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Abzeichen

Regensburger Wehren meistern Prüfung

27 Floriansjünger aus Winzer, Weichs und Kneiting bestanden ihre Leistungsprüfung. Das beflügelte den Teamgeist.
von Daniel Steffen

Beim Feuerwehr-Leistungsabzeichen kam es auch auf das Tempo an. Foto: Steffen
Beim Feuerwehr-Leistungsabzeichen kam es auch auf das Tempo an. Foto: Steffen

Winzer.Wenn es darum geht, Leben zu retten, dann ist oft jede Sekunde entscheidend. Entsprechend schnell muss so ein Feuerwehr-Einsatz vonstattengehen. Je geübter die Handgriffe und eingespielter die Teams sind, desto mehr kommt das dem Einsatz zugute. Allein schon aus diesem Grund ist es für die Feuerwehrleute wichtig, den Kenntnisstand ständig zu erweitern und das Erlernte regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen.

Die Feuerwehr bei der Arbeit. Foto: Steffen
Die Feuerwehr bei der Arbeit. Foto: Steffen

Eine willkommene Gelegenheit dafür sind die Leistungsprüfungen für die freiwilligen Feuerwehrleute, die viele Stunden ihrer Freizeit für das Wohl der Menschen opfern. Solch einer Leistungsprüfung unterzogen sich nun 27 Floriansjünger der Löschzüge Winzer und Weichs sowie der Freiwilligen Feuerwehr Kneiting. Am Samstag trafen sie sich am Gerätehaus des Löschzugs Winzer, um sich ihre Fähigkeiten bescheinigen zu lassen und das Teamwork mannschaftsübergreifend zu stärken.

Auf jeden Schritt kam es an

„Ich finde das toll, wenn man sich untereinander besser kennenlernt“, sagte Martin Kiesl, der dem Löschzug in Winzer voransteht. Beeindruckt beobachtete er, wie souverän die Feuerwehrleute die ihnen gestellten Aufgaben meisterten. Bewusst wurden die Teams dabei so gemischt, dass sowohl Floriansjünger aus Winzer und Weichs als auch Kneiting zusammen ans Werk gingen. Das Szenario: der Aufbau einer Einsatzstelle bei einem Verkehrsunfall. Konkret simulierten die Feuerwehrleute einen Unfall, bei dem eine eingeklemmte Person aus dem Auto geborgen werden musste.

„Ich finde das toll, wenn man sich untereinander besser kennenlernt.“

Martin Kiesl, Löschzug in Winzer

Da sich das Szenario in der Dunkelheit abspielte, war es sehr wichtig, die Einsatzstelle auszuleuchten und den Rettungssatz genau zu positionieren. „Wichtig ist, dass alles auf einem Fleck ist. Ansonsten geht das Werkzeug schnell verloren“, sagte Kiesl. Gleichzeitig mussten die Feuerwehrleute möglichst schnell mit dem C-Rohr für einen Schnellangriff bereitstehen.

Diese Abzeichen für die Erfolgreiche Prüfung werden vergeben. Foto: Steffen
Diese Abzeichen für die Erfolgreiche Prüfung werden vergeben. Foto: Steffen

„Bei Unfällen laufen häufig Flüssigkeiten wie Öl oder Benzin aus dem Auto aus. Da ist die Gefahr groß, dass das Fahrzeug in Brand gerät“, erklärt Kiesl. Tadellos stellten die Prüflinge den Brandschutz her und gingen anschließend sicher mit dem Spreizer und der Rettungsschere um, die im Einsatzfall zum Bergen aus dem Fahrzeug benötigt werden. Vom Eingriff mit diesem Spezialmaterial sahen die Prüfer jedoch ab, da sich die Aufgabenstellung am bereitgestellten „Unfallfahrzeug“ bei den übrigen Feuerwehrleuten wiederholte.

Der Zeitrahmen für die Leistungsprüfung ist genau festgelegt: „Innerhalb von fünf Minuten muss das hier alles geschehen“, sagte Kiesl. Wie er aus Erfahrung weiß, dauert es etwa drei Minuten, bis alle benötigten Geräte aufgestellt wird. Um den „Verletzten“ im Auto müssen sich die Floriansjünger ebenfalls kümmern. Ob dieser richtig betreut wird oder nicht, stellen die Prüfer vor Ort fest und machen sich auf ihren Unterlagen Notizen.

