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Gesundheit

Mit Reittherapie zu mehr Lebensfreude

Der Regensburger Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen organisiert ein vielfältiges Angebot.
Von Engelbert Weiss, MZ

  • Die Beziehung zwischen Reiter und Pferd spielt bei den Freizeitangeboten des(VKM ebenso eine wichtige Rolle wie bei Therapieeinheiten für Menschen mit Behinderung oder Reha-Patienten. Foto: VKM/Ulrike Bergeaud
  • Vorsitzende Christa Weiß überreicht dem scheidenden zweiten Vorsitzenden des VKM, Karl Frimberger ein Kasperltheater, das Luzia Stahl (von links) angefertigt hat. Frimberger arbeitet im VKM auch weiterhin aktiv mit. Foto: Weiß
  • Der Vorstand des VKM-Regensburg in voller Besetzung Foto: E. Weiß
  • Sandra Roggenbuck ist die neue zweite Vorsitzende des VKM Regensburg. Foto: E. Weiß

Regensburg. Gesundheit ist das höchste Gut. Bei den vielen Wünschen zum Jahreswechsel ist „gute Gesundheit“ fast immer dabei. Sollte die Gesundheit nicht mehr oder derzeit nicht gegeben sein, dann wünscht man „gute Besserung“.

Viele Menschen müssen ein Leben lang mit teils erheblich eingeschränkter Gesundheit zurechtkommen. In Deutschland leben mehr als zehn Millionen Menschen mit einer amtlich anerkannten Behinderung. Im Großraum Regensburg kümmert sich schon seit 45 Jahren der Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (VKM) um Menschen mit Behinderung und deren Angehörige. Hauptziel ist dabei, so Vereinsvorsitzende Christa Weiß, den behinderten Menschen und ihren Angehörigen mehr Lebensfreude zu ermöglichen.

Hilfen zur Lebensbewältigung

Die Gründerväter und -mütter des Vereins haben sich 1969 zum Ziel gesetzt, Eltern von Kindern mit Behinderung zu beraten und zu unterstützen sowie Behandlungszentren, die es damals noch kaum gab, anzuregen, durch Öffentlichkeitsarbeit Belange von Menschen mit Behinderung in Gesellschaft und Politik deutlich zu machen, erzählt Vorsitzende Christa Weiß. Außerdem ging es darum, die Zielgruppe bezüglich rechtlicher Fragen zu beraten und zu unterstützen und Hilfsquellen zur täglichen Lebensbewältigung zu erschließen.

Die Gründungsmitglieder waren in den 1970er-Jahren erfolgreich: Sie konnten ein Kinderzentrum und eine Förderschule in Regensburg initiieren. Durch Feste und Ausflüge gestalteten sie gemeinsam Freizeit. Heute ergänzen Aktionen, Projekte und die Begleitung durch die eigenständige Freizeitgruppe „Herkules“ das Bemühen, Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Vor allem durch das Therapeutische Reiten und durch inklusive Freizeitmaßnahmen ermöglicht der VKM vielen Menschen mit Behinderung, ihre Lebensqualität zu verbessern und mehr Selbstsicherheit zu erlangen. Er trägt dazu bei, Berührungsängste von Menschen mit und ohne Behinderung abzubauen.

Kreative Freizeitangebote

Vor allem kreative Freizeitangebote, bei denen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam etwas unternehmen, gestalten und erleben, kommen bei den Beteiligten regelmäßig gut an und ermöglichen eindrucksvolle Erfahrungen, betont Christa Weiß. Dazu gehören zum Beispiel Kunstaktionen wie das Projekt „Crescende“, an dem sich mehr als 200 behinderte und nichtbehinderte Künstler, unter ihnen mehr als 40 Profis aus der Region, beteiligt haben. „Gemeinsam machten sie erlebbar, dass behinderte Menschen Großartiges leisten können“, freut sich die Vorsitzende. Ein aktiver Vereinsvorstand und zahlreiche ehrenamtliche Helfer organisieren immer wieder entsprechende Aktionen. Dazu gehören auch das Ponyreiten beim Regensburger Kinderbürgerfest der Mittelbayerischen Zeitung sowie verschiedene Info- und Trödelstände. Regelmäßig finden auch Treffen oder Stammtische statt, bei denen sich von Behinderung Betroffene informieren und austauschen können. Zudem organisiert der VKM Fachtage, wie etwa erst im Herbst 2015 zum Thema „Persönliches Budget“.

