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Brauchtum

Maibaum 30 Meter in die Höhe gehievt

20 Feuerwehrleute stellten in Schwabelweis vor 600 Zuschauern das Schmuckstück auf. Die Tradition jährte sich zum 30. Mal.
Von Daniel Steffen, MZ

  • Die Feuerwehr kommt! In diesem Fall fuhr sie mit dem Gablerstapler die beiden Maibaum-Kränze in den Schwabelweiser Park. Fotos: Steffen
  • Ein Traktor zog den Baum zunächst durch die Donaustaufer Straße.
  • Gemeinsam wuchteten die Feuerwehrleute aus Schwabelweis und Slavkovice den Maibaum in die Höhe.
  • Für musikalische Unterhaltung sorgte die Blaskapelle Viehhausen.
  • Der OGV schmiss den Grill an.

Regensburg.Einen Spritzer extra gab es für die Blaskapelle Viehhausen und die umstehenden Zuschauer, dann war die Segnung perfekt. Sichtlich gut gelaunt zelebrierte Pfarrer Michael Alkofer am Maifeiertag den feierlichen Akt, während der Baum im Schwabelweiser Park fast schon kerzengerade in den Himmel ragte. 20 weibliche wie männliche Feuerwehrleute vom Löschzug Schwabelweis und deren tschechische Freunde aus Slavkovice hatten den Maibaum am frühen Nachmittag binnen 40 Minuten aufgestellt.

Unter der Anleitung von Chef-Aufsteller Johann Bäuml hatte das Team den 30 Meter langen Stamm jederzeit im Griff. Zwischendurch gönnten sich die Floriansjünger einen ordentlichen Schluck von der Spezi-Halben, um dann Stück für Stück den Baum in die Senkrechte zu bringen. Das traditionelle Spektakel verfolgten –auch dank des Traumwetters –rund 600 Besucher, die es sich großenteils an den Biertischen gemütlich gemacht hatten. Dort ein freies Plätzchen zu ergattern, war gar nicht so leicht.

Baumklau ist missglückt

„Perfekt“, lobte Bäuml nach getaner Arbeit den Einsatz seiner Feuerwehr-Kollegen. Seit 30 Jahren führt er nun beim Schwabelweiser Maibaumaufstellen Regie – so lange, wie es diese Tradition im Stadtteil überhaupt gibt. Dass das Jubiläum rundum glückte, stimmte den Routinier umso zufriedener. Beinahe jedoch, so berichtete Löschzug-Vorsitzende Anja Christl, wäre der Maibaum den Schwabelweisern gestohlen worden. Wie schon im vergangenen Jahr machten sich die Feuerwehr-Kameraden des Löschzugs Rosenhof-Wolfskofen daran, den Baum zu „stibitzen“. Am Freitag wäre ihnen dieses Vorhaben fast gelungen, doch rechtzeitig legte Christl ihre Hand auf den Baum, noch bevor die Rosenhofer und Wolfskofener die Ortsteil-Grenze erreichen konnten. „Wir hatten den Baum tagsüber nicht bewacht und da hat uns zum Glück eine Nachbarin schnell über den Diebstahl informiert“, sagte Christl. „Deshalb sind die Wolfskofener nicht weit gekommen. Noch vor der Kreuzung Donaustaufer Straße/Dionys-Danegger-Straße haben wir sie gestoppt“, erzählte Christl. „Brav“ brachten die geschlagenen Räuber den Baum wieder dorthin zurück, wo sie ihn gestohlen hatten. Im vergangenen Jahr noch war ihnen der Baumklau gelungen –als „Entschädigung“ für die Rückgabe mussten die Schwabelweiser den Dieben damals ein Spanferkel grillen.

Starthilfe zur Premiere

Zum 30-jährigen Maibaum-Jubiläum erinnerte der Obst- und Gartenbauverein an die Anfänge des Baumaufstellens in Schwabelweis: Im Jahr 1986 war dieser (zunächst vergeblich) bemüht, eine „alte Tradition wieder aufleben“ zu lassen. „Eigentlich wollten wir unser Vorhaben wieder aufgeben, da sich kein Verein gefunden hatte, bei der Aktion mitzumachen“, sagte Vorsitzender Siegfried Fritz. Später bekundete der SV Schwabelweis Interesse, so dass beide Vereine im Jahr 1987 zusammen den Maibaum aufstellen konnten. Da keiner der Beteiligten bisher weder einen Maibaum aufgestellt noch einen Kranz für den Baum geflochten hatte, war man auf Rat und Hilfe angewiesen.

100 Biertischplätze waren für das Maibaumaufstellen gedeckt, tatsächlich aber trafen 1987 rund 400 Gäste ein. „Soweit ich mich erinnere, war das Fest um 14 Uhr beendet, da kein Bier und keine Bratwurst mehr da waren“, sagte Fritz. 1990 sprang der Löschzug Schwabelweis für die dezimierte Ski- und Wanderabteilung des SV in die Bresche und stellte fortan mit dem OGV den Baum auf.

Mit ins Boot kamen zwei Jahre später die Schwabelweiser Pfadfinder, die seit diesem Zeitpunkt die Festgäste immer mit Kaffee und Kuchen versorgen. Zum Jubiläum waren jedenfalls alle Beteiligten gut beschäftigt: An den Getränke- und Essensständen bildeten sich bis zu Dutzende Meter lange Schlangen.

Welchen Wandel die Tradition des Maibaumaufstellens nehmen könnte, lesen Sie hier:

Kommt bald der Maibaum aus Aluminium?

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