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Umwelt

Klima: Zwei Projekte sorgen für Streit

Eine dritte Röhre im Pfaffensteiner Tunnel und die Regenbrücke: CSU-Mann Aumer und Fridays-Aktivisten diskutierten hitzig.
von Heike Haala

CSU-MdB Peter Aumer diskutierte mit Leo Zacharias und Malin Horstmann (v. l.) von der Fridays-for-Future-Bewegung.
CSU-MdB Peter Aumer diskutierte mit Leo Zacharias und Malin Horstmann (v. l.) von der Fridays-for-Future-Bewegung.

Regensburg.Nach dem dritten Aufeinandertreffen von CSU-MdB Peter Aumer und den Anhängern der Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) am Mittwochabend im Kinosaal des Andreasstadels ist eines klar: Diese beiden Streitparteien haben wirklich Lust darauf, miteinander zu diskutieren. Die Debatte zum Thema „Dialog statt Protest – Klimaschutz und Verkehrspolitik in der Region Regensburg“ nahm um kurz nach 21 Uhr lediglich deswegen ein Ende, weil draußen schon die Kinogäste auf den Film „Alva“ warteten – dabei lief die Debatte zu diesem Zeitpunkt schon über zwei Stunden.

Auf dem Podium saßen neben Aumer Malin Horstmann und Leo Zacharias von FFF. Nach kurzen Eingangsstatements eröffneten sie die Debatte für die 55 Gäste, die auf den Kinosesseln Platz genommen hatten. Darunter hatten sich viele CSU-Mitglieder eingefunden. Die bekanntesten unter ihnen waren der Sinzinger Bürgermeister Patrick Grossmann, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Maria Eichhorn, Stadtratskandidat Konrad Brenninger oder der JU-Kreis-Chef Tim Helmes. Horstmann schätzte den Anteil der Gäste, die sich bei FFF engagieren, zu Beginn der Veranstaltung auf etwa 20. Während der Debatte sprangen ihnen bekannte Regensburger Gesichter zur Seite. Das waren Autorin Rita Lell, die sich zuletzt auch bei Boom Boom Regensburg engagierte, Toni Plommer oder Wolfgang Wegmann vom Bündnis für Atomausstieg und erneuerbare Energien (Büfa).

Debatte nahm Schwung auf

Etwa 55 Gäste kamen ins Kino im Andreasstadel.
Etwa 55 Gäste kamen ins Kino im Andreasstadel.

Dennoch war es ganz klar Aumers Veranstaltung. Er hatte dazu eingeladen, er begrüßte die Gäste. Auf dem Podium vor den Gästen standen drei große Banner mit seinem Namen, dem Bundesadler und der Aufschrift „Regionalforum Regensburg“, vor denen Horstmann und Zacharias bisweilen etwas verloren wirkten, während Aumer mal einfühlsam, mal sonor mit seiner Stimme modulierte. Aller MdB-Redekunst zum trotz – den Schneid ließen sich die beiden FFF-Aktivisten bis zum Schluss nicht abkaufen. Selbstbewusst und bestimmt argumentierten sie für ihre Sache. Und so dauerte es nicht lange, bis die Debatte an Schwung aufnahm.

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Inhaltlich kreiste die Debatte vor allem um die Sallerner Regenbrücke, die möglicherweise notwendige dritte Röhre im Pfaffensteiner Tunnel und die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Bei der Regenbrücke und bei der Tunnelröhre wurden sich Aumer und FFF wieder nicht grün. Für den Bundestagsabgeordneten stehen diese Projekte im Sinne der Mobilität der Menschen in der Region nicht zur Debatte, während sie Zacharias und Horstmann Anlass zu den schlimmsten Befürchtungen geben: Neue Straßen bedeuten für sie mehr Verkehr und mehr Kohlendioxidausstoß, den sie drastisch reduzieren wollen. Mit einer Sallerner Regenbrücke für die Stadtbahn, Busse, Radfahrer und Fußgänger hingegen könne sich Horstmann anfreunden. Aumer beharrte aber auf dem Autoverkehr. „Wir befinden uns in einer Zeit des Übergangs. Es gibt einfach Menschen, die auf das Auto angewiesen sind“, sagte er. Das räumte Zacharias ein, führte aber auch ins Feld, dass das Auto für viele einfach bequemer sei. „Das ist nicht so ein kleiner Anteil. Ohne sie wäre die Straße frei“, sagte er. Einig waren sich alle an der Diskussion Beteiligten dagegen darin, dass der ÖPNV schneller, enger getaktet und preiswerter werden muss. Und so gab es einhelligen Applaus für Aumers Forderung nach dem 365-Euro-Ticket.

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Den Film gibt es nächstes Mal

Eigentlich war in der Einladung zu der Veranstaltung angekündigt, dass sich alle miteinander im Anschluss an die Debatte einen „thematischen Film“ ansehen. Aber Aumer kündigte schon in seinem Eingangsstatement an, dass der bei einem vierten Treffen gezeigt werden könnte. Als zuletzt ein Mitarbeiter des Andreasstadels im Saal erschien, um den Kinosaal für die anstehende Vorstellung vorzubereiten, bot Aumer noch an, dass alle im Lokal weiterdiskutieren könnten.

Das erste Zusammentreffen dieser Art fand im Sommer statt, als FFF seinen Forderungskatalog der Bewegung für Regensburg veröffentlichte. Nachdem die Aktivisten am 18. Oktober die Frankenstraße während einer Demonstration an einem Freitagnachmittag blockierten und für Staus sorgten, lieferten sich beide Seiten einen öffentlichen Schlagabtausch. Aumer eröffnete, FFF konterte, beide endeten mit einem Gesprächsangebot. Das fand schließlich in den Räumen der Mittelbayerischen statt.

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Das Finale

Diese Demonstration war auch am Ende der Debatte wieder Thema. Aumer forderte die FFF-Anhänger auf, nicht mehr am Freitagnachmittag auf der Frankenstraße zu demonstrieren, wenn die Menschen von der Arbeit nach Hause wollen. Horstmann konterte, dass die Bewegung den Freitag schon im Namen trage, die Teilnehmer bei Demonstrationen am Vormittag als Schulschwänzer beschimpft würden und die Blockade der Frankenstraße nun einmal eine Sache sei, mit der die Bewegung wachrütteln könne. „Wir säßen heute bestimmt nicht hier, wenn wir nicht die Frankenstraße blockiert hätten“, sagte sie. „Doch, dann hätten wir das hier auch gemacht“, sagte Aumer.

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