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Tanzen im kunterbunten Miteinander

Beim 1. Inklusionskinderfasching sind die Kinder mit und ohne Handicap nicht zu unterscheiden. Der Spaß machte alle gleich.
Von Angelika Lukesch, MZ

  • Da steppt der Bär: Ausgelassene Stimmung mit Rodscha aus Kambodscha und Tom Palme beim Inklusionskinderfasching. Fotos: Lukesch
  • Die Zunge rausstrecken ist erlaubt.

Regensburg.Über den halben Antoniussaal hinweg kommt ein blondhaariges Mädchen im Teenageralter mit Faschingszöpfen und ausgebreiteten Armen auf „Rodscha aus Kambodscha“ zugerannt. Es folgt eine freudestrahlende und überaus glückliche Umarmung. Das Mädchen mit leichtem Handicap ist über die Maßen beglückt, ihren Freund Rodscha wiederzusehen. Der ist sichtlich gerührt. „Sowas ist einfach so schön!“, sagt der Musiker zur MZ.

Er und sein Kollege Tom Palme haben den 1. Inklusionskinderfasching im Antoniushaus zusammen mit „Regensburg Inklusiv“ und der Caritas organisiert und sind auch für die Stimmung in der Bude verantwortlich. Und diesem Anspruch werden die beiden unter tätiger Mithilfe eines Affen, einer Badewanne namens Edith und immer wieder anderen Kinder auf der Bühne mehr als gerecht.

Thomas Kammerl von „Regensburg Inklusiv“ sagt zur Entstehungsgeschichte dieser Veranstaltung: „Irgendwie war die Idee plötzlich da. Rodscha hat uns darauf gebracht“.

Das Projekt zündete sofort

Das Projekt Inklusionskinderfasching zündete und fühlte sich bei allen Beteiligten so gut an, dass man sich die Frage stelle, meint Kammerl, wieso man nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen sei.

Der Vampir ist begeistert.
Der Vampir ist begeistert.

Rund 60 Kinder trudeln nach und nach im Antoniussaal ein – mit oder ohne Handicap, das interessiert hier keinen. Die Kostüme reichen von schaurigen Piraten über Polizisten, Clowns, Indianer, Prinzessinnen, Piratenbräuten, Minions und Mönchen bis hin zu schaurigen Vampirjägern, denen das „Blut“ aus den Mundwinkeln tropft.

Auch die Erwachsenen, die zur Begleitung der Kinder mitgekommen sind, haben sich in Faschingsschale geworfen: Es gibt Teufelinnen zu sehen, Zigeunerinnen und namenlose Masken mit lilafarbenem Haar.

Sehen Sie hier ein Video vom inklusiven Kinderfasching:

Inklusionskinderfasching im Antoniushaus

Rodscha aus Kambodscha und Tom Palme mit den Rasterlocken stechen aus der bunten Menge mit ihren farbenprächtigen Bühnenkostümen überhaupt nicht mehr heraus. Irgendwie sind an diesem Nachmittag alle verkleidet, alle lustig und voller Lust, laut zu singen, zu hüpfen und zu tanzen.

Erwartungsvoll versammeln sich die Kinder vor der Bühne, als Rodscha und Tom mit dem Hit „Und ich flieg flieg flieg…“ das Stimmungsfass aufmachen. Es geht weiter mit dem „Affen aus Afrika“, der gleich in Persona auf der Bühne erscheint und fleißig mithüpft.

Bei jedem Song dürfen Kinder auf die Bühne und mittanzen. Es gibt auch Interviews. Auf die Frage, was denn ein Oberbürgermeister so mache, meinte ein Mädchen: „Der kümmert sich um die Häuser!“ und ein Bub „Der schreibt immer Rechnungen!“. Die Gesichter der Kinder strahlen, die Augen sind fest auf Rodscha und Tom gerichtet, der Rhythmus, den die beiden vorgeben, reißt alle vom Hocker.

Sehen Sie hier eine Bildergalerie vom Inklusionskinderfasching:

Inklusions-Kinderfasching in Regensburg

Musik bringt alle auf die Beine

Das Besondere dabei: Rodscha und Tom bringen mit ihren Liedern lustige und frohe, vor allem jedoch bewegungsfrohe Stimmung in die Menge der Kinder. So verschaffen sie den Kleinen nicht nur gute Laune, sondern bringen auch mit ihren Mitmach- und Bewegungsliedern ein pädagogisches Element in ihre Show, die aus Spaß besteht und dabei etwas Gutes für die Entwicklung der Kinder tut.

Auch die unsicheren Kinder tauen auf und lassen sich vom Rhythmus und dem Strom der Musik einfach mitreißen. Es gibt kein gut oder schlecht, kein schön oder nicht schön, kein richtig oder falsch gemacht. Was bei diesem Inklusionskinderfasching zählt, ist allein die Freude an der Musik, der Gemeinschaft und der Bewegung.

Inklusionskinderfasching

  • Gaudi mit Rodscha und Tom

    Der 1. Inklusionskinderfasching wurde von „Regensburg Inklusiv“ und der Caritas organisiert. Für die Musik zeichneten Rodscha aus Kambodscha (Roland Schneider) und Tom Palme (Thomas Wagner) verantwortlich. Seit 2001 geben sie so genannte Mitmach- und Bewegungskonzerte für integrative Einrichtungen, Schulen und Vereine.

  • Durch Musik zur Bewegung

    Ihre Lieder dienen der ganzheitlichen Förderung von Kindern. Gefördert werden sollen dabei Selbstvertrauen, Sprachkompetenz, Körperwahrnehmung, Fantasie, Kreativität und Koordination. Rodscha und Tom geben Fortbildungen zum Thema „Musik und Bewegung“, unter anderem an der Ludwigs-Maximilian-Universität München.

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