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Wiedersehen

Klassentreffen in kleinem Kreis

Von ehemals achtzig Schülern der Pestalozzisschule in Regensburg kamen noch zwei zum Klassentreffen 2018.
Von Therese Wimmer

Freuten sich über das Wiedersehen: Willi Nirschl und Toni Kulzer. Foto: mwx
Freuten sich über das Wiedersehen: Willi Nirschl und Toni Kulzer. Foto: mwx

Regensburg.Vor 70 Jahren wurden sie aus der Pestalozzischule – benannt nach einem Schweizer Reformpädagogen des 19. Jahrhunderts – entlassen. Toni Kulzer und Willi Nirschl waren nun der echt harte Kern der Schulabgänger des Jahres 1948. Sie wissen, dass fünfzig der ehemaligen Schüler nicht mehr am Leben sind. Einige haben sie aus den Augen verloren. „Aber mit fünf der ehemaligen Klassenkameraden hatte ich schon gerechnet“, sagt Toni Kulzer, der die Treffen immer organisiert hat. Vierzig Jahre nach Schulende hatten sie sich das erste Mal wieder getroffen, damals noch in stattlicher Anzahl. Zehn Jahre später zum 50. Jahrestag gab es auch ein Treffen, das 60. haben sie sausen lassen. „Ja und jetzt nach 70 Jahren sind wir nur noch zu zweit.“ Sie brauchen nicht lange nachzudenken, was sie nach der Schule alles anstellten. „Wir haben halt so gerne Fußball gespielt.“ Es gab da die Klassen 8a und 8b, und jede hatte eine Fußballmannschaft. Am liebsten traten sie gegeneinander an. „Da waren echt gute Kicker darunter, die als Erwachsene in den Regensburger Fußball- und Sportclubs wie dem Jahn, dem RT (Regensburger Turnverein) oder dem Sportverein Walhalla noch einen Namen hatten.“ Ausrüstung hatten sie keine, nicht mal Schuhe. Beim Sport Schrott kauften sie Schuhe auf Raten, Rückzahlung eine DM im Monat.

Lehrstellen waren damals rar. „Einer unserer Lehrer hat sich so um uns gekümmert, zum Schluss hatten doch alle eine Lehrstelle“, erzählen sie. Der spätere Geschäftsführer des DEZ, Max Vielberth, war in der Klasse. Ein Abgänger wurde Prokurist bei Thyssen-Krupp. „Mit 14 Jahren habe ich mit der Ausbildung begonnen, insgesamt habe ich 64 Jahre gearbeitet, davon 41 Jahre im Stadtlagerhaus“, erinnert sich Willi Nirschl. Bis zum 78. Lebensjahr hat er gearbeitet. Heute hält er sich mit Gartenarbeit fit. „In der Zeitung lese ich immer die Todesanzeigen und wenn ich nicht dabei bin, freue ich mich“, sagt er mit verschmitztem Lächeln. Dann kommt von beiden ein übereinstimmendes Bekenntnis: „Dass wir uns so gut gehalten haben, verdanken wir vor allem unseren Frauen.“

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