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Glauben

Neue Wege der Kirchenmusik

Am 11. November sind in Heilig Geist Regensburg ungewöhnliche Kompositionen zu hören. Dazu wurde ein Projektchor gegründet.

Der Chor und die Leiterin beim Konzert in Rottenburg Foto: Erhard von Weikersthal
Der Chor und die Leiterin beim Konzert in Rottenburg Foto: Erhard von Weikersthal

Regensburg.Die Diplomkirchenmusikerin Benedicta Ebner formierte in den vergangenen Monaten einen großen Projektchor um sich, um völlig neuartige Kirchenmusik, aus ihrer Feder stammend, in die Kirche zu bringen. Am Sonntagnachmittag wird man Kirchenmusik, wie sie konzertant wohl ein Unikat ist, in der Pfarrkirche Heilig Geist hören können.

In Ergoldsbach und Bayerbach, wo Benedicta Ebner als hauptamtliche Kirchenmusikerin seit 2008 tätig ist, hat sie sich auch als Komponistin einen Namen gemacht und weiß sehr wohl, dass sich diese Musik an etwas wagt, das Gemüter spaltet: Modernste Kirchenmusik. Eine große Aufgabe, Liturgie mit derartiger Musik zu kombinieren! Eine Herausforderung, Bahnen zu brechen und trotzdem treu zu bleiben!

Seit der Übernahme eines der Chöre der Pfarreiengemeinschaft 2011 wurde es zu ihrem Hobby, zu jedem Pfingstfest eine neue Messe zu komponieren, die diesen Chor formte und deutlich vom herkömmlichen Liedgut abheben sollte: Die Famous Melodies Mass-Zyklen.

Benedicta Ebner schlägt mit ihren FMM-Kompositionen ganz neue Wege ein und betritt ein Areal, das völlig unbesetzt ist: Sie komponiert Messzyklen, denen sie famous melodies (bekannte Melodien) zugrunde legt und kreiert somit völlig neue Kirchenmusik. Dabei achtet sie darauf, dass die liturgisch korrekten und von ihr selbst verfassten Texte den jeweiligen Messteilen zugrunde liegen und der Liturgie gerecht werden. Diese Musik sei nicht auf Profit und Verbreitung aus, sondern soll die Zuhörer, die Gläubigen mit Gott in der heutigen Popmusik einen, sagt Ebner. Warum Gott nicht auf diese Art loben, warum Gott nicht mit Popmusik danken, fragt sie und erklärt, dass es sich um Kirchenmusik handle, die Popmusik macht, die jedem bekannt zu sein scheint.

Welthits wie Viva la vida (Coldplay), Human (RagnBoneMan), Happy (Pharrell Williams), Royals (Lord), Hit the road Jack (Ray Charles) oder Conquest of paradise (Vangelis) finden bei diesem Konzert ihren Platz im Gotteshaus. Klassiker wie Weil’st a Herz hast wie a Bergwerk von Reinhardt Fendrich finden ebenso ihren Platz wie California Dreaming von The Mamas and the Papas.

Zur Auswahl der Musik sagt Benedicta Ebner: „Jeder Titel hat mich zu einem bestimmten Zeitpunkt persönlich angesprochen. Ich fahre im Auto und an der roten Ampel höre ich zu Pharrell Williams Happy plötzlich ein Sanctus, ich sitze beim Arzt und zu Ray Charles Hit the road Jack, das aus dem Radio tönt, höre ich plötzlich Santo, santo. Das dann schnell als Sprachmemo ins Handy oder auf ein Tempo gekritzelt, solange die Ampel rot bleibt, und schon vergesse ich es nicht, bis ich Zeit habe, zu komponieren.“

Und auch wenn man es nicht glauben mag, aber mit David Hasselhoff hat alles begonnen: „Ein Bräutigam nannte mir sein Lieblingslied, das er unbedingt zur Hochzeit hören wollte. Ich schrieb einen liturgischen Text, setzte vier bis sechsstimmig, veränderte, rhythmisierte, wurde auf eine Art kreativ, die ich bis dato noch nicht an mir kannte und die mich forderte – und schon war sie da: Meine Sucht danach, von mir geliebte Popmusik in meine Leidenschaft Kirchenmusik zu verwandeln und zu kleiden.“

Musik, die jeder mitsummt, die tagsüber in den Radios als weltliche Musik läuft, wird so hochwertige kirchliche Musik. Der Projektchor setzt sich aus zahlreichen Sängern aus Ebners Wirkungsfeld herum zusammen. So formierte sie ehemalige Schüler, aktive Sänger aus ihren Chören, Kollegen, Freunde und auch viele Nachwuchssänger zu einem großen Chor, der in wenig Intensivproben großes auf die Stimmbänder geschafft hat, um in der Konzertreihe zu überzeugen und mitzureißen. Die ersten Konzerte haben die Musiker schon erfolgreich in Nabburg und Rottenburg hinter sich gebracht. Stehende Ovationen, ein begeistertes Publikum, wie auch bereits ein Bericht im Fernsehen waren die Lorbeeren.

Auch die Königin der Instrumente – die Orgel – soll ihren Stellenwert im Konzert bekommen und den Rahmen des Ganzen darstellen. Hierbei versucht Benedicta Ebner ebenso bekannte Themen, die ihr etwas bedeuten, auf ihr Königsinstrument zu spiegeln und wird durch komplexe Rhythmen und harmonische Überraschungen für Aufmerksamkeit sorgen.

Neue Wege der Kirchenmusik

  • Begleitung:

    Benedicta Ebner wird bei ihren Messen am E-Piano sitzen und den Chor mit Schlagzeuger Christian Ruppik zusammen durch die Melodien führen.

  • Eintritt:

    Der Eintritt ist frei, allerdings freut man sich über Spenden, die komplett an die Pfarrei Heilig Geist gehen werden. In der Pfarrei Heilig Geist wurde bei den Proben das Programm erarbeitet. Beginn ist am Sonntag um 17 Uhr.

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