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Testbetrieb

CSU will Nachtbusnetz vergrößern

Die Partei fordert die Ausweitung auf Stadtteile wie Graß und Schwabelweis. Auch der RVB feilt an neuen Linienführungen.
Von Micha Matthes, MZ

Nachtbuslinien fahren die Gemeinde Pentling an, obwohl diese zum Landkreis gehört. Gleichzeitig decken die Linien den städtische Raum zum Teil noch nicht ab. Die CSU-Fraktion kritisiert das und macht nun Verbesserungsvorschläge für das Nachtbussystem. Foto: Steffen
Nachtbuslinien fahren die Gemeinde Pentling an, obwohl diese zum Landkreis gehört. Gleichzeitig decken die Linien den städtische Raum zum Teil noch nicht ab. Die CSU-Fraktion kritisiert das und macht nun Verbesserungsvorschläge für das Nachtbussystem. Foto: Steffen

Regensburg.An jedem Wochenende nutzen ungefähr 1500 Fahrgäste die fünf Nachtbuslinien. Zu besonderen Anlässen – etwa zur Dult – greifen sogar noch einmal deutlich mehr Nachtschwärmer auf das Angebot zurück. Obwohl das Testjahr offiziell noch bis 14. Oktober läuft, fordern Politiker daher schon jetzt, das Netz noch einmal zu vergrößern und mehr Stadtteile an das System anzubinden. Und auch bei den Regensburger Verkehrsbetrieben wird bereits an neuen Linien gefeilt.

Einige Stadtteile würden beim Nachtbusnetz bislang noch nicht berücksichtigt, sagt CSU-Stadträtin Dagmar Schmidl. „Viele Bewohner der südlichen Stadtteile Oberisling, Leoprechting und Graß, insbesondere aber die dort aufgrund der Uninähe zahlreich wohnenden Studenten und damit Zielgruppe des Nachtbusangebotes, bedauern, dass ihre Stadtteile nicht an das Nachtbusnetz angeschlossen sind“, sagt Schmidl.

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Obwohl das Testjahr offiziell noch bis 14. Oktober läuft, fordern Politiker schon jetzt, das Nachtbusnetz noch einmal zu vergrößern und mehr Stadtteile an das System anzubinden. Auch bei den Regensburger Verkehrsbetrieben wird bereits an neuen Linienführungen gefeilt.

Mit einem Antrag will die CSU die Verwaltung nun damit beauftragen, „so schnell wie möglich“ mit den Stadtwerken zu prüfen, „wie das Nachtbusnetz spätestens nach Ende des Testbetriebs erweitert werden kann und mittels Schleifenfahrten weitere Stadtteile, insbesondere Oberisling, Leoprechting, Graß, Schwabelweis und Hohes Kreuz angebunden werden können“.

RVB will auch Lappersdorf anbinden

Auf Nachfrage unseres Medienhauses möchte Manfred Koller noch nicht auf einzelne Stadtteile eingehen. Aber der RVB-Geschäftsführer bestätigt, dass die Verkehrsbetriebe das Nachtbussystem noch einmal optimieren wollen. „Wir wollen Bereiche, in denen der Bedarf hoch ist, noch stärker anfahren. Die Linien sollen sich noch besser an der Nachfrage orientieren.“ Der südliche Teil von Lappersdorf sei etwa ein Bereich, der in der Nacht noch nicht erreicht werde. „Da könnten wir uns eine Schleife vorstellen“, sagt Koller.

Der Erfolg bzw. die Fahrgastzahlen bestätigten laut Koller, „dass es die richtige Entscheidung war, den Nachtbus einzuführen“. Die Stadt müsse nun am Ende des Probejahrs anhand genauer Fahrgastzahlen entscheiden, ob und wie der Betrieb fortgeführt beziehungsweise ausgebaut werden soll. „Wir würden empfehlen, das zu tun“, sagt Koller. „Und wir überlegen auch, ob wir das System noch verbessern können.“ Die Verkehrsbetriebe werden dazu einen neuen Vorschlag für die Linienführung machen. Letztlich muss dann aber die Stadt entscheiden, weil sie für die Busse bezahlt.

