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Jubiläum

Pfadfinder wollen die Welt verstehen

Der Regensburger Stamm St. Wolfgang feierte 70-Jähriges und verabschiedete Kurat Fritz Reil. Sein Nachfolger ist Max Brandl.
Von Gabi Hueber-Lutz, MZ

Stephan Köhler und Sebastian Schwarz verabschiedeten den langjährigen Kuraten Fritz Reil. Max Brandl ist sein Nachfolger (v. l.)
Stephan Köhler und Sebastian Schwarz verabschiedeten den langjährigen Kuraten Fritz Reil. Max Brandl ist sein Nachfolger (v. l.) Fotos: Hueber-Lutz

Regensburg.Sind die Pfadfinder Wald- und Wiesenheinis, die sich in der Natur herumtreiben? Sind sie Gutmenschen, die sich einbilden, die Welt besser zu machen? Am Anfang des Gottesdienstes zum 70. Geburtstags des Pfadfinderstamms St. Wolfgang standen provokante Fragen. Der scheidende Kurat des Stamms, Fritz Reil, hatte Antworten.

Ja, die Pfadfinder gehen raus und wollen ihre Welt kennen- und verstehen lernen, denn, wer das will, ist am Puls des Lebens. Ja, die Pfadfinder wollen den Lebensraum, in dem sie sich bewegen, besser verlassen als sie ihn vorgefunden haben. Und: „Pfadfinder versuchen sich reinzuhängen, damit auch andere mitkommen können.“ Die Kluft der Pfadfinder sei keineswegs als Uniform zu verstehen, sondern einfach als Zeichen, dass man dazu gehört. Wie der Schal bei einem Fußballfan.

Eine feste Größe in der Pfarrei

Zum Festgottesdienst am Samstagabend waren Pfadfinder aller Generationen gekommen. „Herzlichen Glückwunsch und ein großes Vergelt’s Gott!“, sagte Prälat Alois Möstl dem Stamm von St. Wolfgang. 40 Kinder und Erwachsene sind derzeit als Pfadfinder aktiv, dazu kommen viele Helfer. Im Leben der Pfarrei sind sie durchaus eine feste Größe. Zu Fronleichnam zum Beispiel bewirten die Pfadfinder nach der Prozession die ganzen Teilnehmer. Auch Inklusion wird bei ihnen gelebt. Menschen mit Handicaps sind willkommen, denn am Lagerfeuer mitsingen, das kann jeder, wie es einer der erfahrenen Pfadfinder ausdrückte.

Lesen Sie hier mehr über den Pfadfinderstamm St. Wolfgang.

Bei der Feier hörte man immer wieder überraschte Ausrufe. „Ja, du bist auch da! Ich weiß immer noch, dass du die Fahne getragen hast!“ Tatsächlich begegneten sich hier manche, die sich im Lauf der Jahre aus den Augen verloren hatten. Natürlich ließen es sich die Pfadfinder nicht nehmen, bei dem Fest ihren bisherigen Kuraten, Diakon Fritz Reil, zu verabschieden. Seit 1988 war er der geistliche Begleiter des Stamms St. Wolfgang. So lange, wie vor ihm keiner. Stephan Köhler erinnerte sich an seine eigenen Anfänge beim Stamm: „Du bist schon als Nikolaus zu mir gekommen“.

Mit einem herzlichen Dankeschön für die geleistete Arbeit überreichten er und Sebastian Schwarz ihm den dunkelgrünen Kapuzenpulli des Stamms. Ehrensache, dass Fritz Reil den sofort überzog. Freilich stehe er noch zur Verfügung, wenn sein Nachfolger, Student Max Brandl, ihn brauche. Aber, dass er jetzt aufhöre, das habe schon seine Richtigkeit: „Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn einer bis zum Umfallen vorn dran steht!“ In Brandls Leben war Reil immer schon präsent. Er hat ihn getauft, war sein Religionslehrer und Kurat. Er sei noch „ganz frisch“, sagte der junge Mann mit einem Schmunzeln.

Reise nach Aberdeen

Für den Kontakt der Pfadfinder zum Pfarrer sei er zuständig, und seine Aufgabe ist es nun, den Weg der Pfadfinder in der Pfarrei sichtbar zu machen. Nicht nur der scheidende Kurat, auch andere Ehemalige können mit Tipps dienen. Als Brandl erzählte, dass sie für ihre geplante Schottlandreise Kontakte zu den Pfadfindern in Aberdeen aufbauen wollen, bei denen der Stamm vor 20 Jahren einmal war, meldete sich sofort jemand, der da weiterhelfen kann. Pfadfinder eben.

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