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MZ-Preview

Kleine Hexe, Abraxas & Co. begeistern

Otfried Preußlers Kinderbuch-Klassiker kommt auf die Bühne: Die Protagonisten erobern die Herzen des Publikums im Sturm.
Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

Mit einem gehexten Gewitter beeindruckt die Kleine Hexe die bösen Hexen.
Mit einem gehexten Gewitter beeindruckt die Kleine Hexe die bösen Hexen. Foto: Hueber-Lutz

Regensburg.Zum Glück hat die Kleine Hexe ganz falsch verstanden, was eine „gute“ Hexe können muss. Im Kinderbuch-Klassiker von Otfried Preußler haben schon Generationen von Kindern die Geschichten um die kleine Hexe genossen, die statt Böses zu tun, wie es gute Hexen eigentlich sollten, immer nur Gutes hext. Der Stoff ist nicht nur als Buch, sondern auch als Theaterstück ungebrochen faszinierend für Kinder.

Und nicht nur für sie: Bei der MZ-Preview des Stücks im Akademietheater Regensburg klatschten Kinder und Eltern gleichermaßen begeistert Applaus. Regisseurin Heike Ternes hatte ihrer Crew Freiraum gelassen. Am Anfang der Arbeit an dem Stück stand die Improvisation. Mit viel Phantasie machten die Agierenden Preußlers Text bühnenreif.

Annika (9): „Der Hexentanz hat so echt ausgesehen und war so cool“, findet Annika. Und überhaupt war das wichtigste von allen die guten Taten der Kleinen Hexe. Denn wenn sie die Blumen des Mädchens nicht verzaubert hätte, hätten die Leute die Blumen nicht gekauft. Foto: Hueber-Lutz
Annika (9): „Der Hexentanz hat so echt ausgesehen und war so cool“, findet Annika. Und überhaupt war das wichtigste von allen die guten Taten der Kleinen Hexe. Denn wenn sie die Blumen des Mädchens nicht verzaubert hätte, hätten die Leute die Blumen nicht gekauft. Foto: Hueber-Lutz

Heraus kamen dabei so köstliche Szenen wie die mit den drei Holzweibern und dem bösartigen Förster, den die Kleine Hexe per Zauberspruch zwingt, freundlich zu sein. Jedes der Holzweiber gibt ihrer Rolle eine unverwechselbare Prägung, bayerisch rustikal die eine, hessisch babbelnd die zweite und zahnlos murmelnd die dritte. Und der Förster glänzt als geifernder Choleriker. Imposant die Szene am Blocksberg, in der fünf Hexen in vollem Ornat um das Hexenfeuer tanzen. Da stimmt jedes Detail. Sogar die Besen der Damen sind im Borstenstyling den Köpfen ihrer Besitzerinnen angepasst.

Patrick (6): Besonders hat es ihm die Tatsache angetan, dass die Kleine Hexe so toll zaubern kann. Auch den Raben Abraxas mag er, denn der ist ein richtig guter Freund für die Kleine Hexe. Für Patrick ist völlig klar, dass die Kleine Hexe eine gute Hexe ist, weil sie anderen so viel hilft. Foto: Hueber-Lutz
Patrick (6): Besonders hat es ihm die Tatsache angetan, dass die Kleine Hexe so toll zaubern kann. Auch den Raben Abraxas mag er, denn der ist ein richtig guter Freund für die Kleine Hexe. Für Patrick ist völlig klar, dass die Kleine Hexe eine gute Hexe ist, weil sie anderen so viel hilft. Foto: Hueber-Lutz

Die Kinder, die ganz vorne auf den Matten sitzen, sind quasi live dabei auf dem Blocksberg und sollten deshalb die empfohlenen fünf Jahre tatsächlich alt sein. Ein wunderbares Duo geben von Anfang an Henriette Heine und Eva Schulz als Kleine Hexe und Rabe Abraxas ab. Eva-Franziska Danzer, Mona Fischer, Franziska Grünauer, Barbara Trottmann und Philipp Adam zeigen, wie wandlungsfähig sie in ihren verschiedenen Rollen sind.

Nina (6): Sie hat schon gewusst, dass der Kleinen Hexe nichts passiert, denn sie kennt das Buch von Otfried Preußler. Dass die Kleine Hexe nur Gutes hext und niemandem etwas Böses tun will, findet sie vollkommen richtig. Wenn sie hexen könnte, würde sie das ganz genauso machen. Foto: Hueber-Lutz
Nina (6): Sie hat schon gewusst, dass der Kleinen Hexe nichts passiert, denn sie kennt das Buch von Otfried Preußler. Dass die Kleine Hexe nur Gutes hext und niemandem etwas Böses tun will, findet sie vollkommen richtig. Wenn sie hexen könnte, würde sie das ganz genauso machen. Foto: Hueber-Lutz

Sehr schön gelöst ist das Springen zwischen Gegenwart und Rückblende. Der Vorhang mit dem Bild des Hexenhauses wird einfach beiseite gezogen und dahinter kommen der Krämerladen, der Jahrmarkt oder der Wald zum Vorschein. Und wer genau hinschaut, entdeckt immer auch wieder die Muhme Rumpumpel, die so bösartig wie in Preußlers Vorlage ist, aber mit modernen Mitteln agiert und alle „Verfehlungen“ der Kleinen Hexe mit ihrer Digitalkamera festhält.

Am Ende sind der Applaus und die Jubelrufe groß für alle, die vor und hinter der Bühne agiert haben. Eine Rose bekommen die Darstellerinnen von ganz kompetenter Seite überreicht: Schriftsteller E.W. Heine, Bruder des Kinderbuchautors Helme Heine, war zu Besuch und voll des Lobes. „Wie fasziniert die Kinder waren, das schafft kein Fernsehen“, gab er unserer Zeitung eine kleine Theaterkritik, die alles über die Wirkung des Stücks aussagt. Er war natürlich nicht zufällig da. Tochter Henriette spielt die Kleine Hexe. Weitere Aufführungen sind am 19. und am 20. März, am 2. und 3. April und am 23. und 24. April. Karten gibt es an den Vorverkaufsstellen und den Geschäftsstellen der MZ, im Alten Rathaus Regensburg und unter www.okticket.de.

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