Die Prüfer schauen ganz genau hin. Foto: Steffen.
Die Prüfer schauen ganz genau hin. Foto: Steffen.

Am Samstag waren es Oberlöschmeister Jochen Eibl vom Löschzug Wutzlhofen, Brandmeister Peter Regner vom Löschzug Weichs und Gerhard Stutika, der Feuerwehr-Kommandant von Oberisling, die die Arbeitsschritte der Prüflinge bewerteten. Sie kamen zu einem durchweg positiven Fazit: Alle 27 Teilnehmer haben die Prüfung bestanden.

Von Bronze bis Gold

In der Runde der Feuerwehr-Kameraden wurde dies entsprechend gefeiert. Zunächst überreichten die Verantwortlichen den Prüflingen die Abzeichen, die je nach Ausbildungsstufe in bronzener, silberner und goldener Form zu vergeben waren, dann lud der Löschzug Winzer alle Teilnehmer zu einem gemeinschaftlichen Essen ein.

„Wir rücken mit den Kameraden aus Winzer regelmäßig aus. Deshalb ist die Zusammenarbeit sehr wichtig.“

Matthias Wartlsteiner, Vorstand im Löschzug Weichs

Tiefe Zufriedenheit sprach aus den Gesichtern. „Wir rücken mit den Kameraden aus Winzer regelmäßig aus. Deshalb ist die Zusammenarbeit sehr wichtig“, sagte Matthias Wartlsteiner, Vorstand im Löschzug Weichs. Wie er erklärte, gehöre zur Zusammenarbeit auch, dass die Abzeichenprüfungen seit Jahren gemeinsam abgelegt werden. Die 22-jährige Feuerwehrfrau Betty Bach vom Löschzug Winzer betonte:

Feuerwehrleute erhielten Abzeichen

  • Inhalte: Bei der Leistungsprüfung der Freiwilligen Feuerwehr ging es um die Technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person. Im Nachgang an die Prüfung wurden die Details noch einmal besprochen.

  • Ausleuchtung: Wichtig war bei der Prüfung auch, für eine ausreichende Ausleuchtung der Einsatzstelle zu sorgen, da sich der Einsatz bei schwachen Lichtverhältnissen abspielte. Auch hier mussten die Feuerwehrleute bei ihrem Einsatz Schnelligkeit beweisen.

  • Prüfer: Drei Prüfer schauten den Feuerwehrkameraden aus Winzer, Weichs und Kneiting über die Schulter und nahmen die Bewertung vor. Das Ergebnis fiel höchst positiv aus: Alle 27 Teilnehmer haben die Leistungsprüfung bestanden.

  • Abzeichen: Als verdienter Lohn für die Teilnehmer warteten Feuerwehr-Abzeichen auf die Floriansjünger. Diese gab es je nach Ausbildungsstufe in den Farben bronze, silber und gold und wurden später, bei der offiziellen Überreichung, an die Feuerwehr-Uniform angesteckt.

„Wir haben eine echt gute Ausbildung gehabt und die Inhalte gut gelernt, deswegen ist die Prüfung auch prima gelaufen.“ Auch Gruppenführer Michael Biersack von der Freiwilligen Feuerwehr Kneiting unterstrich die Kooperation: „Es ist immer von Vorteil, wenn der andere weiß, was bei einem Einsatz zu tun ist, wenn man mal bei einem anderen Feuerwehrauto hinlangen muss.“ Gerade bei Personalengpässen sei dies sehr wichtig.

Die Feuerwehreinsatzkräfte bei der Arbeit. Foto: Steffen.
Die Feuerwehreinsatzkräfte bei der Arbeit. Foto: Steffen.

Die Feuerwehrjugend aus Winzer war in das Geschehen ebenfalls involviert. Sie nahm am Wettbewerb „Jugendflamme“ teil und musste sich vor allem in der Theorie beweisen. Zu ihren Aufgaben gehörte es zum Beispiel, ein Hydraulikschild zu erklären oder einen Rettungsknoten zu bilden. Insgesamt stellten sich vier Teilnehmer diesen Aufgaben – und auch sie sollten die Prüfung mit Bravour ablegen.

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