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Musik

Oberisling bejubelt neue Kirchenorgel

Endlich hat die Gemeinde St. Benedikt das passende Instrument in ihrem Gotteshaus. Ehrenamtliche sammelten 111 000 Euro.
Von Daniel Steffen, MZ

Pfarrer Stefan Haimerl (l.) und Claus-Jürgen Guder, der Kassier des Orgelbauvereins, freuen sich über das neue Prachtstück der Kirche. Foto: mds

Regensburg.Das lange Warten hat sich gelohnt. Knapp zehn Jahre sind seit der Gründung des Orgelbauvereins St. Benedikt Oberisling vergangen, nun hat sich für ihn der große Traum von einer neuen Kirchenorgel erfüllt. Aus 1024 Pfeifen tönt es in der Kirche St. Benedikt – und die Gottesdienstbesucher sind schlichtweg begeistert. Zum ersten Mal erklang die Orgel bei der Weihe, als Festorganist das Prof. Norbert Düchtel das neue Schmuckstück der Kirche erklingen ließ. „Viele Gläubige wischten sich vor Freude die Tränen aus den Augen“, heißt es über jenen besonderen Tag im Kalender der Oberislinger. Die Segnung der Orgel hatte Weihbischof Dr. Josef Graf vorgenommen. Als Konzelebranten fungierten Pfarrer Stefan Haimerl, Domvikar emeritus Monsignore Richard Völkl sowie Pfarrer Georg Frank, Bauherr der Filialkirche St. Benedikt.

„Eigentlich ist die Kirche erst jetzt fertig geworden“, sagt Claus-Jürgen Guder, der Kassier des Orgelbauvereins. „Denn zur Kirche gehört ein vernünftiges liturgisches Instrument.“ Auf die Orgel habe man im Ortsteil insgesamt 32 Jahre, also seit der Kircheneinweihung gewartet. Behelfen konnte sich die Pfarrei mit provisorischen Orgeln, die jedoch der Größe der Kirche nicht gerecht wurden. Jetzt aber, so betonte Claus-Jürgen Guder, erfülle die neue Orgel die Kirche mit ihren 250 Sitzplätzen mit einem vollen Klang.

Das nächste Konzert

  • Konzert:

    Eine weitere Gelegenheit, die neue Oberislinger Orgel zu hören, gibt es am 4. Dezember um 15 Uhr (2. Adventssonntag). Zur Einstimmung auf den anschließenden Adventsmarkt spielen die Organisten der Filialkirche St. Benedikt.

  • Ein Wermutstropfen bleibt:

    Die Orgel ist zwar geweiht, aber noch nicht ganz fertig gestellt. Ein weiteres Register im Pedal wurde vorbereitet, für die zugehörigen Pfeifen fehlte jedoch das Geld. Somit habe der Orgelbauverein St. Benedikt „in Zukunft noch viel zu tun“. (mds)

Verein sammelte 111 000 Euro

Die Kosten für die Kirchenorgel belaufen sich auf rund 300 000 Euro. Ein bedeutenden Teil davon hat der Orgelbauverein gestemmt, der seit seiner Gründung 111 000 Euro sammeln konnte. Zahlreiche Spenden kamen hinzu, zuletzt wurden für die Orgelpfeifen Patenschaften übernommen. Je nach Größe der Orgelpfeife kostet die Patenschaft zwischen zehn und 500 Euro. Die kleinsten Pfeifen, so sagt Guder, haben die Maße einer „dicken Stricknadel“, die größten Orgelpfeifen sind an die 2,50 Meter lang.

Die Auftragsvergabe für den Orgelbau war im Februar dieses Jahres erfolgt. Orgelbauer ist die Firma Claudius Winterhalter aus dem Schwarzwald – ein „renommierter Hersteller“, wie Claus-Jürgen Guder sagt.

Die meisten Pfeifen bestehen aus „Orgelmetall“, einer Legierung aus Zinn und Blei. Auch hölzerne Orgelpfeifen gibt es, beide Typen gliedern sich in 16 Orgelreihen auf. „Jede Reihe klingt anders“, erklärt Claus-Jürgen Guder. Damit die Orgel auch immer gut mit Luft versorgt ist, gibt es hinter dem Instrument einen Gang, in dem Wind erzeugt wird. Dort wird die Luft in „Windladen“ hineingeblasen. Die Windlade sorgt dafür, dass sich die Luft auf die einzelnen Pfeifen verteilt.

Das erste Konzert

Im Rahmen des Orgeleinbaus waren auf der Empore in der Kirche einige weitere Arbeiten nötig. So gibt es jetzt für die Organisten einen Parkettboden, der hin zum Manual (Tisch mit der Klaviatur) führt. Von dort aus kann der Organist die einzelnen Register ziehen. Die neue Orgel verfügt über ein Haupt- und ein Nebenwerk sowie ein Pedalwerk.

Die Segnungsworte von Weihbischof Dr. Graf liegen den Oberislingern weiter in den Ohren. „Gib, dass unsere Herzen mit dem Klang unserer Lieder zusammenstimmen. Unser Gesang und die Musik dieses Instrumentes mögen uns im Glauben bestärken und uns gegenseitig in Christus auferbauen“, sagte er in der voll gefüllten Kirche St. Benedikt. Nach dem Gottesdienst tauschten die Gäste beim Sektempfang der Pfarreiengemeinschaft Hohengebraching-Matting viele Erinnerungen aus. Der Festtag klang am Nachmittag mit dem ersten Konzert aus.

Der Orgelsachverständige Gerhard Siegl hatte Stücke aus verschiedenen Epochen ausgewählt, um „die unterschiedlichen Klangfarben des gelungenen Instruments“ vorzustellen So hatte der Kirchenchor St. Benedikt die „Missa Festiva“ des Burglendenfelder Komponisten Hubert Zaindl einstudiert.

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