckerei Hahn. Mit der „Coffee to go again“-Aktion, so hoffen die Organisatoren, werden sich nun noch mehr Kunden trauen, ihre eigenen Becher befüllen zu lassen.

Mehrweg statt Einweg: Immer mehr Lokale belohnen das Mitbringen von Gefäßen mit satten Rabatten – auch in Regensburg. Mehr zum Thema lesen Sie hier!

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