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MZ-Aktion

Wie sieht die Schule der Zukunft aus?

Auf Grundschülern lasten hohe Erwartungen. Bei der Regensburger Themenwoche fragt unser Medienhaus, was Kinder brauchen.
Von Marion Koller, MZ

  • Nachdenklicher Blick ins Buch: Auf Grundschüler kommt viel Neues zu. Eltern sollten sie nicht überfordern. Foto: dpa
  • Jan-Uwe Rogge ist Familien- und Kommunikationsberater und hat etliche Bücher über Kindererziehung und Familie verfasst. Er greift am Donnerstag, 9. Februar, um 20 Uhr im Leeren Beutel das Thema „Lasst Kinder träumen – Warum Fantasie wichtiger ist als Wissen“ auf. Offen und kreativ zu denken, sei entscheidend für die Entwicklung. Foto: Veranstalter
  • Daniela Dombrowski ist Sozialpädagogin und Buchhändlerin. Beim Vortrag von Dr. Hermann Scheuerer-Englisch am Dienstag, 7. März, um 20 Uhr zum Thema „Mit der Kraft der Bindung in die Schule – Mit der Liebe der Eltern lernen“ wird sie Bücher für Kinder vorstellen. Ort: Buchhandlung Dombrowski. Foto: Archiv/altrofoto.de

Regensburg.Schon Grundschüler stehen unter Druck. Sie sollen gute Noten und möglichst den Übertritt schaffen. Eltern und Lehrkräfte verlangen viel. Wo aber bleiben die Kinder mit ihren Gefühlen und Problemen? Wie können Mütter und Väter ihrem Nachwuchs den Schulalltag erleichtern? Wie sieht die Grundschule der Zukunft aus? Diesen Fragen geht unser Medienhaus mit zahlreichen Fachleuten bei einer MZ-Themenwoche nach: „Abenteuer Grundschule“ beginnt am 20. Februar. Wir werden den Unterricht in einer staatlichen und einer privaten Grundschule vergleichen, das Notensystem beleuchten, Lehrer Klartext reden lassen, Eltern zuhören und Forscher der Universität Regensburg zur Zukunftsschule befragen.

Hochkarätige Vorträge für Eltern

Im Vorfeld, ab 6. Februar, bieten Regensburger Experten eine hochkarätige Vortragsreihe. Fachlicher Berater der Reihe ist Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge. Mitveranstalter sind Ulrich Dombrowski von der gleichnamigen Buchhandlung, Ulrike Hecht, Regensburger Eltern, Ulrike Huhle von Montessori und Cornelia Wabra von der städtischen Volkshochschule.

Dr. Scheuerer-Englisch und sein Team kennen die elterlichen Sorgen. Sie beraten pro Jahr 700 Familien. „Mindestens 1400 Kinder kommen zu uns“, sagt der Diplom-Psychologe. In den letzten Jahren gehe es zunehmend um den Leistungsdruck in Schule und Elternhaus. „Nicht immer wird so gelernt, wie es den Kindern gut tut“, beobachtet Scheuerer-Englisch. „Was Eltern erwarten, überfordert die Grundschüler oft.“ Häufig drehe sich alles um die späteren gesellschaftlichen Chancen.

Doch Eltern hätten weniger eine Förderaufgabe, vielmehr sollten sie ihr Kind emotional unterstützen. Die Mädchen und Jungs kommen mit Aufmerksamkeitsdefizit, Konzentrationsschwächen, Mobbingängsten und psychosomatischen Beschwerden in die Beratung.

Mehr freies, wildes Spiel zulassen

Scheuerer-Englisch und die weiteren Kooperationspartner wollen aber nicht den Zeigefinger erheben. „Es gibt nicht nur richtig oder falsch“, betont der Familientherapeut. Die Vortragsreihe, die bereits im achten Jahr läuft, soll Eltern und Lehrkräften Impulse geben. Für die Veranstalter steht der Schüler im Mittelpunkt. Wie kann seine Lernlust gefördert werden und erhalten bleiben? Scheuerer-Englisch plädiert dafür, dass Kinder bis zum Alter von etwa zehn Jahren nicht jeden Nachmittag „verplant“ sein sollten. Freies, wildes Spiel trage entscheidend zur Entwicklung bei.

