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Krankenhaus

Operation am Herzstück von St. Josef

Bei laufendem Betrieb wurde umgebaut. Nun konnten die neuen Räume am Caritaskrankenhaus in Regensburg eingeweiht werden.
Von Hannah Mages

Diakon Michael Weißmann (l.) und Nicolas von Oppen weihten die neuen Räume mit einer Segensfeier ein. Foto: Lex
Diakon Michael Weißmann (l.) und Nicolas von Oppen weihten die neuen Räume mit einer Segensfeier ein. Foto: Lex

Regensburg.Wie eine Operation am offenen Herzen, so verglich Nicolas von Oppen die Bautätigkeiten, die im Krankenhaus St. Josef in den letzten Monaten getätigt wurden. Im Zuge des Neubaus der Notaufnahme wurden zentrale Räumlichkeiten im Hauptgebäude frei, die seit April 2018 durch Baumaßnahmen optimiert werden sollten. So sind jetzt unter anderem die Bereiche der Funktionsdiagnostik sowie die Radiologie und Proktologie in den neu strukturierten Räumen eingezogen.

Der Geschäftsführer des Caritaskrankenhauses zeigte sich sichtlich erfreut über die gute Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern und dem Bauteam: „Mein Dank gilt allen Ärzten, Pflegern und dem gesamten Personal sowie unserem Bauleiter Thomas Wastl, der es mit seiner guten Planung geschafft hat, den Umbau für alle gleichermaßen verträglich zu gestalten.“ Denn der Umbau unterlag einer besonderen Schwierigkeit: Er musste im laufenden Betrieb des Krankenhauses erfolgen. „Im Herzen eines großen Krankenhauses sollte eine Baustelle entstehen. Und die sind bekanntermaßen laut und vor allem auch dreckig. Der Behandlungsalltag in einem Krankenhaus muss aber natürlich hygienisch und sauber sein, und auch Ruhe ist besonders für die Patienten wichtig“, erklärte Thomas Wastl. Daher musste er gemeinsam mit seinem Team dafür sorgen, dass der Umbau zu möglichst wenigen Einschränkungen im Krankenhaus St. Josef führte.

Baustelle mit Tunnel

Geschäftsführer Nicolas von Oppen (links) würdigte das Engagement aller Mitarbeiter. Foto: Lex
Geschäftsführer Nicolas von Oppen (links) würdigte das Engagement aller Mitarbeiter. Foto: Lex

Vor allem am Knotenpunkt des Gebäudes, der Verbindung des Haupthauses mit der neuen Notaufnahme, wurde das Bauteam vor eine Herausforderung gestellt. Denn eine Sperrung dieser Verbindung hätte zu erheblichen Umwegen und Zeitverlusten für das medizinische Personal und die Patienten geführt – was im Ernstfall über den Erfolg einer Behandlung entscheiden kann. Daher überlegte man sich eine kreative Lösung: „Mithilfe eines Tunnels, der direkt über dem Verbindungsweg angelegt wurde, konnten wir anfallenden Abraum der Baustelle relativ geräuscharm abtransportieren.“ Dieser Tunnel war dann für sechs Wochen die Arbeitsstelle der Handwerker, die für ihre Arbeiten nur wenig Platz zur Verfügung hatten.

„Unsere Patienten sollen sich bei uns willkommen fühlen!“

Nicolas von Oppen, Geschäftsführer

„Der Tunnel über den Köpfen der Patienten war sehr niedrig, teilweise mussten unsere Mitarbeiter im Liegen arbeiten“, so Wastl weiter. Auch die Neugestaltung der umgebenden Flure war nicht einfach, denn sie dienen dem Krankenhaus als wichtige Versorgungswege. „Die Flure sind wie Arterien, ohne sie können die Abläufe im Krankenhaus nicht zeitarm erfolgen, daher durften sie nicht unterbrochen werden.“ Damit die Patienten bei diesen Umbaumaßnahmen möglichst wenig Lärm abbekamen, musste das Team des Architekturbüros Leinhäupl und Neuber (ALN) seine Arbeitszeiten an die Abläufe des Krankenhauses anpassen. Teilweise waren hierzu Schichten nur auf den Vormittag begrenzt oder konnten nur am Wochenende ausgeführt werden.

Trotz dieser besonderen Umstände verliefen die Bauarbeiten wie geplant und ohne größere Zwischenfälle. Davon zeigte sich auch Prof. Dr. Olaf Ortmann beeindruckt, der in seiner Rede am Donnerstag die gelungene Gestaltung der neuen Räumlichkeiten hervorhob.

Umgebung schafft Vertrauen

Durch die offene Form der neuen Zentralen Patientenaufnahme sei eine vertrauensschaffende Umgebung entstanden, die man zum Nutzen der Patienten auch weiterhin positiv gestalten möchte. „Eine schöne Umgebung allein macht aber noch keine gute Medizin. Erst wenn diese mit Menschen hinterlegt ist, die Vertrauen schaffen, können sich unsere Patienten bei uns wohlfühlen. Und das ist das Wichtigste“, hielt der ärztliche Direktor fest.

Ganz in diesem Sinne waren auch die zentralen Wünsche, die in der anschließenden Segensfeier von Diakon Michael Weißmann vorgetragen wurden. „Die Patienten, die hierher kommen müssen uns erst einmal vertrauen, und das kann nur gelingen, wenn ihnen ihr Gegenüber vertrauensvoll erscheint“, so der Diözesan-Caritasdirektor in seiner Predigt. Und dieses Vertrauen sei vor allem auch durch den Segen Gottes möglich, der im Anschluss mit einer Kreuzsegnung für die neuen Räume erbeten wurde.

Auch Weißmann würdigte die neue Gestaltung. Für ihn sei das Krankenhaus wie ein edler Diamant, der mit dem Neubau der Zentralen Notaufnahme und der Neugestaltung der ambulanten Räumlichkeiten einen neuen Schliff bekommen habe. Das Herzstück des Hauptgebäudes könne so in neuem Glanz erscheinen. Und dieser zeige sich vor allem auch im Bereich der Zentralen Patientenaufnahme, die mit einem offenen Tresen aus Kunststein umgesetzt wurde. Gemeinsam mit der weißen Farbgestaltung und dem hellen Lichthof könne so eine angenehme Atmosphäre geschaffen werden, erklärte Klaus Köstler (ALN), der für die Gestaltung zuständig war.

Die Umbaumassnahmen

  • Drei Millionen Euro:

    So viel wurde für die Umbaumaßnahmen im Haupttrakt des Krankenhauses investiert. Damit konnten bestehende Räumlichkeiten aufgewertet und neue Gerätschaften finanziert werden.

  • Funktionsdiagnostik:

    Innerhalb des Umbaus, der von April bis Dezember 2018 erfolgte, wurden die Bereiche der internen Funktionsdiagnostik (mit Belastungs-EKG, Cardio-Echo und Abdomen Sonographie), und der Radiologie in die Räume der ehemaligen Notaufnahme eingebracht und erweitert.

  • Katheterlabor:

    Auch das Katheterlabor wurde im Zuge der Neuerungen aufgewertet. Ausschlaggebend war das Ziel, neueste Technik so anzusiedeln, dass sowohl für das medizinische Personal als auch die Patienten möglichst kurze Wege entstehen. An der neuen Zentralen Patientenaufnahme, die in einem hellen Lichthof liegt, werden zukünftig auch Patienten der ambulanten Chirurgie und Unfallmedizin aufgenommen.

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