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Gastronomie

Rundumerneuerung für Spitalgarten

Eine der traditionsreichsten Wirtschaften Regensburgs wird bei laufendem Betrieb saniert. Das Essen kommt aus Thalmassing.
Von Tino Lex, MZ

Das Wirtsehepaar Conny und Anton Sperger hält den Betrieb während der Sanierung aufrecht. Fotos: Lex

Regensburg.Eine der traditionsreichsten Gaststätten Regensburgs wird derzeit höchst umfangreich saniert: Die Rede ist vom Spitalgarten. Am Samstagmittag haben Spitalmeister Willibald Koller und seine Pächter Conny und Anton Sperger auf die Baustelle eingeladen und allen Interessenten gezeigt, wie der Spitalgarten in naher Zukunft aussehen soll. Die Kosten die so eine große Umbaumaßnahme mit sich bringt, wollte Spitalmeister Koller nicht genau beziffern. Nur so viel: „Wir bewegen uns im unteren siebenstelligen Bereich.“

„Kein Stein bleibt auf dem anderen“

„Wie Sie alle sehen, ist hier bereits eine Menge passiert. Seit einigen Wochen sind die Bauarbeiter hier zugange und eins kann ich versprechen: Kein Stein bleibt auf dem anderen“, so Koller. In der Tat sieht die Traditionsgaststätte ziemlich „entkernt“ aus. Dort wo früher der Schankkellner das Bier der nahen Brauerei ausschenkte, klafft jetzt eine große Lücke, die es allerdings bis Anfang Juni zu schließen gilt. „Wir werden Mitte des Jahres die Küche fertig haben, dann kann hier wieder ganz normal gekocht und natürlich das Bier ausgeschenkt werden. Wir liegen im Zeitplan“, erklärte der Spitalmeister. Derzeit kochen die Spergers in Thalmassing und bringen dann die Speisen nach Stadtamhof – kein l eichtes Unterfangen. „Wir freuen uns schon wieder auf dem Tag, an dem wir hier in unserer neuen Küche die Speisen zubereiten können“, sagt Conny Sperger. Derzeit hat das Pächter-Ehepaar eine anspruchsvolle Logistik zu bewältigen. Denn es weiß nie, wie viele Gäste in den hinteren Trakt der Wirtschaft kommen und wie viele etwas zu essen bestellen. Doch mittlerweile haben sie damit gelernt zu leben, und es klappt recht gut.

Arbeiten dauern eineinhalb Jahre

Bei laufendem Betrieb werden Wirtsstube, Küche und Hotelbetrieb fast eineinhalb Jahre lang saniert und modernisiert mit dem Ziel, die altbekannte Wirtshausatmosphäre zu bewahren. Deshalb hat Koller auch ganz genaue Vorstellungen, wie die Gaststätte in Zukunft aussehen soll: „Wir werden viel Holz verwenden, sowohl dunkles Holz, als auch helles Holz. Soviel kann ich verraten: Kein Gastzimmer wird so aussehen wie das andere“, so Koller weiter. Das Team um Architekt Karl Kefes (ksa-Architekten) setzt deshalb Veränderungen mit viel Feingefühl um. Das Ziel: Soviel Modernität wie nötig, aber auch so viel Ursprünglichkeit wie möglich. Küche und Lagerräume werden komplett saniert und erweitert, die Sozialräume der Mitarbeiter auf den neuesten Stand gebracht, der Schankbereich erhält einen direkten Anschluss an die Brauerei und zwischen Küche und Ausschank wird ein Servicepass eingerichtet, um Laufwege zu verkürzen und die Essensausgabe zu optimieren.

Der Spitalgarten

  • Erste bekannte Erwähnung:

    Urkundlich erwähnt wurde die Gaststätte Spitalgarten im Jahr 1230.

  • Geschichte:

    Seit seiner Entstehung im Mittelalter braut das Spital für seine Gäste, die Pfründner und das Gesinde Bier. Die Brauereirechnungen lassen sich bis in die Zeit um 1350 zurückverfolgen. Im Jahre 1852 kaufte das Spital vom Druckereibesitzer Friedrich Pustet eine „Tafernwirtsgerechtigkeit“, die den Bier-, Wein- und Kaffeeausschank ebenso wie das Beherbergungs- und Schlachtrecht umfasste.

Besonderes Augenmerk wird auch auf den Hotelbereich gelegt. „Bisher hatten wir hier eigentlich nur so genannte ‚Radler-Zimmer‘. Das waren einfache Zimmer ohne viel Komfort – einfach nur zum Übernachten.“ Jetzt wurden diese 13 Räume komplett entkernt und es entstehen großzügige Übernachtungsmöglichkeiten, die jeweils als Doppelzimmer genutzt werden können. Hierfür wird das Nebengebäude aufgestockt und ein vergrößerter Empfangsbereich mit Rezeption geschaffen. Allein der Ausblick auf die Steinerne Brücke und den Regensburger Dom werden dort aller Wahrscheinlichkeit nach herausragend sein. Auch der Brandschutz muss an die neuen Gegebenheiten angepasst werden.

2018 sind Hotelzimmer fertig

Der Zeitplan sieht folgendermaßen aus: bis Anfang Juni 2017 wird die Küche fertig gestellt sein, bis spätestens Oktober 2017 sollen die Gasträume bezugsfertig sein und im Frühjahr 2018 sollen die neuen Hotelzimmer den Gästen zur Verfügung stehen. Der tägliche Gastbetrieb bleibt während all dieser Maßnahmen aufrechterhalten. Die Wirtsleute Sperger stemmen die Umbauphase mit einem leicht reduzierten Angebot, der Gastraum wurde dazu in den Katharinensaal verlegt. Koller versprach, dass der Biergartenbetrieb im Frühjahr wie gewohnt anlaufen soll. „Es wird hinter den Kulissen für das Personal enorme Erleichterungen und kürzere Wege geben“, freut sich das Wirtsehepaar auf die Fertigstellung der Traditionsgaststätte. Es hofft darauf, dass es sein Klientel mit den neuen Gästezimmern deutlich erweitern kann.

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