MyMz
Anzeige

Mobilität

Straßennetz immer anfälliger

Bürger aus Regensburgs Norden diskutierten mit Experten Verkehrsprobleme. Bevor die Stadtbahn kommt, ändert sich das Busnetz.
Von Curd Wunderlich

Bürger im Stadtnorden diskutierten, wo sie sich Verbesserungen bei der Verkehrsführung wünschen.  Fotos: Lex, Wunderlich
Bürger im Stadtnorden diskutierten, wo sie sich Verbesserungen bei der Verkehrsführung wünschen. Fotos: Lex, Wunderlich

Regensburg.Seit Anfang des Jahres ist Michael Köstlinger Leiter der Verkehrsplanung der Stadt Regensburg. Innerhalb dieser kurzen Zeit hat er festgestellt: „Die Forderungen bei der Verkehrsinfrastruktur werden immer mehr – die Schwierigkeiten bei Großprojekten aber auch.“ Das war die Quintessenz einer Informationsveranstaltung zum Thema „Verkehr im Stadtnorden“ am Montagabend. Eingeladen hatten die SPD-Stadtratsfraktion mit Klaus Rappert und der SPD-Ortsverein Konradsiedlung-Wutzlhofen mit Thomas Thurow und Ernst Zierer.

Beispielhaft nannte Köstlinger die geplante Sallerner Regenbrücke. Die könne eigentlich eine große Entlastung für den Stadtnorden bringen, ist er überzeugt. Das Planfeststellungsverfahren von 2014 wird aber derzeit beklagt. Und die Gerichte treffen keine Aussage, bis wann mit einem Urteil zu rechnen ist – „bis dahin sind wir zum Stillstand verdammt“.

Das Grundproblem sei die stetig wachsende Bevölkerung und die gleichzeitig steigende Zahl der Einpendler nach Regensburg aus der Umgebung. 2016 gab es 76000 Einpendler in die Donaustadt. Laut Köstlinger steigt diese Zahl jährlich um 2600 Personen an. „Der Verkehr wird durch diese Entwicklungen mehr, dadurch wird unser Straßennetz störanfälliger“, meinte er. Deshalb versuche die Stadt, Alternativen zum Pkw attraktiver zu machen: Mehr Menschen sollen auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder aufs Fahrrad oder Pedelec umsteigen.

Planung für Stadtbahn forcieren

Um das zu erreichen, will der Stadtrat noch im ersten Halbjahr 2018 einen Grundsatzbeschluss zum höherwertigen ÖPNV fassen, mit dem insbesondere die Planung der Stadtbahn forciert werden soll. Diese bringe mit ihren zwei geplanten Linien auch eine Aufwertung des ÖPNV im Stadtnorden mit sich, versprach Köstlinger. Eine Linie soll von Wutzlhofen über die Innenstadt bis zur Uniklinik führen, eine andere vom Alex-Center über die Innenstadt bis Burgweinting.

Auf Nachfrage machte RVB-Betriebsleiter Frank Steinwede bei diesem Thema deutlich, dass mit dem Bau der Stadtbahn – wie auch immer sie am Ende aussehen werde – dem motorisierten Individualverkehr Platz auf der Straße weggenommen werden müsse. „Das Ziel ist eine Umverteilung des Verkehrs“, sagte er. Man könne schließlich keine Häuser am Straßenrand einreißen, um mehr Platz für die Verkehrsinfrastruktur zu bekommen.

Bevor die Stadtbahn kommt, soll voraussichtlich das Busnetz im Stadtnorden noch einmal neu geordnet werden, um die Attraktivität zu steigern. Steinwede stellte die Ideen dazu vor, ohne einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung zu nennen. Zwei Punkte sahen Anwohner am Montagabend besonders kritisch: Die Linie 1 soll künftig in der Pommernstraße in beide Richtungen verkehren, dafür werden einige Parkplätze wegfallen müssen. „Damit machen Sie sich keine Freunde“, meinte ein Anwohner in Richtung Steinwede. Der beruhigte: In der Schwabenstraße beispielsweise hätten Bewohner auch zunächst protestiert – mittlerweile habe sich die Aufregung aber gelegt, weil nicht viele Stellplätze weggefallen seien.

Gutachten zur Walhallastraße

Zudem könnte bei der neuen Linienführung die Linie 9 die Linie 1 in der Ostpreußenstraße ersetzen. Eine regelmäßige Busnutzerin meinte, dass dann aber der Takt der Linie 9 erhöht werden müsse. Steinwede erwiderte, dass derzeit ein 20-Minuten-Takt angedacht sei, der bei Bedarf aber erhöht werden könne.

Josef Mös, Ehrenvorsitzender der Siedler- und Eigenheimervereinigung, fragte zum Thema ÖPNV schließlich noch nach, warum man Bahnhaltepunkte, wie den an der Walhallastraße, nicht reaktiviere. Aus seiner Sicht würden dann mehr Pendler aus dem Landkreis in die Bahn umsteigen. Köstlinger konnte dazu immerhin zusichern, dass die Stadt sich derzeit in Gesprächen befinde und mit Gutachten geklärt werden soll, ob eine Wiederinbetriebnahme möglich ist.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht