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Einsatz

Bombe in Schwabelweis entschärft

Die Straßen wurden abgeriegelt, Anwohner mussten ihre Häuser verlassen: Erneut legte ein Blindgänger den Stadtteil lahm.
Von Micha Matthes und Daniel Steffen, MZ

  • Nach der Entschärfung zeigen Sprengmeister Michael Weiß (l.) und sein Kollege Christian Scheibinger die fünf Zentner schwere Bombe. Foto: Steffen
  • Die Bombe wurde auf einem Feld entdeckt, das gerade erst als Baugebiet erschlossen wurde. Foto: Matthes
  • Die entschärfte Bombe wird nach Feucht zur Entsorgung abtransportiert. Foto: Steffen
  • Löschfahrzeuge, Krankenwagen, Polizeifahrzeuge: Der Parkplatz des Nahversorgungszentrums an der Ecke Donaustaufer Straße/Metzgerweg diente als Einsatzzentrale. Foto: mt
  • Die Bombe wurde auf einem Feld entdeckt, das gerade erst als Baugebiet erschlossen wird. Foto: mt
  • Löschfahrzeuge, Krankenwagen, Polizeifahrzeuge: Der Parkplatz des Nahversorgungszentrums an der Ecke Donaustaufer Straße/Metzgerweg diente als Einsatzzentrale. Foto: mt
  • Ein Bus der staatlichen Feuerwehrschule Regensburg brachte die Anwohner zur Donauarena. Foto: mt
  • Löschfahrzeuge, Krankenwagen, Polizeifahrzeuge: Der Parkplatz des Nahversorgungszentrums an der Ecke Donaustaufer Straße/Metzgerweg diente als Einsatzzentrale. Foto: mt
  • Löschfahrzeuge, Krankenwagen, Polizeifahrzeuge: Der Parkplatz des Nahversorgungszentrums an der Ecke Donaustaufer Straße/Metzgerweg diente als Einsatzzentrale. Foto: mt

Regensburg.Am Nachmittag heulen die Sirenen in Schwabelweis, die Straßen sind zu diesem Zeitpunkt schon fast frei von Autos. Seit ungefähr 13 Uhr ist die Donaustaufer Straße – die Hauptverkehrsader von Schwabelweis – ab dem Kalkwerk im Westen und dem Kreisverkehr am Gewerbegebiet Nord – durch Polizeifahrzeuge gesperrt. Wieder einmal wurde ein Blindgänger in dem Stadtbezirk entdeckt, wieder einmal herrscht Ausnahmezustand in Schwabelweis. Nur noch Feuerwehrfahrzeuge sind jetzt unterwegs. Sie fahren langsam und systematisch alle Straßen in dem Evakuierungsradius ab, der sich vom Fundort in der David-Funk-Straße aus ungefähr 250 Meter weit in alle Himmelsrichtungen erstreckt.

Parkplatz war Einsatzzentrale

Immer wieder ertönt dabei die Durchsage: „Hier spricht Ihre Feuerwehr. Bitte bereiten Sie sich vor, in Kürze evakuiert zu werden. Als Sammelunterkunft dient die Donauarena. Falls Sie keine Möglichkeit haben, sich dort selbstständig hinzubegeben, steht am Lidl-Parkplatz ein Bus für Sie bereit. Denken Sie bitte an ihre Arzneimittel.“

Die Bombe in Schwabelweis ist entschärft

Löschfahrzeuge, Krankenwagen, Polizeifahrzeuge: Der Parkplatz des Nahversorgungszentrums an der Ecke Donaustaufer Straße/Metzgerweg dient als Einsatzzentrale. Von dort aus koordiniert Ludwig Stegerer, Leiter der Polizeiinspektion Nord, die Einsatzkräfte. „Wir sind für alle Eventualitäten gerüstet und unterdessen wirklich gut eingespielt“, sagt er und lobt die Bereitschaft der Menschen, dem Evakuierungs-Aufruf Folge zu leisten. „Wir haben schon zweimal wegen Bombenfunden zusperren müssen. Daher sind wir diesmal nicht mehr sonderlich erschrocken, als die Polizisten reinkamen und uns mitgeteilt haben, dass die Gegend evakuiert werden muss“, sagt Christine Hofmeister, Leiterin der Lidl-Filiale am Metzgerweg. „Weil dann ja keine Kunden mehr kamen, hatten wir noch viele Backwaren übrig. Wir haben dann ein paar Wasserflaschen, Würstchen und Semmeln für die Einsatzkräfte gespendet.“

Am Freitagmittag wurde ein Blindgänger auf einer Baustelle in Schwabelweis entdeckt. Foto: Ratisbona Media
Am Freitagmittag wurde ein Blindgänger auf einer Baustelle in Schwabelweis entdeckt. Foto: Ratisbona Media

Auf dem Parkplatz finden sich auch immer wieder Anwohner in kleinen Gruppen ein. Ein Bus der staatlichen Feuerwehrschule Regensburg pendelt zwischen dem Parkplatz und der Donauarena, die als Notunterkunft dient, hin und her. Von den rund 1600 Personen, die in der Sperrzone wohnen, findet sich dort aber schließlich nur ein kleiner Bruchteil ein. Für Traudl Meier aus der Jurastraße ist es bereits die vierte Evakuierung. Unter den Wartenden befindet sich auch Pfarrer Michael Alkofer. „Heute betrifft es auch die Kirche“, sagt er. „Wir müssen die Beichte für die Erstkommunion auf morgen verschieben. Aber es ist natürlich wichtiger, dass keinem etwas passiert und alle wieder munter sind.“

Bombe wird in Feucht entsorgt

Andere Anwohner wie Monika Städele verbringen den Nachmittag einfach kurzerhand in der Stadt. „Natürlich bringt einem das den Tagesablauf durcheinander“, sagt sie. „Aber es bleibt einem ja nichts anderes übrig“.

Die Bombe wurde auf einem Feld entdeckt, das gerade erst als Baugebiet erschlossen wird. Foto: Steffen
Die Bombe wurde auf einem Feld entdeckt, das gerade erst als Baugebiet erschlossen wird. Foto: Steffen

Als das Gebiet am späten Nachmittag dann vollständig evakuiert ist, beginnen Michael Weiß und sein Kollege Christian Scheibinger vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Entschärfung. Der fünf Zentner schwere Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegt auf einem Feld, das als Baugebiet erschlossen werden soll. Arbeiter hatten ihn in nur 50 Zentimeter Tiefe bei Grabungsarbeiten entdeckt. Ein Pavillon schützte den Fund während der Evakuierung vor zu viel Hitze durch Sonneneinstrahlung.

Letztlich kann Michael Weiß den Heckzünder des Blindgängers ohne Probleme entfernen. Ungefähr eine halbe Stunde benötigen die Experten, dann kann Weiß verkünden: „Wir haben die Bombe entschärft und verladen.“ Schnell kehrt dann wieder Normalität in Schwabelweis ein: Die ersten Autos fahren wieder durch den Stadtteil, die Polizei räumt die Absperrungen an den Kreuzungen. Und Michael Weiß transportiert eine weitere entschärfte Bombe ab zur Entsorgung nach Feucht.

Es ist nicht der erste Blindgänger, der in diesem Jahr in Regensburg gefunden wurde.

Erst vor knapp einem Monat wurde eine Bombe im Dörnbergviertel gefunden. Die Wohnungen von etwa 2000 Menschen wurden evakuiert. Knapp drei Wochen zuvor, am 15. März, wurde auch ein Blindgänger gefunden – ebenfalls auf der Baustelle im Inneren Westen. Komplex war der Fund am 13. Februar: Der Zünder hatte sich verkeilt. Sprengmeister Michael Weiß musste die Blindgänger-Teile daher kontrolliert detonieren lassen. Doch auch abseits der Dörnberg-Baustelle wurde in diesem Jahr schon eine Bombe gefunden: Am 1. März musste eine Fliegerbombe in Unterisling entschärft werden.

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