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Gestaltung

Der Hochwasserschutz ist beispielhaft

Lob für die Stadt Regensburg: Die Bundesstiftung Baukultur bezeichnet die ästhetische Umsetzung als sehr gelungen.
Von Angelika Lukesch, MZ

Sehr ansprechend: Die Gestaltung des Uferbereichs in Reinhausen
Sehr ansprechend: Die Gestaltung des Uferbereichs in Reinhausen Foto: lla

Regensburg.Der Hochwasserschutz kann sich im wahrsten Sinne des Wortes „sehen lassen“. Die bereits fertiggestellten Bauabschnitte in Schwabelweis und Reinhausen lobte der Vorsitzende der Bundesstiftung Baukultur, Reiner Nagel, bei einer Pressekonferenz in der RT-Halle. Vorbildhaft werde gezeigt, dass beim Bau notwendiger Infrastruktur, zum Beispiel eben des Hochwasserschutzes, es auch möglich sei, gestalterisch tätig zu sein und für die Bürger einen Mehrwert herauszuziehen – in diesem Falle Naherholung.

In Reinhausen und Schwabelweis

Deswegen wurde auch der Hochwasserschutz in Regensburg von der Bundesstiftung Baukultur zu einem der acht Best-Practice-Beispiele für die „Baukulturwerkstatt in Regensburg“ ausgewählt. Diese Veranstaltung der gleichnamigen Bundesstiftung und der Stadt Regensburg fand am Donnerstag und Freitag in der RT-Halle statt. Das Thema lautete „Infrastruktur und Landschaft in Stadt und Land“. Dabei wurde auch die Frage gestellt, wie Klimaveränderungen und die Energiewende in Regensburg und anderswo gelöst werden. Die Baukulturwerkstatt stellte Modelle vor, wie sich neue Anforderungen des Klimawandels und der Energiewende als Gestaltungsaufgabe begreifen lassen und auch in Kulturlandschaften integriert werden können. Das Orts-und Landschaftsbild sei, sagten die Vertreter der Bundesstiftung, einem ständigen Wandel unterworfen und häufig gebe es eine Veränderung zum Schlechten. Einem Zuviel an technischer Infrastruktur stehe oftmals ein Zuwenig an Gestaltungsqualität gegenüber.

Acht Best-Practice-Beispiele auf dem Podium und weitere auf einer Projektbörse demonstrierten bei der Baukulturwerkstatt, wie Landschaften kultiviert werden können und dabei Infrastruktur integriert wird. In diesem Zusammenhang wurden auch die zwei Hochwasserschutzmaßnahmen in Regensburg (Reinhausen und Schwabelweis) vorgestellt.

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs erklärte, dass beim Hochwasserschutz die Bürger von Anfang an mit in die Planungen eingebunden gewesen seien. Dies habe sich sehr gut bewährt. Baureferentin Christine Schimpfermann stellte fest, dass Baukultur so viel wie Planungskultur bedeute. Deswegen habe man, als man in Regensburg den Hochwasserschutz angegangen sei, die Bürger sehr früh informiert. „Die Akzeptanz ist sehr hoch. Die Gestaltung ist ein wichtiges Element bei der technischen Umsetzung“, sagte Schimpfermann. So könne man einen Mehrwert für die Bürger schaffen, in Form von Naherholung an Donau und Regen.

Eine besondere Herausforderung werde der Hochwasserschutz im Altstadtbereich. Hier erwartet sie, sagte Schimpfermann, eine spannende Diskussion. Der Vorsitzende der Bundesstiftung Baukultur, Reiner Nagel, nannte Regensburg ein „sehr gutes Beispiel“ für das, was seiner Organisation besonders wichtig sei: „Grün, bezahlbares Wohnen, ländlicher Raum, energetisches Bauen, Kultur, Tourismus.“ Es sei inspirierend, was in Regensburg läuft. Der Hochwasserschutz in Schwabelweis und Reinhausen biete genau das, was die Stiftung wolle: technische Anlagen, die auch den Bürgern was bringen, sagte Nagel.

Referentin: Die Stadtteile vernetzen

In diesem Zusammenhang erklärte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, dass sich Regensburg mit dem bislang brachliegenden Pürkelgut als Standort für die Bundesgartenschau 2024 bewerben wolle. Von hier aus, erklärte Schimpfermann, könne man einen Brückenschlag zwischen dem Norden und dem Süden machen und außerdem das Pürkelgut dauerhaft für die Bürger umgestalten. Eine bessere Vernetzung der Stadtteile könne ebenfalls erreicht werden. Auch diesen Gedanken lobte Nagel. Durch den wachsenden Anteil älterer Leute in der Gesellschaft seien schnell erreichbares Grün und gute Infrastruktur in miteinander vernetzten Stadtteilen sehr wichtig.

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