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Hochwasser

Mit mobilen Elementen gegen die Flut

Zwischen der Flutmauer in Reinhausen und dem Abschnitt Sallern gibt es eine „Sicherheitslücke“. Nun gibt es eine Lösung.
Von Daniel Steffen, MZ

Rainer Zimmermann (links) und Franz Kastenmeier demonstrieren ihre Kooperation in Sachen Hochwasserschutz. Beide stellten sie den mobilen „Querschott“ vor, der Reinhausen schützen soll.
Rainer Zimmermann (links) und Franz Kastenmeier demonstrieren ihre Kooperation in Sachen Hochwasserschutz. Beide stellten sie den mobilen „Querschott“ vor, der Reinhausen schützen soll. Foto: Steffen

Regensburg.Seit Sommer 2015 ist der Hochwasserschutz im Abschnitt D Reinhausen fertig. Bis zur Fortführung des Schutzes im angrenzenden Abschnitt Sallern besteht jedoch die Gefahr, dass bei Hochwasser die Wassermassen nach Reinhausen strömen. Betroffen wäre die Gegend am nördlichen Ende der fertig gestellten Flutmauer, nördlich der Kirche St. Nikolaus. Wie das verhindert werden kann, zeigten Verantwortliche der Stadtverwaltung und des Wasserwirtschaftsamts bei einem Ortstermin in der Uferstraße auf.

Jene „vorübergehende Sicherheitslücke“ werde im Hochwasserfall durch einen Querschott geschlossen, erklärten sie. Hierbei handelt es sich um mobile Elemente, die im nördlichen Teil der Uferstraße und in der Sonnenstraße auf einer Gesamtlänge von 118 Metern aufgestellt werden sollen. In ihrer Konstruktion sind die Elemente Flugzeugteilen nachgeahmt. „Sie sind leicht und sehr widerstandsfähig“, erklärte Franz Kastenmeier vom städtischen Tiefbauamt.

Die Planung wurde überarbeitet

Anders als bei der ursprünglichen Planung ist nun nicht vorgesehen, diese Elemente im Hochwasserfall fest im Boden zu verankern. „Eine feste Verankerung in der Uferstraße wäre technisch sehr aufwendig, störend und unverhältnismäßig teuer für die Einsatzzeit von ungefähr fünf Jahren“, sagte Projektleiter Rainer Zimmermann vom Wasserwirtschaftsamt. Seiner Schätzung nach dauert es bis 2021/2022, bis der Hochwasserschutz auch in Sallern fertiggestellt ist und die Sicherheitslücke somit geschlossen sein wird.

Um die Behelfsmaßnahme zu veranschaulichen, ließ die Stadt einen Teil des Querschotts aufbauen. Mit ihrer Höhe von 1,35 Metern schützen die mobilen Elemente vor einem Hochwasser, wie es statistisch etwa alle hundert Jahre vorkommt. Zusätzlich zu dem sogenannten HW-100-Schutz bieten die mobilen Elemente noch einen Freibord von 20 Zentimetern, was bedeutet, dass sie einen Wasserpegel abfangen, der zwanzig Zentimeter höher ist als beim statistischen hundertjährlichen Hochwasser.

Ursprünglich war für die provisorische Maßnahme ein Freibord von 50 Zentimern angedacht. „Da der Freibord nun nur knapp halb so groß ist wie bei der genehmigten Lösung, sind die betroffenen Flächen in Reinhausen weiterhin rechtlich als Überschwemmungsflächen einzustufen“, erklärte Rainer Zimmermann.

Zwischenlösung für mehre Jahre

  • Reinhausen:

    Um Reinhausen vor einem Hochwasser rundum zu schützen, ist eine vorübergehende Lösung vonnöten. Denn solange der staatliche Hochwasserschutz nicht weiter gen Sallern gebaut ist, gibt es am nördlichen Ende der fertiggestellten Schutzmauer in Reinhausen eine „Sicherheitslücke“. Dort droht das Hochwasser den Ortsteil von Norden aus zu überschwemmen. Mobile Elemente sollen dort Abhilfe schaffen.

  • Sallern:

    Der angrenzende Hochwasserschutz-Abschnitt Sallern erstreckt sich von der Uferstraße bis zur Sattelbogener Straße und befindet sich derzeit in der Detailplanung. Baubeginn wird voraussichtlich in zwei Jahren sein.

Zuständig für den Aufbau der mobilen Katastrophenschutzelemente ist das städtische Tiefbauamt. Dies lagert seine mobilen Elemente in Containern, die sich im Bauhof Nord am Harthofer Weg befinden. Von dort aus werden sie per Lkw an die jeweiligen Einsatzstellen gebracht. Die Anlieferung der Container mit den mobilen Elementen kann sich jedoch verzögern – zum Beispiel dann, wenn parkende Autos den Lastkraftwagen den Weg versperren. Auch deshalb gibt es für die mobilen Elemente nun einen ortsnahen Lagerplatz. Er liegt nur wenige Dutzend Meter von der Einsatzstelle in Reinhausen entfernt.

Der Aufbau bedeutet viel Arbeit

Auf der bestehenden, 600 Meter langen Flutmauer in Reinhausen können ebenfalls mobile Elemente angebracht werden. Ein Testlauf im Oktober 2015 hatte ergeben, dass 14 Mitarbeiter rund acht Stunden brauchen, um alle Elemente zu montieren. Da die mobilen Elemente dort 75 Zentimeter hoch sind, entsteht im Bedarfsfall eine zusätzliche Schutzwand von 450 Quadratmetern Größe. Anders als beim Provisorium in der Uferstraße werden dort die mobilen Elemente mit dem Untergrund – in diesem Fall: mit der Mauer – verschraubt. Inklusive der Elemente schützt die Mauer vor einem hundertjährlichen Hochwasser und bietet zusätzlich einen Puffer von 50 Zentimetern.

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