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Gesellschaft

Fair gehandelte Bälle für den Schulsport

Die Stadt Regensburg unterstützt den Kampf für gerechte Produktionsbedingungen und einen besseren Lohn für die Arbeiter.
Von Daniel Geradtz, MZ

Insgesamt 53 Schulen wurden mit neuen Fußbällen ausgestattet.
Insgesamt 53 Schulen wurden mit neuen Fußbällen ausgestattet. Foto: Geradtz

Regensburg.Für die 53 Schulen im Stadtgebiet war schon am gestrigen Mittwoch Bescherung, denn Oberbürgermeister Joachim Wolbergs versorgte sie mit neuen Fußbällen für den Unterricht. Das Besondere: Sie sind fair gehandelt.

„Bei Fairtrade-Produkten denken die Menschen in erster Linie an Obst, Kakao, Kaffee oder Kleidung. Fußbälle kommen ihnen da nicht gleich in den Sinn“, sagte Sigrid Partenfelder Schulleiterin des Von-Müller-Gymnasiums in der Erzbischof-Buchberger-Allee. Sie berichtete, dass 80 Prozent aller Bälle aus Sialkot in Pakistan stammen. Die Arbeiter fertigen dort bis zu fünf Bälle pro Tag. Für jeden erhalten sie rund 50 Cent als Lohn.

Die Regensburger Bälle werden von der Nürnberger Firma „Bad Boyz“ vertrieben. Sie arbeiten mit vier Produktionsstätten zusammen, die das Fairtrade-Zertifikat tragen. „Von rund 700 Firmen in der Region rund um Sialkot haben nur sieben die Auszeichnung“, sagte Robert Weber von Bad Boyz. „Bei ihnen liegt der Einkaufspreis etwa 35 Prozent über dem der anderen Werke.“ Der Aufschlag setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Zum einen vertreiben die Hersteller ihre Produkte zu einem Preis, der bis zu 20 Prozent der Mitbewerber liegt. Weitere zehn Prozent zahlt der Importeur an das Unternehmen, das diesen Betrag ausschließ´lich für soziale Zwecke verwenden darf. Die restlichen fünf Prozent gehen an die Fairtrade-Organisation.

„Bei den Preisen dürfen wir gar nicht verhandeln“, erklärte Weber. Die Unternehmen würden Summen vorgeben, „darunter dürfen wir nicht einkaufen“. Dadurch könnten die Arbeiter etwa das Doppelte verdienen.

Über das Schlagwort Fußball könne Kindern gut erklärt werden, was fairer Handel bedeute, so Oberbürgermeister Wolbergs. „Es sind faire Arbeitsbedingungen, eine Bezahlung von der man leben kann und auch ökologische Gesichtspunkte“, meinte er.

Die Weltmarkführer und der Fußballweltverband Fifa würden sich schon jetzt verpflichten, „ausbeuterische Kinderarbeit zu eliminieren“, sagte Partenfelder. Doch am Fairtrade-Gedanken beteiligen sie sich nicht. „Die Auflagen sind so hoch, dass es sich nur die reichen Unternehmen leisten können“, warf Robert Weber kritisch ein.

Die neuen Bälle, die nun zum Einsatz kommen, tragen die Aufschrift „Regensburg spielt fair“. Das Design wurde speziell für die Regensburger Schulen entworfen.

FairTrade in Regensburg

  • Steuerungsgruppe:

    Seit dem Jahr 2011 gibt es in Regensburg die Steuerungsgruppe Fairtrade, in der sich Mitglieder aus verschiedenen Bereichen engagieren. Neben Organisationen sind darin Parteien oder Unternehmen engagiert. Nachdem die Aufnahmekriterien erreicht wurden, erhielt Regensburg den Titel im November 2012.

  • Fairtrade Town:

    Die Gruppe wurde ins Leben gerufen, um der Stadt den Weg zur „Fairtrade Town“ zu ermöglichen.

  • Verbreitung:

    Neben der Unterstützung von Geschäften, die fair gehandelte Produkte anbieten, setzt sich die Gruppe auch in der Öffentlichkeit für die Verbreitung des Gedankens ein. Sie ist beispielsweise auf dem Bürgerfest vertreten. (mxg)

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