Eine weitere Kardinalfrage laute: Welche Spielräume haben die Lehrer, was können Eltern unternehmen, damit die Kinder ihre Grundschulzeit gut bewältigen? Gerade die Beziehung zu den Lehrkräften beeinflusse den Lernerfolg stark. Ein Lehrer, dem es gelingt, die Welt mit den Augen des Kindes zu sehen, habe schon gewonnen.

Margret Rasfeld leitete die Evangelische Gemeinschaftsschule Berlin-Zentrum. Die vielfach ausgezeichnete Bildungsinnovatorin inspiriert und berät mittlerweile unzählige deutsche Schulen. Sie spricht am Montag, 6. Februar, um 20 Uhr in der Buchhandlung Dombrowski am St.-Kassians-Platz zum Thema „Wie soll Schule sein?“ Foto: Veranstalter
Margret Rasfeld leitete die Evangelische Gemeinschaftsschule Berlin-Zentrum. Die vielfach ausgezeichnete Bildungsinnovatorin inspiriert und berät mittlerweile unzählige deutsche Schulen. Sie spricht am Montag, 6. Februar, um 20 Uhr in der Buchhandlung Dombrowski am St.-Kassians-Platz zum Thema „Wie soll Schule sein?“ Foto: Veranstalter

Den Auftakt der Vortragsreihe übernimmt die frühere Berliner Schulleiterin und Mitbegründerin der Initiative „Schule im Aufbruch“, Margret Rasfeld, am 6. Februar. Sie setzt sich dafür ein, dass Schulen den Kindern ermöglichen, ihre Talente zu entdecken und ihr Potenzial zu entfalten. Die erfahrene Praktikerin zeigt Wege zur Lernlust auf.

Am 9. Februar spricht Familienberater Jan Uwe Rogge, der wenig von intellektueller Frühförderung, aber viel von kindlicher Fantasie hält. Das magisch-fantastische Denken der Kleinen sei die altersgemäße Form, die Welt zu begreifen und Intelligenz zu entwickeln. Rogge möchte Eltern den Weg zur kreativen Welt ihrer Kinder weisen, der sie unbedingt Raum geben sollten.

Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, Familientherapeut und Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg Foto: F. Braunmiller
Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, Familientherapeut und Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg Foto: F. Braunmiller

Der Regensburger Familientherapeut Dr. Hermann Scheuerer-Englisch spricht am Dienstag, 7. März, zum Thema „Mit der Kraft der Bindung in die Schule – Mit der Liebe der Eltern lernen“. Seine Argumente: Die Schule stelle den Kindern Entwicklungsaufgaben, die sie selbst meistern müssen. Erwartungen und Haltungen der Eltern könnten das Lernen begünstigen oder erschweren.

Den Höhepunkt von Vortragsreihe und MZ-Themenwoche bildet die Podiumsdiskussion „Herausforderung Grundschule – wie Kinder, Eltern und Lehrer gut durch die Schulzeit kommen“ am 21. Februar.

Anmeldung

  • „Herausforderung Grundschule

    – wie Kinder, Eltern und Lehrer gut durch die Schulzeit kommen“: Eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema veranstalten unser Medienhaus und die Partner am Dienstag, 21. Februar, um 20 Uhr im MZ-Verlagsgebäude.

  • Anmeldung bei der VHS bis 20. Februar unter Tel. 507-24 33 oder service.vhs@regensburg.de.

  • Podium:

    Christine Frey, Rektorin, Schule Burgweinting; Verena Hinrichs, Elternbeiratschefin, Kreuzschule; Mirjam Thurn, Konrektorin, Wolfgangsschule; Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, KJF. Moderatoren: die stellv. Leiter der MZ-Lokalredaktion, Ernst Waller und Andrea Fiedler. Die Debatte wird im MZ-Live-Stream übertragen.

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