MyMz
Anzeige

Religion

OB wirft kritischen Blick auf den Islam

Nicht alles, was er in den Regensburger Moscheen sieht, gefällt Wolbergs. In den Ahmadi Muslimen sieht er aber gute Menschen.
Von Curd Wunderlich, MZ

Beim Neujahrsempfang der Ahmadiyya Muslim Jamaat Regensburg von links: Christoph Riepl (Landratsamt), OB Joachim Wolbergs, Imam Usman Naveed, Pfarrerin Christiane Weber und Pfarrer Daniel Saam
Beim Neujahrsempfang der Ahmadiyya Muslim Jamaat Regensburg von links: Christoph Riepl (Landratsamt), OB Joachim Wolbergs, Imam Usman Naveed, Pfarrerin Christiane Weber und Pfarrer Daniel Saam Foto: Wunderlich

Regensburg.„Ich sorge mich um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, sagt Imam Usman Naveed. Zwei Randgruppen würden sie derzeit spalten: Rechtsextreme und Terroristen. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Regensburg nutzte deshalb ihren Neujahrsempfang am Sonntagabend im Hotel „Das Götzfried“ in Wutzlhofen, ihre Botschaft „Frieden für alle — Hass für keinen“ zu verbreiten.

„Wir müssen ehrlich damit umgehen, was auf der Welt alles im Namen Allahs passiert.“

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs

Die Mitglieder dieser muslimischen Gemeinde sind in Deutschland gut integriert. Sie legen viel Wert auf Bildung und sind der Überzeugung, dem Land, in dem sie leben, loyal dienen zu müssen. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs lobte die Arbeit der Ahmadi Muslime: „In der Ahmadiyya-Gemeinde in Regensburg sind gute Menschen unterwegs, die sich für das Gute in der Gesellschaft einsetzen.“ Man dürfe aber nicht verhehlen, dass die Ansichten dieser Gruppe innerhalb des Islam „eher untypisch“ seien: „Ahmadi Muslime werden von anderen Muslimen ja teilweise verfolgt“, so der OB. „Wir müssen ehrlich damit umgehen, was auf der Welt alles im Namen Allahs passiert“, forderte das Stadtoberhaupt. Niemand habe das Recht, seine Religion über die eines anderen zu stellen. So gern er die Ahmadiyya-Gemeinde möge: „Nicht alles, was ich bei Besuchen in den Regensburger Moscheen gesehen habe, hat mir gefallen.“

„Dialog ist das Ende des Fundamentalismus

Konkreter werden wollte Wolbergs auch auf Nachfrage unseres Medienhauses nicht: „Es gibt fundamentalistischere und weniger fundamentalistische Ausrichtungen des Islam. Die weniger fundamentalistischen sind mir lieber. Mehr ins Detail gehen will ich nicht.“ Die anderen Redner beim Neujahrsempfang blieben weniger kritisch in ihren Aussagen. Pfarrerin Christiane Weber von der St. Lukas Kirchengemeinschaft las einen Text des 2006 verstorbenen ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. Der betonte darin, wie wichtig der Dialog zum gegenseitigen Verständnis verschiedener Kulturen sei: „Wer in einen Dialog eintritt, lässt sich darauf ein, dass der andere vielleicht Recht haben könnte.“ Der Dialog sei damit das Ende des Fundamentalismus, meinte Weber.

Ahmadiyya Muslim Jamaat

  • Mitglieder in Deutschland

    In Deutschland stellt die Ahmadiyya Muslim Jamaat mit ihren etwa 40 000 Mitgliedern nach eigenen Angaben eine der größten Gemeinden unter den organisierten Muslimen dar.

  • Moscheen

    Sie unterhält deutschlandweit über 39 Moscheen mit Minarett und Kuppel.

Daniel Saam, Pfarrer der Alt-Katholiken und gleichzeitig Vorsitzender von „Religions in Peace“ in Regensburg, will diesen Dialog fördern und verwies in diesem Zusammenhang auf interreligiöse Veranstaltungen: „Uns eint, dass wir an einen Gott glauben, der der Ursprung allen Lebens ist.“

Vom Landratsamt war Christoph Riebl aus der dortigen Sozialabteilung zum Neujahrsempfang gekommen. In einer Einwanderungsgesellschaft wie in Deutschland könne und müsse jeder seinen Teil zu einem gelungenen Zusammenleben beitragen. Eine offene und tolerante Gesellschaft müsse das Ziel sein. In Stadt und Landkreis Regensburg gelinge Integration bereits sehr gut, ist er überzeugt.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht