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Soziales

Wie man Pasta und Inklusion macht

Bei der Afterwork-Nudel-Party ging es um das Thema Bildung. Beim gemeinsamen Kochen und Essen entstanden viele neue Kontakte.
Von Franziska Reng, MZ

Projektkoordinator Thomas Kammerl (li.) und Bildungsreferent Dr. Hermann Hage (re.) hatten viel Freude beim gemeinsamen Kochen.
Projektkoordinator Thomas Kammerl (li.) und Bildungsreferent Dr. Hermann Hage (re.) hatten viel Freude beim gemeinsamen Kochen. Foto: Reng

Regensburg.Als die Gäste, die Thomas Kammerl an diesem Abend zur „After-Work-Nudel-Party“ geladen hat, die Kochschule von „Küche Aktiv“ betreten, steigt ihnen bereits der leckere Geruch von frischem Spargel und Pesto in die Nase, denn der Gastgeber selbst steht bereits am Herd und schwingt eifrig den Kochlöffel. Als Projektkoordinator von „Regensburg inklusiv“ ist es für ihn bereits die dritte Veranstaltung dieser Art: Nach Abenden zum Thema „Arbeit“ und „Wohnen“ steht heute alles im Zeichen von „Schule und Bildung“.

„Ich möchte, dass Betroffene nicht nur in Büros oder über Telefonate und Emails miteinander in Kontakt treten, sondern hier in einem etwas informelleren und gemütlicheren Rahmen ins Gespräch kommen und sich austauschen“, erklärt Kammerl. Große Unterstützung erhielt er dabei von Alex Müller, der als Netzwerk zwischen „Regensburg inklusiv“ und einzelnen Unternehmen vermittelte. So stand letztendlich mit der „Ökokiste Kößnach“ und dem „Weingut Döltl“ als Partner ein Essens- und Getränkesponsoring für die Nudelparty bereit. Und auch für die geeigneten Räumlichkeiten wurde gesorgt: „Ich finde es sehr schön, wenn in unserer Kochschule nicht nur kommerzielle Events, sondern auch Veranstaltungen zu einem guten Zweck stattfinden“, bekräftigte Stefan Pusch, Geschäftsführer von „Küche Aktiv“.

„Anders als bei den Bereichen Wohnen und Arbeit ist man in Regensburg ja im Zusammenhang mit Bildung schon auf einem guten Weg: Man hat das Problem erkannt und bereits erste Maßnahmen getroffen“, sagte Kammerl. Das kann unter anderem der Schulleiter der Hans-Hermann-Mittelschule Rainer Lacler bestätigen: „Bei uns gibt es in den Jahrgangsstufen fünf und sechs bereits Kooperationsklassen, in denen Schüler bei Bedarf von einem mobilen sozialen Dienst betreut werden. Wünschenswert wäre es natürlich, wenn dieses Projekt in den höheren Jahrgangsstufen fortgesetzt werden könnte“.

Unter den Anwesenden sind aber nicht nur Schulleiter, sondern auch Elternsprecher, Vertreter verschiedener Beratungsstellen, und Dr. Hermann Hage. Der Referent für Bildung, Sport und Freizeit bereitet Bärlauch-Pesto mit Pinienkernen zu. Er freut sich, dass er an diesem Abend mit denen ins Gespräch kommen kann, die er sonst nur in einem Umfeld treffen würde, „in dem die Hemmschwelle ein bisschen höher liegt“.

Und tatsächlich stehen letzten Endes alle Gäste um den Herd versammelt und jeder hilft mit. Während Stefan Rosner von der „Unabhängigen Beratungsstelle Inklusion“ Zitronensaft presst, schneidet Thomas Müller vom „Sonderpädagogischen Förderzentrum“ Gemüse. Nebenbei wird angeregt diskutiert, denn alle beschäftigt dasselbe Anliegen: Inklusion in Schulen und Bildungseinrichtungen noch gezielter zu fördern. Und wo könnte man bessere Lösungen finden als vor einem Teller selbst gemachter Pasta?

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