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Müll

Regensburger Wertstoffhof wird erweitert

Da noch kein neuer Recyclinghofleiter gefunden ist, musste der Flohmarkt in der Markomannenstraße geschlossen werden.
Von Sarah Höger

Der Wertstoffhof ist oft gut besucht, fast zu gut. Deshalb soll das Gelände in der Markomannenstraße erweitert werden. Foto: Sarah Höger
Der Wertstoffhof ist oft gut besucht, fast zu gut. Deshalb soll das Gelände in der Markomannenstraße erweitert werden. Foto: Sarah Höger

Regensburg.Am Wertstoffhof in der Markomannenstraße kann fast alles abgegeben werden, was zuhause nicht mehr gebraucht wird. Von alten Haushaltsgeräten, defekten Fernsehgeräten über Sperrmüll in allen Formen bis hin zu Bauschutt und Grüngut und sogar Problemabfällen wie Lacke, Laugen oder Säuren: Der städtische Recyclinghof nimmt die aussortierten Dinge der Regensburger an und verwertet sie wenn möglich weiter.

Am Montag durften Pressevertreter hinter die Kulissen des Werstoffhofs blicken, an dem es ungewohnt ruhig war: Montags ist für Anlieferungen geschlossen. Dienstags bis Samstags herrscht hier dagegen Hochbetrieb.

Der städtische Recyclinghof ist gut besucht und platzt deshalb aus allen Nähten, wie Christian Goß, Leiter der Müllabfuhr, verriet: „Dienstag und Samstag ist am meisten los, da stehen die Autos teilweise bis zur Bajuwarenstraße an“. Obwohl die elf Container plus Glascontainer und Biotonne teilweise täglich zweimal geleert werden, ist der Bedarf so groß, dass die Stadt den Wertstoffhof erweitern möchte. Dazu soll die jetzige Salzlagerhalle direkt neben der Wertstoffhalle umfunktioniert werden.

Ursprüngliche Idee: Zweiter Wertstoffhof im Stadtnorden

Zunächst wurde überlegt, einen zweiten Wertstoffhof im Stadtnorden zu errichten, diese Idee wurde jedoch zugunsten der Erweiterung an der Makromannenstraße wieder verworfen.

Am Wertstoffhof selbst sind derzeit elf Mitarbeiter beschäftigt, der Posten des Recyclinghofleiters ist derzeit vakant. „Wir haben leider Probleme, die Stelle neu zu besetzen“, sagt Werner Fleischmann, stellvertretender Leiter des Amts für Abfallentsorgung. Die vakante Stelle sei auch Grund dafür, dass vor vier Wochen der Flohmarkt auf dem Recyclingstoff geschlossen werden musste, so Fleischmann. Man arbeite mit Hochdruck daran, die Stelle des Leiters wieder zu besetzen und dann auch den Flohmarkt wieder eröffnen zu können. Der habe eine sehr gute Resonanz bei den Bürgern und sei sehr beliebt bei Händlern aus osteuropäischen Ländern, die Ware aus dem Flohmarkt mit großen Transportern abholen würden.

Handgreiflichkeiten am Gelände

Zuletzt hatte es Berichte darüber gegeben, dass es vor dem Gelände zu tumultartigen Szenen gekommen sei und einer Frau die Scheibe ihres Autos eingeschlagen worden sei. Fleischmann und Jürgen Huber, dritter Bürgermeister der Stadt, dementieren diese Meldung: „Wir wissen davon nichts. Allerdings hat es Handgreiflichkeiten gegeben und ein Auto wurde bespuckt. Wir dulden so ein Verhalten auf unserem Gelände nicht. Wenn sich Leute nicht regelkonform verhalten, werden wir das sanktionieren“, kündigte Huber an. Darauf, dass Personen vor dem Gelände anliefernde Bürger ansprechen und nach Wertstoffen fragen würden, habe die Stadt jedoch keinen Einfluss.

Anlieferung nur für Stadtbürger

Wertstoffe, Sperrmüll und Problemmüll anliefern dürfen nur Bürger der Stadt Regensburg. Das führt häufig zu Missverständnissen und Diskussionen bei der Anlieferung, verriet Goß: „Es ist sehr schwierig zu kontrollieren, wer hier Wertstoffe abliefert. Allerdings orientieren sich unsere Mitarbeiter natürlich vor allem am Kennzeichen der Autos“. Das sei jedoch mittlerweile problematisch, da Autohalter seit 2015 ihr Kennzeichen behalten dürfen, wenn sie umziehen. Außerdem gebe es viele Studenten in der Stadt, die nicht unbedingt mit Regensburger Kennzeichen fahren, so Goß.

Bei größeren Anlieferungen ist es deshalb teilweise notwendig, eine Meldebestätigung oder einen Mietvertrag mitzubringen. Müll zu beseitigen, kostet die Stadt und damit den Steuerzahler Geld: Miete, Versicherungen, Unterhalt, Personal, Betrieb und Problemmüllsammelstelle inklusive der Problemmüllentsorgung haben im letzten Jahr circa 720 000 Euro gekostet. Die Abfallentsorgung in der Stadt gesamt kostete 12 574 882 Euro. Das entspricht pro Einwohner derzeit etwa 81,68 Euro jährlich.

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