Der Nachtbus fährt nicht kostendeckend. Ungefähr 200 000 Euro müssten die Fahrgäste dem RVB in die Kassen spülen, damit das Angebot auf eigenen Beinen stehen kann. Für das Testjahr ist die Finanzierung durch die Stadt gesichert. Die Stadt warte das Gesamtergebnis des Probejahrs ab, sagt Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt. „Der Stadtrat muss dann entscheiden, in welcher Form, mit welcher Streckenführung bzw. Taktung und mit welchen Kosten das Projekt weitergeführt werden kann.“ Bis heute werde der Nachtbus gut angenommen. „Beschwerden – zum Beispiel zur Streckenführung – wurden bis dato nicht an die Stadt herangetragen.“ Der Antrag der CSU sei beim Hauptamt eingegangen, bestätigt von Roenne-Styra. Er wird voraussichtlich in der Sitzung des Planungsausschusses am 20. Juni behandelt.

Zeichen stehen gut für Regelbetrieb

Seit Oktober fahren die Nachtbusse. Der Testbetrieb dauert ein Jahr lang. Foto: RVV
Seit Oktober fahren die Nachtbusse. Der Testbetrieb dauert ein Jahr lang. Foto: RVV

Die Idee, das Liniennetz zu erweitern, kommt der Initiative „Nachtbus für Regensburg“ entgegen. „Unsere Initiative hatte ursprünglich eine Linie gefordert. Im Testbetrieb kamen dann fünf“, sagt Sprecher Ludwig Simek. „Wenn das jetzt noch weiter ausgebaut wird, weil der Betrieb so gut läuft, freuen wir uns natürlich.“ Die Initiative habe ursprünglich schon einen Linienbetrieb auf Schleifen vorgeschlagen, sagt Simek. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich in der Koalition nach dem Probejahr Widerstand gegen das Nachtbussystem regt. „Wenn die CSU das jetzt auch unterstützt, wird es nach meinen Eindrücken sicher fortgeführt.“ Er selbst habe bislang nur positive Rückmeldungen zum Nachtbus erhalten. Nur eine unzureichende Beschilderung sei bislang bemängelt worden. Bedauerlich findet Simek auch, dass der Nachtbus noch nicht flächendeckend in den Landkreis fährt. „Wir würden uns freuen, wenn dieser auch eingebunden wird.“

Wegen des hohen Zuspruchs und auch weil befürchtete Sachbeschädigungen oder „sicherheitsrelevante Vorfälle“ ausgeblieben sind, ist auch laut CSU damit zu rechnen, „dass der einjährige Testbetrieb fortgesetzt wird – was sehr zu begrüßen wäre“. Nicht nachvollziehbar ist für die Fraktion aber, dass etwa Pentling – obwohl dem Landkreis zugehörig – angefahren wird, der städtische Raum aber „nicht weitgehend abgedeckt“ werde.

Sinnvoll wären aus Sicht der Partei „Schleifenfahrten“ anstelle von „Hin- und in der Regel leeren Rückfahrten auf gleicher Strecke“, sagt Stadträtin Schmidl. Ein Vorschlag lautet, die Linie N8 (Pentling) über die südlichen Stadtteile und die Linie N9 (Burgweinting) über das Hohe Kreuz zurückfahren zu lassen. Bei der Linie N1 (Pommernstraße) könnten weitere Bereiche im Nordosten, bei der Linie N10 (Prüfening) Bereiche des Westens und die Prüfeninger Straße berücksichtigt werden. Zudem wäre laut CSU ein zusätzlicher Haltepunkt der Linien N 21/N24 zwischen den Haltestellen Continental Arena und Unterisling wünschenswert.

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