MyMz
Anzeige

Theater

Superhelden kämpfen gegen Drogen

Im W1 gab die Regensburger Stadträtin Tina Lorenz ihr Regie-Debüt. Die Inszenierung von „Superman ist tot“ kam an.
Von Lena Schroeder, MZ

Karl (Philipp Adam) und Luisa (Henriette Heine) lieben Superhelden.
Karl (Philipp Adam) und Luisa (Henriette Heine) lieben Superhelden. Fotos: Lena Schröder

Regensburg.Zu dir oder zu mir, will Luisa wissen, als sie Karl kennenlernt. Das ist auch schon die einzige Frage, bei der die beiden einer Meinung sind. Während sie auf Star Wars steht, mag er Star Trek. Karl vergöttert die Helden des Marvel-Universums, sie steht auf DC Comics. Ihre Liebe zu Superhelden ist der Beginn und Grundstein einer explosiven Liebesgeschichte.

Selbst als Karl Luisa beichtet, dass er ein Junkie ist, hält sie zu ihm. Beide wollen nicht ohne den anderen leben. „Du findest leichter jemanden, der dir richtig hartes Zeug verkauft, als jemanden, der dich glücklich macht“, sagt Karl. Als Luisa klar wird, dass sie Karl nicht helfen kann und dieser sich auch nicht helfen lassen will, stürzt sie sich mit ihm zusammen in einen gefährlichen Drogenrausch.

Als Apothekerin ist es für sie einfach an die Stoffe ranzukommen, die Karl einwirft. Obwohl beiden klar ist, in welcher Gefahr sie sich befinden, können sie nicht von den Drogen lassen. Beide stehen einfach zu sehr darauf, sich im Rausch in ihre Lieblingscomichelden zu verwandeln. Gemeinsam fühlen sich sie sich unbesiegbar. Am Ende des Comics wird immer alles gut, sagt Luisa zu Karl. Doch ist das auch im wahren Leben so?

Lorenz verzichtet auf Holzhammer

Holger Schobers Zweipersonenstück „Superman ist tot“ hatte es Regisseurin Tina Lorenz schnell angetan. „Ich wollte ein Stück machen, bei dem jemand ein Superheld sein will, es aber nicht sein kann“, antwortet Lorenz auf die Frage, wieso sie sich ausgerechnet für dieses Stück entschieden hat. Die Stadträtin lehrt an der Akademie für Darstellende Kunst in Regensburg. „Ich wollte etwas machen, das Spaß macht“, erklärt Lorenz. „Ich wollte kein Stück mit Holzhammer-Message, der Spaß sollte im Vordergrund stehen.“ Während im ersten Teil der Geschichte Lacher noch häufig vorkommen, werden diese im Verlauf immer weniger, bis sie den Zuschauer letztendlich nachdenklich zurücklassen.

Nicht nur mit der Auswahl des Stückes bewies Lorenz ein gutes Händchen, sondern auch mit der Wahl der Schauspieler. „Meine Entscheidung war eindeutig. Die beiden passen einfach super auf ihre Rollen“, sagt sie.

Theaterpädagogin und Stadträtin Tina Lorenz gab mit Superman ist tot ihr Debüt als Theaterregisseurin.
Theaterpädagogin und Stadträtin Tina Lorenz gab mit Superman ist tot ihr Debüt als Theaterregisseurin.

W1 garantiert freie Theaterszene

Henriette Heine und Philipp Adam, die Karl und Luisa spielen, besuchen die Abschlussklasse der Akademie für Darstellende Künste. Obwohl beide dort zeitlich stark eingebunden sind, probten sie seit den Sommerferien nebenbei für „Superman ist tot“. Am vergangenen Montag fand die erste Probe auf der Bühne im W 1 statt. „Ich bin extrem dankbar, dass wir hier spielen dürfen“, sagt die Regisseurin Tina Lorenz. „Ohne das W 1 gäbe es keine freie Theaterszene in Regensburg.“ Weitere Vorführungen finden im November und Dezember statt.

Spielplan

  • Vorstellungen:

    Aufführungen sind am 12. (Donnerstag), am 25. (Mittwoch), 26. (Donnerstag) und am 28. (Samstag) November. Weitere Vorstellungen gibt es am 3. (Donnerstag) und am 9. (Mittwoch) Dezember.

  • Beginn:

    Beginn der Vorstellung ist jeweils um 19.30 Uhr im W1 – Zentrum für junge Kultur.

  • Besonderheit:

    Erst gucken, dann zahlen: Bezahlt wird für den Abend nach dem Theaterstück. Zwischen fünf und zehn Euro – je nachdem, was der Geldbeutel zulässt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht