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Kultur

Ein filmisches Denkmal für St. Benedikt

Mehr als 80 Zuschauer kamen zur Präsentation von Johannes Zettels Film über die Oberislinger Kirche. Die Baugeschichte belegt bürgerliches Engagement.

Am 15. Juli 1984 weihte Bischof Manfred Müller das Gotteshaus in Oberisling.
Am 15. Juli 1984 weihte Bischof Manfred Müller das Gotteshaus in Oberisling. Foto: mtl

OBERISLING.Um es vorweg zu nehmen: Johannes Zettel ist es gelungen, mit seinem Film über die Baugeschichte von St. Benedikt aufzuzeigen, wie viele Oberislinger und Leoprechtinger sich gemeinsam mit ihrem mutigen Pfarrer Georg Frank ihre Kirche bauten. An eben diese Menschen sollte die Dokumentation ein Geschenk sein. Zugleich ist der Film freilich eine überzeugende Würdigung des Leoprechtinger Architekten Jürgen Zettel, der 1980 mit viel Herzblut an die Planung herangegangen war.

Die Kirche St. Benedikt ist aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Foto: mtl
Die Kirche St. Benedikt ist aus dem Ortsbild nicht mehr wegzudenken. Foto: mtl

Die Verantwortlichen der „Kulturey“ freute es sehr, dass weit über 80 Besucher der Einladung zur Filmpräsentation ins Gasthaus Rieger gefolgt waren. Darunter fanden sich auch der damalige Pfarrer Georg Frank und Zettels Kompagnon Peter Wenz. Wie Bernhard Gietl vom Organisationsteam darlegte, war der Kirchbau eines der prägenden Ereignisse seit den 1950er Jahren. Ähnlich zu gewichten sei neben der Errichtung von Autobahn, Universität und Klinikum mit allen Folgen für die kleine Landgemeinde nur noch die Eingliederung in die Stadt Regensburg 1977.

Auf einfühlsame Art, gestützt auf viele Interviews von Beteiligten, zeigt der Film nicht nur die Baugeschichte und die Ausstattung durch die Künstler Josef Michael Neustifter und Manfred Dinnes, sondern lässt den Geist der Zeit erspüren, aus dem heraus das Gotteshaus erwachsen ist.

Bürger sprachen mit

Die enorme Resonanz freute die Veranstalter des Filmvortrags (v. l.): Maria Gietl, Regine Wörle, Johannes Zettel, Hanni Zettel und Bernhard Gietl. Foto: mtl
Die enorme Resonanz freute die Veranstalter des Filmvortrags (v. l.): Maria Gietl, Regine Wörle, Johannes Zettel, Hanni Zettel und Bernhard Gietl. Foto: mtl

Nach den Problemen, überhaupt einen Platz zu finden, zeigte sich schnell, dass die Bürger immer wieder Gelegenheit hatten, ihre Meinung zu äußern. Diese Partizipation, heute üblich, war damals ein Novum. So wurde über den Patron diskutiert, ob die Kirche einen Turm haben solle und auch über die Ausgestaltung. Immer wieder zeigt der Blick aus der Vogelperspektive, wie sich St. Benedikt in die Landschaft einschmiegt und sich respektvoll vor der alten Kirche St. Martin duckt. Die Fahrt nach Monte Cassino, um den Grundstein vom benediktinischen Mutterkloster zu holen, die Grundsteinlegung, die Fahrt zum Guss der beiden Glocken und die anschließende Segnung sowie im Jahr 1984 die Weihe des Gotteshauses durch Bischof Manfred Müller: Überall war die Bevölkerung dabei. Damals wurde auch das erste Dorffest gefeiert, von den Ortsvereinen danach oft wiederholt.

Während der Vorführung des knapp einstündigen Films war es mucksmäuschenstill, alle waren konzentriert. Gerade in den alten Filmsequenzen erkannte man sich oder Bekannte, oft genug damals als Kinder.

Gemeinsames Bestreben

Jürgen Zettel, der Vater des Filmautors, hatte ebenfalls eine Dokumentation geplant, in Form einer Broschüre. Die Vorarbeiten dazu fanden durch seinen Tod ein jähes Ende. Sein Sohn führte nun den Plan aus, allerdings im modernen Medium Film. Seine Arbeit hat ein offenes Ende, sie möchte weitergedacht werden, auch über die Vollendung der neuen Orgel hinaus.

Ähnlich hatte es Bernhard Gietl in seiner Einführung formuliert: „Die Kirche als Gebäude ist fertig. Aber wie das Bauwerk immer wieder repariert und gar saniert werden muss, müssen wir Menschen in der Kirche uns und unseren Glauben immer wieder sanieren und weiterentwickeln.“

Johannes Zettel wünschte sich, „dass die Kirche in 200 bis 300 Jahren noch steht und die Menschen dann wissen, wie St. Benedikt aus einem gemeinsamen Bestreben heraus entstanden ist“. Johannes Zettel stellt den Film auch online zum Anschauen zur Verfügung unter http://www.fotos-bayern.com/dokumentationen.(mtl)

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