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Abbruch

Bagger knabbert weiter an der Feuerwache

Nun ist auch der Schlauchtrockenturm weg. Doch trotz der Abrissarbeiten ist die Regensburger Berufsfeuerwehr einsatzbereit.
Von Heinz Klein, MZ

Am Mittwoch begann ein großer Abrissbagger, den Schlauchturm abzuknabbern. Der erste Happen war ein Balkon.
Am Mittwoch begann ein großer Abrissbagger, den Schlauchturm abzuknabbern. Der erste Happen war ein Balkon. Foto: Lex

Regensburg.Stück für Stück weicht die Hauptfeuerwache in der Greflingerstraße und macht für den großen Neubau Platz. Die Schreinerei, die Atemschutz- und die Kfz-Werkstatt wurden schon abgerissen, jetzt war auch der gut 20 Meter hohe Schlauchturm dran. In 52 Jahren hingen in dem Turm Tausende von Schläuchen, um nach einem Einsatz langsam wieder zu trocknen. Am Mittwoch begann ein schwerer Bagger, der sich auf den Trümmern der abgebrochenen Kfz-Werkstatt positioniert hatte, den Trockenturm langsam abzufieseln.

Gekrönt war der Schlauchturm von einem noch einmal gut zehn Meter hohen Funkmasten, den ein Autokran schon in der vergangenen Woche abgehoben hatte. Hier waren nochmals die Klettermaxen des Höhenrettungstrupps gefragt, die an dem Funkmast hinaufstiegen und ihm das schwere Drahtseil umlegten.

Acht bis 14 Tage Trockenzeit

Zwei Kletterer des Höhenrettungstrupps legten am Funkmast ein Stahlseil an, an dem der Mast schließlich ausgehoben wurde.
Zwei Kletterer des Höhenrettungstrupps legten am Funkmast ein Stahlseil an, an dem der Mast schließlich ausgehoben wurde. Foto: Stadt/Ferstl

Der Schlauchturm hatte aber nicht nur zum Trocknen der Feuerwehrschläuche gedient, er war auch ideales Trainingsgelände für die Höhenrettung und für das Üben mit der Drehleiter, erzählt Iris Krimm, die stellvertretende Chefin der Berufsfeuerwehr. Die 20 Meter langen Schläuche konnten in dem Turm in voller Länge baumelnd langsam trocknen. Die längeren Schläuche mussten einmal zusammengelegt zum Trocknen aufgehängt werden. Je nach Außentemperatur dauerte es etwa acht bis 14 Tage, bis die Schläuche trocken waren, zusammengerollt werden konnten und für den nächsten Einsatz zur Verfügung standen. Eine Heizung zum Trocknen gab es nicht. Auch der neue Schlauchturm wird keine haben.

Hier sehen Sie ein Video vom Abriss:

Video: MZ

Die Schlauchwäsche war unten im Trockenturm untergebracht, erzählte Iris Krimm. Denn Feuerwehrschläuche müssen nach dem Einsatz gewaschen werden, weil sie beim Löschen häufig mit Ruß oder Chemikalien kontaminiert sind. Sie werden eingeweicht und wandern anschließend in eine mechanische Schlauchwäsche.

Da die Berufsfeuerwehr bis zum Bau eines neuen Schlauchturms keine Trocknungsmöglichkeit hat, hilft nun die Lappersdorfer Feuerwehrschule aus. Insgesamt stehen der Berufsfeuerwehr mit den Freiwilligen Feuerwehren rund 1600 Schläuche zur Verfügung. 500 davon sind auf der Hauptfeuerwache in der Greflingerstraße sofort verfügbar. Daneben ist ein reiner Schlauchwagen einsatzbereit, der Material für eine etwa 2000 Meter lange Schlauchleitung an Bord hat. Auf dem Schlauch steht man bei der Regensburger Feuerwehr also keineswegs.

Einsatz trotz Abriss

  • Ausweichquartier:

    Die Berufsfeuerwehr muss zur Zeit improvisieren und auslagern. Ein Teil der Verwaltung sitzt nun im IT-Speicher, in der Grüntaler Straße sind die Werkstatt und ein Lager untergebracht, in der Guerickestraße ist ein Lager für Dinge, die man nicht unmittelbar für den Einsatz braucht. Trotz der Abrissarbeiten sei die Wehr in jeder Sekunde einsatzbereit und leistungsfähig wie im Normalfall“, hatte deren Chef Johannes Buchhauser unserem Medienhaus versichert.

  • Umbauarbeiten:

    Die Hauptfeuerwache wurde 1964 erbaut und seitdem zweimal – 1981 und 2001 – erweitert. Die Erweiterung in 2001 diente in erster Linie dem Neubau der Integrierten Leitstelle, schaffte aber auch zusätzlich Platz.

Dennoch wird für Übungen bei den Freiwilligen Feuerwehren nun ein Schlauchkontingent erlassen, kündigt die stellvertretende Leiterin des städtischen Amts für Brand- und Katastrophenschutz an. Aufgrund der eingeschränkten Trocknungsmöglichkeiten werde entweder trocken geübt oder beim nassen Übungseinsatz sparsamer mit Schlauchmaterial umgegangen.

Im Ernstfall kann aber natürlich vom Schlauchsparen keine Rede sein. Bei einem Wohnungsbrand mittleren Ausmaßes kommen etwa 10 bis 20 Schläuche zum Einsatz, verdeutlicht Iris Krimm den Materialeinsatz.

In zwei Jahren am Ziel

Die Abrisszange fieselt den Turm ab.
Die Abrisszange fieselt den Turm ab. Foto: Lex

Die Gebäude, die zuvor auf dem Hof der Berufsfeuerwehr standen, werden nun im Rahmen eines ersten Bauabschnitts in moderner Fom wieder errichtet. Zudem entsteht dort ein neues, fünfstöckiges Verwaltungsgebäude mit Ruhe- und Aufenthaltsräumen. Dorthin wird der Regelbetrieb verlagert, wenn anschließend das alte Hauptgebäude der Wache aus dem Jahr 1964 im zweiten Bauabschnitt abgerissen wird.

Der Neubau der Hauptfeuerwache wird insgesamt auf etwa 34,8 Millionen Euro veranschlagt und soll in zwei Jahren fertiggestellt sein. Die Hauptfeuerwache wird sich dann von knapp 10 000 auf 15600 Quadratmeter vergrößert haben.

Das parallel zur Greflingerstraße verlaufende Hauptgebäude wird drei bis fünf Stockwerke hoch sein und sich in Farbe und Material an der neu gebauten Integrierten Leitstelle orientieren.

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