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Verkehr

Wirte beklagen Verkehrssituation

Gastronome in der Regensburger Ostengasse leiden unter fehlenden Parkplätzen. Das „Hungarikum“ muss nun sogar schließen.
Von Curd Wunderlich, MZ

  • Den Restaurants in der Ostengasse wie dem „Hungarikum“ bleiben die Gäste aus. Foto: Wunderlich
  • Nahe des Ostentors gibt es eine neue Abbiegespur. Foto: Wunderlich

Regensburg.Die Lokalbetreiber in der Ostengasse haben große Sorge, weil ihnen die Gäste ausbleiben: „Selbst, wenn ich Freunde einlade, mich doch mal im Brandl Bräu zu besuchen, ist deren erste Frage, wo sie denn parken sollen“, verdeutlicht Muk Röhrl, Geschäftsführer des Wirtshauses in der Ostengasse, die Situation, die ihn genauso beschäftigt, wie die umliegenden Geschäftstreibenden. Die Verkehrs- und Parkplatzsituation in der östlichen Altstadt ist bei ihnen schon lange ein Thema. Getan hat sich aus Sicht verschiedener Wirte aber bislang zu wenig.

Für Kerstin Hoster, Pächterin des Restaurants „Hungarikum“, hat die Stadt gar so sehr versagt, dass sie ihr Lokal Anfang Mai endgültig schließen muss. Mehrfach hatten sie und ihr Partner Roland Barna sich an das Rathaus gewandt und Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Dabei seien sie aber auf Granit gestoßen, sie fühlen sich allein gelassen. Dennoch ist Hoster sich bewusst, dass nicht allein die Situation am Donaumarkt der Grund für die Restaurantaufgabe ist: Auch der fehlende Außensitz spiele eine große Rolle, gibt sie zu.

Bereits im Juni 2014 schrieben die „Hungarikum“-Pächter erstmals an Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Darin kritisierten sie, dass die Stadt den Donaumarkt gesperrt hat, ohne für Ersatzparkplätze zu sorgen. Auch die einseitige Sperrung der Eisernen Brücke sei ein Teil des Problems: So können ihre Gäste von der Innenstadt aus nicht mehr in die Wöhrdstraße gelangen, um dort zu parken.

Dem schließen sich die gastronomischen Nachbarn an. Brandl-Bräu-Wirt Röhrl moniert: „Man hätte erst für Ersatz sorgen müssen, bevor man einen Parkplatz wegreißt, der immer gebraucht wurde.“ Und auch Jaswant Singh vom „Taj Mahal“ hätte sich gewünscht, dass die Stadt „vor Baubeginn besser überlegt“ hätte.

Brandl Bräu nur noch am Abend?

In der Ostengasse führt die Verkehrsführung zu Problemen.
In der Ostengasse führt die Verkehrsführung zu Problemen.

Das Rathaus sieht ein, dass die Baustelle am Donaumarkt und der damit verbundene Eingriff in die Verkehrsführung sowie die Verringerung der Parkmöglichkeiten die Einzelhändler, die Gastronomen und Gewerbetreibenden in der Ostengasse vor Herausforderungen stellt. So schließt nicht nur das „Hungarikum“. Muk Röhrl überlegt, sein Lokal unter der Woche mittags zu schließen: „Uns fehlen wegen der Baustelle 20 bis 30 Gäste, damit sich der Mittagstisch rechnet“, sagt er.

Verschiedene Ideen zur Erleichterung der Verkehrssituation erreichten die Stadt vor allem vor einer Bürgerinformationsveranstaltung am 1. Oktober vergangenen Jahres. Die Pächter des „Hungarikums“ und des Brandl Bräus vermuten, dass die Einladung zu dieser Infoveranstaltung – OB Wolbergs ließ sie den Gewerbetreibenden im Bereich des Donaumarkts am 17. August 2015 zukommen – auch eine Reaktion auf ihre E-Mails von Ende Juli sind. Hoster und Barna schlugen im Vorfeld der Informationsveranstaltung unter anderem die Schaffung neuer Parkplätze nach einer Neubewertung der Verkehrssituation vor. Sie waren überzeugt, es gebe „einige Stellen, die zusätzlich zum Parken genutzt werden können“. Insbesondere zielten die „Hungarikum“-Pächter dabei laut Schriftverkehr mit der Stadt auf Parkplätze ab, „die vor wenigen Monaten erstmals gesperrt wurden“.

Baustellen im Stadtosten

  • Museum:

    Die größte Baustelle im Bereich des Donaumarkts ist das Museum der Bayerischen Geschichte. Dessen Bau soll im Jahr 2018 abgeschlossen sein.

  • Einschränkungen:

    Das Rathaus teilt auf MZ-Anfrage mit, dass es aufgrund der Vielzahl an Baustellen immer wieder zu deutlichen – insbesondere verkehrlichen – Einschränkungen kommen wird. Diese könnten „bei einem so großen und komplexen Bauprojekt nicht gänzlich vermieden werden“.

  • Maßnahmen:

    Die Stadt hat unter anderem die Fahrbeckgasse und den Prinzenweg für Nicht-Anwohner geöffnet.

Aus dem Rathaus kommen auf MZ-Nachfrage vor allem Positivbeispiele, was Parkplätze angeht: So habe man „nachdrücklich darauf geachtet, die vorhandenen Kundenparkplätze gerade auch in der schwierigen Baustellenzeit stets aufrechtzuerhalten“. Damit meinen sie die mit Parkscheibe kostenfreien Kurzzeitparkplätze westlich der Einmündung in die Schattenhofergasse und die gebührenpflichtigen Kurzzeitparkstände östlich der Einmündung Schattenhofergasse. Zudem sei das absolute Halteverbot beim „Hungarikum“ in eine Ladezone umgewandelt worden.

„Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Wirt Muk Röhrl

Zudem forderten Hoster und Barna eine Änderung der Verkehrsführung, sodass die Ostengasse von der Innenstadt her erreichbar wird. Hier konnte die Stadt in der Zwischenzeit Abhilfe schaffen: Im November vergangenen Jahres wurde eine Linksabbiegemöglichkeit von der Gabelsbergerstraße in die Ostengasse eingerichtet.

Für Muk Röhrl ist diese Änderung aber nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Auf der Bürgerinformationsveranstaltung Anfang Oktober seien viele Versprechungen gemacht worden, von denen nur diese eine eingehalten worden sei, ärgert er sich.

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