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Tiere

Neuer Lesestoff über den Kater Pep

Jetzt erscheint ein Buch über den ehemaligen Star an der Regensburger Uni. Der Protagonist selbst bleibt weiter verschollen.
Von Heike Haala, MZ

Pep im Januar 2015: Das Bild stammt aus der Zeit, als der Hype um den Kater gerade Schwung aufnahm.
Pep im Januar 2015: Das Bild stammt aus der Zeit, als der Hype um den Kater gerade Schwung aufnahm. Foto: Hofmann

Regensburg.Ob im Bücherregal für französische Literatur, vor dem Computer in der Bibliothek bei der Opac-Recherche oder pennend auf irgendeinem Heizkörper der Universität Regensburg – von Januar bis März vergangenen Jahres war Kater Pep nicht nur der Star der Alma Mater, sondern auch das beliebteste Fotomotiv der Studierenden. Der Grund dafür war die inzwischen legendäre Facebook-Gruppe Pep Tracking. Sein Frauchen und eine Freundin gründeten diese, weil der umtriebige Kater liebend gerne über den Campus streifte und sein Zuhause nur mehr selten aufsuchte.

Der Gedanke: Die Studierenden sollten Fotos von Pep posten. So wusste sein Frauchen stets, wo sich der Kater gerade aufhielt und konnte ihn einsammeln. Die Gruppe verhalf Pep aber auch zu seiner Popularität an der Universität. Nach einem Bericht in unserer Zeitung brach ein regelrechter Hype um das Tier los, der bis Ostern 2015 nicht mehr abebben wollte. Dann wurde es still um den Kater. Denn Pep verschwand spurlos. Jetzt erschien im Bastei-Lübbe-Verlag ein Lesebuch über den Kater, das die aufregende Zeit mit ihm noch einmal in Erinnerung ruft.

Klicken Sie hier in unsere Pep-Chronologie

Die Pep-Chronologie

Die Uni aus Kater-Perspektive

In dem Buch „Pep, der Uni-Kater – Wie ich das Leben der Menschen studierte“ beschreibt die Regensburger Autorin unter dem Pseudonym Marlene Roth die Streifzüge des Katers auf dem Gelände der Universität. Roth erzählt den Lesern kleine Geschichten aus der Perspektive Peps, der die Universität und den Campus erkundet. „Die Katzen-Perspektive ermöglicht es mir, die verkopfte Welt der Wissenschaft auf eine witzige Weise darzustellen“, sagt Roth.

Vorbild für dieses Werk ist der Bestsellerroman „Bob, der Streuner“ von James Bowen. Der Autor erzählt von seinen Begegnungen mit dem rot getigerten Kater Bob. Anekdote um Anekdote lenkt Bob das Leben seines Besitzers, einem obdachlosen Straßenmusiker, wieder in geregelte Bahnen. Bob verhilft Bowen zu neuem Lebensmut.

Das Buch über den verschollenen und so schmerzlich vermissten Kater Pep hat 222 Seiten und gliedert sich in 17 Kapitel, die nach Studiengängen an der Universität Regensburg benannt sind. So berichtet Pep beispielsweise in Kapitel 3 mit dem Titel „Kopfkarussell, Glücksversprechen und ganz normale Bedürfnisse“ über sein Psychologiestudium, in Kapitel 5 mit dem Titel „Poposchnüffler, Killeraffen und eine Ameisenkönigin“ über seine Ausflüge in die Rechtswissenschaft oder in Kapitel 6 mit dem Titel „Stachelbäume, Kratzwurst und singende Streichler“ über die Kulturwissenschaft.

In dem Buch gibt es neben Pep auch noch weitere Protagonisten: die Elster Pica und den Dackel Poldi. Diesen Tieren ist Pep während seiner Streifzüge an der Universität wirklich begegnet. Als Pep noch jeden Tag an der Uni war, hatte er wirklich mit einer Elster und einem Dackel zu tun. Die Elster stand ihm bei, als er sich eingesperrt in der Filiale der Buchhandlung Pustet wiederfand. Der Vogel blieb vor der Scheibe sitzen und sah Pep fest in die Augen. Dackel Poldi ist im wahren Leben ein Pet-Trailer, der die Fährte von vermissten Haustieren aufnehmen kann. Mit seiner Hilfe wurde nach Pep gesucht – allerdings vergeblich.

Bisher unveröffentlichte Bilder

Zwischen den Geschichten gibt es Fotos von Pep. In diesen Teilen des Buches findet sich auch bisher unveröffentlichtes Material über Pep, das sein Frauchen Weißflach zu der Veröffentlichung beisteuerte. Sie hat außerdem ein Nachwort geschrieben. Obwohl Pep seit über einem Jahr verschwunden ist, hoffen Roth und Weißflach, dass der Kater wieder auftaucht. Das Buch könnte dies beschleunigen: „So werden die Menschen wieder auf das Thema aufmerksam“, sagt Roth.

Roth ist nicht die einzige, die sich auch nach der Pep-Ära noch mit dem Kater auseinandersetzt. Im Winter wurde er zudem zum Forschungsgegenstand. In einer Bachelorarbeit soll en Peps Facebook-Gruppe und der Hype um sie als Beispiele für Netzphänomene analysiert werden. Die Arbeit wird Forschungsfelder der Soziologie, der Psychologie, der Medieninformatik, der Informationswissenschaften und der Vergleichenden Kulturwissenschaften berühren. So soll sie beispielsweise aufzeigen, wie Informationsflüsse im Internet verlaufen.

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