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Donnerstag, 26. April 2018 16° 2

Überfall

Räuber bedroht Verkäufer mit Messer

Im Schutz der Dunkelheit wollte der Täter den Supermarkt ausrauben. Er bedrohte den Inhaber mit einem Messer.
von Michael Sperger

Mehrere Streifen der Polizei eilten zum Tatort. Der Räuber war aber schon über alle Berge. Foto: Bastian Winter

Regensburg.Die Barilla Nudeln 99 Cent, 100 Gramm Mettwurst 79 Cent und das Kilo Mehl 35 Cent. Draußen stehen leere und volle Bierkästen bunt gemischt. In roten Lettern steht über dem Eingang das Wort „Supermarkt“ geschrieben. Eine Verkäuferin schaut hinter dem Warenband hervor, eine andere räumt seelenruhig die Regale ein. Der Chef steht zwischen den Bierkästen und führt ein Telefongespräch.

Im Nahkauf-Supermarkt in der Regensburger Diepenbrockstraße ist gestern Nachmittag alles wie immer – eigentlich. Wäre da nicht ein Vorfall in den frühen Morgenstunden gewesen. Ein komplett schwarz gekleideter Mann, etwa 1,70 Meter groß, betritt eineinhalb Stunden nach Ladenöffnung gegen 7.30 Uhr den Laden. Er kommt aus dem dunklen Morgengrauen. In seinen Händen hält er ein Messer. „Riesengroß“, sagt der Inhaber des Ladens.

„Kasse auf, Geld raus“

Er war zu der Tatzeit mit zwei Mitarbeiterinnen bei der Arbeit. „Kasse auf, Geld raus“, lautet die Aufforderung an den Chef. Als dieser nicht reagiert, wiederholt der Räuber seine Worte. Mit der Reaktion des Kaufmanns hatte er wohl nicht gerechnet. „Ich habe mich einfach umgedreht und bin Richtung Hinterraum gegangen“, sagt der Besitzer. Der Räuber sucht daraufhin das Weite – ohne Bargeld. Doch ganz mit leeren Händen verlässt er den Laden nicht. Auf dem Weg nach draußen greift er sich aus einer Auslage noch mehrere Schachteln Zigaretten. Dann flüchtet er Richtung Greflinger Straße.

„Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht“, versucht der Besitzer, sein, wie die Polizei schreibt, besonnenes Handeln zu erklären. „Meine beiden Mitarbeiter haben schon verdutzt geschaut, als ich danach zu ihnen ins Zimmer kam“, erinnert er sich. Den Lärm habe man im Nebenzimmer scheinbar nicht mehr gehört.

Video: Michael Sperger

Bald darauf traf die Polizei ein. „Wir kamen mit allen verfügbaren Streifen an den Tatort“, sagt Albert Brück vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Die Fahndung im Umfeld des Supermarkts verlief ergebnislos. Als die Gesetzeshüter wieder weg waren, kehrte Normalität ein. „Muss ja“, sagt der Besitzer. Den restlichen Tag gehen die Kunden wieder ein und aus und erledigen Einkäufe für Silvester. Seit gestern dürfen ja auch Raketen und Böller gekauft werden. Der Vorfall am Vormittag beschäftigt die Kunden nur wenig. „Eingebrochen wurde hier ja schon öfter“, sagt der Inhaber. Doch nur selten verließen die Täter den Laden mit Beute, da die Kasse gesichert sei.

Die Polizei hat sich schon vor dem gestrigen Vorfall intensiv mit dem Thema „Raubüberfall“ auseinandersetzen müssen. Denn schon am Mittwoch kam es im Mc Donald’s in Obertraubling zu einem ähnlichen Fall. Ein maskierter Mann drang gegen
3.10 Uhr in das Gebäude ein und bedrohte zwei Angestellte mit einer Schusswaffe. Er erbeutet eine vierstellige Summe Bargeld und flüchtet. Bis gestern Abend fehlte von dem Täter weiter jede Spur. In beiden Fällen sucht die Kriminalpolizei Regensburg weiter mit Hochdruck nach den Räubern.

„Auf einen Zusammenhang zwischen den beiden Taten haben wir keinen Hinweis“, sagt Albert Brück. Man könne jedoch nicht zu 100 Prozent ausschließen, dass die beiden Taten etwas miteinander zutun haben. Der Winter biete sich laut Brück natürlich besonders für Einbrüche oder Überfälle an. Im Schutz der Dunkelheit fühlen sich die Täter bei ihren Verbrechen sicherer. „Ob das für diesen Räuber ein Anreiz war, wollen wir ihn möglichst bald selbst fragen“, sagt Brück.

„Ich habe nicht wirklich darüber nachgedacht“

Der Inhaber des Supermarkts

Denn in vielen Fällen werden die Täter im Zuge der Fahndung trotz der Dunkelheit und der kompletten Vermummung geschnappt. Brück weist hierzu nochmals auf die mutmachende Aufklärungsquote hin: „Zwei von drei Raubüberfällen werden in unserem Einsatzgebiet statistisch gesehen aufgeklärt.“

Domspatzen-Hotspot

Der Nahkauf-Markt in der Diepenbrockstraße ist seit mehreren Jahrzehnten ein Hotspot für Schüler des knapp 300 Meter entfernten Gymnasiums der Regensburger Domspatzen. Ob in den frühen Morgenstunden vor dem Unterricht, in der Mittagspause oder nach der Schule auf dem Heimweg – die Besitzerfamilie versorgt die Schüler zu ihren Öffnungszeiten mit Lebensmitteln und Gebrauchsartikeln. Doch über Weihnachten sind auch bei den Domspatzen Schulferien. Sonst wäre um 7.30 Uhr vielleicht mehr losgewesen als gestern. Trotzdem hofft die Kriminalpolizei auf Hinweise aus der Bevölkerung.In Burgweinting verzeichneten die Gesetzeshüter einen Erfolg und erwischten ein Einbrecherduo

Polizei hofft auf Hinweise

Der Täter wird wie folgt beschrieben: ca. 170 Zentimeter groß, schlanke/normale Statur, bekleidet mit schwarzer Hose, schwarzem Oberteil und schwarzer Mütze, das Gesicht verdeckt. Er sprach hochdeutsch mit bayerischem Akzent

Die Kriminalbeamten hoffen bei ihren Ermittlungen auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer konnte den Überfall beobachten? Ist Anwohnern oder Passanten in der Zeit zwischen 7 Uhr und 7.45 Uhr ein dunkel gekleideter Mann im Bereich Diepenbrockstraße aufgefallen? Der Täter könnte sich auch schon vor der Tat dort aufgehalten haben. Hat jemand einen flüchtenden, dunkel gekleideten Mann im Bereich Greflinger Straße gesehen?

Mitteilungen an die Kripo Regensburg unter Tel. 0941/506-2888 oder an jede andere Polizeidienststelle.

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