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Planung

Neubau der Frankenbrücke dauert noch

Über die sanierungsbedürftige Brücke im Norden Regensburgs rollt der Verkehr auf engstem Raum. Abhilfe kommt frühestens 2021.
Von Daniel Steffen

Die Frankenbrücke ist in einem sanierunsgebedürftigen Zustand, soll aber frühestens ab Ende 2021 durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Steffen

Regensburg.Schleichender Verkehr, Stauungen bis zur Nordgaustraße, angekratzte Nerven: Autofahrer, die auf der Frankenstraße unterwegs sind, müssen gerade zu den Stoßzeiten viel Geduld mitbringen. Eng geht es insbesondere auf der Frankenbrücke zu, bei der die Richtungsfahrbahnen baulich nicht getrennt sind wie auf den übrigen Abschnitten der Frankenstraße. Häufig kommt es auf der Brücke zu Bremsmanövern, die sich laut Stadtverwaltung „auf den gesamten Verkehrsfluss auswirken“.

Kritisch ist die Situation vor allem in den Nachmittagsstunden in Westrichtung, wenn die Verkehrsteilnehmer gen nördlicher Landkreis unterwegs sind beziehungsweise die A93 ansteuern. Durch den vorgesehenen Neubau der Frankenbrücke versprechen sich die Planer, die Situation zumindest punktuell zu entspannen. Am 21. November 2012 hatte der Stadtplanungsausschuss daher einstimmig beschlossen, die Planung für einen Neubau der Brücke voranzutreiben. Von einer Realisierung im Jahr 2016 war zunächst die Rede. Wie Planungsreferentin Christine Schimpfermann nun auf Anfrage unseres Medienhauses mitteilte, ist mit dem Neubau „frühestens ab Ende 2021“ zu rechnen.

Sanierung ist „nicht sinnvoll“

Maßgeblich für den Brücken-Neubau ist nicht nur die anvisierte veränderte Verkehrsführung, sondern vor allem auch der bauliche Zustand. So sei die Brücke „in wesentlichen Teilen sanierungsbedürftig“, sagte Schimpfermann, die zugleich darauf verwies, dass eine Sanierung weder wirtschaftlich noch sinnvoll sei. Dies begründete sie unter anderem damit, dass die Geh- und Radwege zu schmal seien, die Brücke „zum Teil in das Hochwasser des Regens eintaucht“ und der Flussquerschnitt „durch mehrere Pfeiler eingeengt“ sei. Ferner sehe sie einen Bedarf nach „direkteren Wegeverbindungen zwischen der Brücke und den Uferwegen“ und nach einer „zusätzlichen Fahrspur auf der Brücke für den künftigen Linienbusverkehr“.

Die Stadt verfolgt die Idee einer separaten Busspur in Richtung Westen. Foto: Steffen

Mit ihrer Aussage beruft sich Schimpfermann auf Untersuchungen, die im Vorfeld der Planung hinsichtlich des öffentlichen Nahverkehrs gemacht worden sind. Aus diesen ging hervor, dass der Busverkehr in Richtung Osten auch in den Nachmittagsspitzen kaum beeinträchtigt ist, während in Richtung Westen gravierende Verzögerungen festgestellt wurden. So sei die Fahrtzeit zwischen dem Knoten Drehergasse und dem Donaueinkaufszentrum häufig doppelt so lang wie bei normalen Straßenverhältnissen, bei denen der Bus gut fünf Minuten für den gewählten Abschnitt benötigt. Nur eine „Vollbeschleunigung“, also eine durchgehende Busspur in West-Richtung, könne diesem Problem Abhilfe verschaffen, hieß es.

Bereits 2012 war daher angeregt worden, auf dem Brücken-Neubau eine Busspur „am rechten Fahrbahnrand“ in westlicher Richtung anzubringen. Diese Spur sollen sich die Busse mit jenen motorisierten Verkehrsteilnehmern teilen, die rechts in die Holzgartenstraße einbiegen. Auf der bestehenden Brücke können sowohl „Geradeausfahrer“ als auch Rechtsabbieger die rechte Spur nutzen, was immer wieder zu Spurwechseln auf der Brücke führt.

„Wir konnten die erforderlichen Flächen erwerben.“

Christine Schimpfermann, Planungsreferentin der Stadt

Kritisch beäugt die Stadtverwaltung ebenfalls, dass die beiden Richtungsfahrbahnen auf der Brücke nicht baulich getrennt sind wie in den übrigen Bereichen der Frankenstraße. Dieses Problem soll mit dem Brücken-Neubau behoben werden. Die Radfahrer indes sollen künftig einen „mindestens zwei Meter“ breiten Streifen nutzen können, während den Fußgängern laut Vorplanung eine Wegbreite von 2,50 Metern zugedacht ist.

Bislang ist für diese Verkehrsteilnehmer nur spärlich Platz vorhanden: Die Gehwege an beiden Seiten der Brücke sind nur 1,50 Meter breit, die Radwege gar 1,20 Meter. Auch der bauliche Zustand der Wege lässt zu wünschen übrig.

Verkehr soll weiterhin rollen

Eine Vollsperrung der Frankenstraße während der Bauarbeiten müssen die Anwohner wohl nicht befürchten. So sei es laut Schimpfermann ein „maßgebliches Kriterium“, den Verkehr auf dieser Route aufrechtzuerhalten – auch deshalb, weil es an geeigneten Umleitungsstrecken mangele. „Folglich muss ein Teil der neuen Brücke neben der bestehenden Brücke, auf welcher der Verkehr noch rollen kann, errichtet werden“, sagt die Planungsreferentin. Dies erfordere einen „erheblichen Platzbedarf beiderseits der Frankenstraße“.

Die entsprechenden Flächen habe sich die Stadt bereits gesichert. Eine halbseitige Brückensperrung – wie aktuell bei der Reinhausener Brücke – soll es in der Frankenstraße nicht geben.

Wie Schimpfermann sagt, wurde zwischenzeitlich ein Ingenieurbüro mit der Planung einer neuen Frankenbrücke beauftragt. Vonnöten seien ferner mehrere Gutachten – etwa bezüglich der Lärmentwicklung und des Naturschutzes. Um das Baurecht zu erwirken, müsse noch das Planstellungsverfahren durchgeführt werden.

Bauliche Defizite

  • Verkehrsführung:

    In einer städtischen Beschlussvorlage vom 21. November 2012 waren mehrere Punkte zur Verkehrsführung im Bereich der Frankenbrücke bemängelt worden.

  • Beispiele:

    So seien in die Bayerwaldstraße und in die südliche Holzgartenstraße keine Rechtsabbiegespuren vorhanden. Ferner habe die Brücke keine direkten Verbindungen zur Unteren Regenstraße und zum Reinhausener Damm.

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