MyMz
Anzeige

Sachschaden

Autonarren schlittern über Parkplätze

Der Schnee reizt einige Fahrer zu riskanten Manövern auf fremdem Grund. Die Regensburger Badebetriebe gehen nun dagegen vor.
Von Julia Ried, MZ

Autonarren testen gern die Grenzen ihres Fahrzeugs auf schneebedeckter Fahrbahn aus. Auf dem Parkplatz der Donau-Arena kam es nun deswegen zu Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro.
Autonarren testen gern die Grenzen ihres Fahrzeugs auf schneebedeckter Fahrbahn aus. Auf dem Parkplatz der Donau-Arena kam es nun deswegen zu Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro. Foto: dpa

Regensburg.Fällt nach langer Zeit erstmals Schnee, hat das nicht nur für viele Kinder besonderen Reiz. Autonarren lieben es, dann die Grenzen ihres Fahrzeugs auszutesten: etwa auf Großparkplätzen. Für die Regensburger Badebetriebe (RBB) ist nach größeren Schäden auf der Stellfläche an der Donau-Arena nun das Maß voll: Sie erstatteten Anzeige und wollen nun auch in Zukunft so rasante Manöver konsequent der Polizei melden.

Robby Butter von der Interessengemeinschaft VW-Szene Regensburg, der sich selbst „autobegeistert“ nennt, kann den Gang zur Polizei nachvollziehen. Der 30-Jährige, der regelmäßig große Autoschrauber-Treffen organisiert, weiß, wie beliebt das Schlittern auf schneebedecktem Grund ist. „In den Abendstunden ist auf den Plätzen, die nicht geräumt sind, auf jeden Fall jemand anzutreffen.“ Doch er distanziert sich klar von den Fahrern, die Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro am Parkplatz der Donau-Arena anrichteten. „Ein kleiner Teil der Szene braucht Aufmerksamkeit, die er versucht, durch quietschende Reifen und lautes Auspuffdröhnen zu erzeugen“, sagt er kritisch. Diejenigen, „die es übertreiben und auf Teufel komm raus Blödsinn machen“, schadeten den vielen anderen Autobegeisterten, die auf legalem Weg ihrem Hobby nachgehen wollen. Und riskant seien ihre Manöver auch. „Wenn man nicht weiß, was man tut, ist das durchaus gefährlich.“ Leicht verlören Fahrer die Kontrolle.

Randsteine sind gebrochen

Die Badebetriebe teilten in dieser Woche mit, welche Schäden Autonarren auf der 40 000 Quadratmeter großen Parkfläche verursachten. Dort sind Randsteine gebrochen, tiefe Furchen durchziehen Grün- und Schotterflächen, wie RBB-Sprecherin Marion Brasseler sagt. „Das muss natürlich alles wieder hergerichtet werden.“

Brasseler berichtet: Neu sei den Badebetrieben nicht, dass auf ihrem Parkplatz illegale Rennen stattfinden, Autobegeisterte dort das Driften üben – eine bestimmte Fahrtechnik, bei der das Fahrzeug in der Kurve über- oder untersteuert. „Wir haben schon länger gehört, dass das auch im Sommer nachts gemacht wird“, sagt Brasseler. „Aber jetzt wird es einfach zu viel.“ Die Nummernschilder einiger der Autofahrer konnte das Unternehmen auch deshalb an die Polizei weitergeben, weil mehrere auf frischer Tat erwischt wurden; sie waren in der vergangenen Woche auch tagsüber aktiv – während in der Donau-Arena das Eishockey-Bambiniturnier lief.

Ein Thema sind wilde Parkplatzfahrten auch für das Donaueinkaufszentrum und andere Unternehmen mit großzügigen Parkflächen. DEZ-Chef Thomas Zink sagte uns: „Es kommt immer wieder vor, dass kleinere Rennen stattfinden.“ Zu Schäden sei es noch nicht gekommen. Doch seien Mitarbeiter in Kontakt mit den Anwohnern, die sich vor allem im Sommer vom Lärm auf dem oberen Parkdeck belästigt fühlten. Auf dem Parkplatz von Continental im Stadtosten fielen dem Werkschutz erst in der vergangenen Woche zwei Autos auf, die dort nichts zu suchen hatten. „Die sind ein bisschen rumgerutscht“, sagt Sprecherin Susanne Reimann. Ob die Fahrer friedlich übten oder riskant drifteten, hätten die Sicherheitsleute nicht feststellen können.

Die Polizeiinspektion Nord will nun öfter eine Streife zum Parkplatz der Donau-Arena schicken, sagt Sprecher Peter Hofmann. Gegen die Täter im aktuellen Fall ermittelt die Polizei nicht nur wegen Sachbeschädigung. Sie prüft auch, ob sie eine potenzielle Gefahr für andere waren und damit gegen die Straßenverkehrsordnung verstießen.

„Gefährdung nie auszuschließen“

Hofmann sagt über Schleudertests auf Parkplätzen: „Da ist eine Gefährdung nie auszuschließen.“ Wer sein fahrerisches Können austesten wolle, habe auch legale – und sichere – Möglichkeiten. „Die Leute hätten Gelegenheit, dies auf dem ADAC-Testgelände zu tun.“ Auch Robby Butter von der VW-Szene empfiehlt das. Er habe schon mehrmals an Fahrsicherheitstrainings teilgenommen, erzählt er. Er hat auch eine Anregung an die Adresse von Parkplatzbesitzern: „Es wäre ein sinnvolle Idee, zu sagen, wir stellen so einen Platz tatsächlich zur Verfügung – unter Aufsicht.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht