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Veranstaltung

Toller Ausblick beim Ostengassenfest

Drei Tage ging es in Regensburg rund. Auf den Bühnen steppte der Bär, viele Besucher bewunderten die alte Straßenbahn.
Von Daniel Steffen, MZ

Drei Tage lang wird rund um die Ostnerwacht gefeiert. Musik, Kulinarisches und eine historische Straßenbahn ziehen die Besucher an.

Regensburg.Zumindest für drei Tage war sie zurück in der Ostengasse: Die Regensburger Tram war speziell für das Ostengassenfest an ihren alten Wirkungsort zurückgebracht worden. Die Linie Domplatz-Schlachthof verlief dort, wo nun am Wochenende Tausende Besucher tüchtig feierten. Freilich führte ihr Weg auch durch das Ostentor hindurch, dem Wahrzeichen der östlichen Altstadt. Nur einen Steinwurf vom Turm entfernt, zog jener letzte original erhaltene Straßenbahnzug viel bewundernde (und manchmal auch wehmütige) Blicke auf sich.

Klarer Fall: Für die Besucher des Ostengassenfestes war das historische Vehikel eine der Attraktionen an einem Wochenende voller Unterhaltung und Abwechslung. Bereits zum Festauftakt am Freitagnachmittag stiegen die ersten Besucher in das ausrangierte Fahrzeug ein und nahmen auf einem der nostalgischen Sitze Platz. Die Aktion möglich gemacht hat die „Interessengemeinschaft Historische Straßenbahn Regensburg“, die von Freitag bis Sonntag fleißig um Unterstützung für die anvisierte Restaurierung des Straßenbahnzugs warb.

38 Meter hoch ging es hinauf

Wer auf dem Ostengassenfest noch tiefer in die Historie tauchen wollte, konnte dies nur wenige Schritte weiter tun. Im halbstündlichem Turnus bot der Verein „KultTouren“ Führungen durch das 38 Meter hohen Ostentor an. Für englischsprachige Interessenten gab es sogar Extra-Rundgange durch das um das Jahr 1300 erbaute Gebäude.

Die historische Tram ist eine der Attraktionen beim Ostengassenfest.
Die historische Tram ist eine der Attraktionen beim Ostengassenfest. Foto: Steffen

„Das Ostentor ist eines der schönsten gotischen – und eines der am besten erhaltenen – Stadttore in Deutschland“, sagte Gästeführerin Ann Hiley im Gespräch mit unserer Zeitung. „Einst wohnten im Turm ärmere Leute in sehr spärlichen Verhältnissen.“ Fließend Wasser habe es nicht gegeben – und auch das Licht sei im Turm nur sehr spärlich gewesen.

Und: Ein Plumpsklo habe als Toilette „in den sehr kleinen Wohnungen“ genügen müssen. Für die Erwachsenen kostete die Führung drei Euro, für Kinder 1,50 Euro. Ferner gab es ein Familienticket für sechs Euro. Alle Einnahmen kamen den Sozialen Initiativen als Veranstalter des Ostengassenfestes zugute.

Auch Foto-Liebhaber kamen auf ihre Kosten: Im obersten Stockwerk des Turms war das Fenster geöffnet, so dass die Besucher dort mit einem fantastischen Ausblick beziehungsweise einem tollen Bildmotiv belohnt wurden.

Ein vielfältiges kulturelles Programm mit Musik und Tanz begleitete das Fest. So gaben sich zum Festauftakt auf der kleinen Bühne die „Ruam“ die Ehre, die singend ihre Sozialkritik laut werden ließen. Am Abend dann waren es die Musiker von „Hacklberry Finn“, die auf der Bühne abrockten. Zeitgleich ließen es die „Rockomotive Breath“ auf der großen Bühne an der Donaulände krachen.

Straßenmusiker unterwegs

Auch der Samstag startete vielversprechend: So wies das Teakwon-Do-Center in der Ostengasse die Zuschauer in die Welt der Kampfkünste ein, während das Papadakis-Duo am Ostentor volkstümliche griechische Musik spielte. Dort hatten Straßenmusiker drei Tage lang die Oberhand.

Ostengassenfest in Regensburg läuft

Der Fest-Samstag zeichnete sich ferner durch tänzerische Auftritte aus. Um 16 Uhr begeisterte die Faschingsgesellschaft Lusticania mit Gardetänzen, dem Prinzenpaarwalzer und ihrer anschließenden Show unter dem Motto „Im Himmel ist die Hölle los“. Dabei galt es, die Show auf der doch recht klein geratenen Bühne zu präsentieren. Dies meisterten die „Lusticanesen“ ohne große Mühe, wie auch danach die Tanzpaare des Tanzstudios Ritmo. An die 200 Besucher versammelten sich zu diesem Zeitpunkt um die Bühne herum. Viele zückten ihre Kameras und Smartphones, um die Ereignisse festzuhalten. Im Anschluss gab es für die Zuschauer orientalische Tänze des Ensembles zu bewundern.

Das Staatliche Bauamt gab am künftigen Museumsstandort Auskunft über das im Bau befindliche Museum der Bayerischen Geschichte. Rundgänge um das Baustellenareal wurden mehrfach angeboten. Für Speis und Trank war allseits gesorgt: Hier reichten die Angebote von den klassischen bayerischen Grillspezialitäten bis hin zu vietnamesischen Nudelgerichten, was ebenfalls den internationalen Charakter des Festes unterstrich.

Das Thema Flucht im Blick

Politische Inhalte kamen auf dem Ostengassenfest ebenso zur Sprache: So machte die BürgerInneninitiative Asyl die Festbesucher auf das Thema Flucht aufmerksam, ferner sammelte das Bündnis „Stop TTIP“ Unterschriften für ein Volksbegehren gegen das geplante europäisch-kanadisches Freihandelsabkommen CETA.

Auch für Kinder waren bei dem Fest viele Attraktionen geboten: So konnten sie sich beispielsweise auf dem Sportplatz des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums austoben.

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