Vier vereinseigene Pferde

Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt auf reittherapeutischen Angeboten mit vier vereinseigenen Pferden. An den Ferienreitkursen zu Ostern und im Sommer nehmen auf dem Reiterhof Uhl in Schwarzhöfe bei Wolfsegg jedes Jahr bis zu 50 Kinder teil. Und das ganze Jahr über findet in Schwarzhöfe das Therapeutische Reiten statt. Regelmäßig nehmen etwa 50 „Patienten“ aller Altersstufen verschiedene Gruppen- und Einzelmaßnahmen wahr. Wie beim Medium „Kunst“ geht es hier darum, mit dem Medium „Pferd“ behinderten und nicht behinderten, kranken und etwa durch einen Unfall verletzten Menschen nicht nur Heilung oder Reha-Fortschritte, sondern auch mehr Lebensfreude zu ermöglichen, betont die Vereinsvorsitzende. Wenn etwa regelmäßig notwendige Krankengymnastik zu langweilig oder gar lästig wird, dann kann Krankengymnastik mit und auf dem Pferd neues Interesse wecken. „Oft zeigen sich dabei ungeahnte Fortschritte“, weiß Christa Weiß aus vielen Jahren Erfahrung.

Ziel ist ein eigenes Zentrum

Damit diese inklusiven Freizeit- und Reitangebote und die Reittherapie im geschützten Rahmen ermöglicht werden können, plant der VKM seit vielen Jahren ein eigenes Reittherapiezentrum. Endlich zeichnet sich ein geeignetes Grundstück im Landkreis Regensburg ab. Derzeit laufen die konkreten Planungen und Grundstücksverhandlungen. „Wir hoffen und sind zuversichtlich, dass wir 2016 den Standort sichern können“, freut sich Christa Weiß. „Und dann geht es ans Spendensammeln, bevor gebaut werden kann.“

Weitere Infos bei der VKM-Vorsitzenden Christa Weiß, Tel. (0941) 40592, E-Mail an info@vkm-regensburg.de oder im Internet unter: vkm-regensburg.de.

Eine neue zweite Vorsitzende

  • Neuwahlen

    Bei der Jahresversammlung im Dezember 2015 standen beim VKM Regensburg Neuwahlen an. Karl Frimberger, der sich seit November 2009 als zweiter Vorsitzender engagiert hatte, trat nicht mehr an, weil er mit anderweitigem ehrenamtlichen Engagement „gut ausgelastet“ ist, so Frimberger, und er außerdem mehr Zeit für seine Enkeltochter haben möchte.

  • Neue zweite Vorsitzende

    Zur neuen zweiten Vorsitzenden des eingetragenen und als gemeinnützig anerkannten Vereins wählte die Mitgliederversammlung Sandra Roggenbuck. Die Mutter eines behinderten Sohnes möchte sich engagiert für Menschen mit Behinderung und vor allem für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Inklusion einsetzen.

  • Ziele

    Für behinderte Menschen das Leben im Alltag angenehm und attraktiv zu gestalten ist der Grundschullehrerin ein Anliegen. Ebenso will sie nichtbehinderten Menschen helfen, einen ganz unkomplizierten und normalen Umgang mit behinderten Menschen zu lernen – frei von Vorurteilen und ohne Scheu oder Angst, etwas falsch zu machen.

  • Weitere Mitglieder des VKM-Vorstands

    Vorsitzende Christa Weiß, Kassier Thomas Schwesig, Schriftführer Benno Möckershoff. Als Beisitzer helfen mit: Eva Remold-Schneider und Martina Rappl. Als Beiräte stehen dem Vorstand zur Seite: Maria Hauschild, Beiratsvorsitzende; Luzia Stahl, Hauswirtschaft; Engelbert Weiß, Medienbeauftragter; Ursula Wiendl, Leitung Therapeutisches Reiten; Dr. Helga Wunderer-Kiel, medizinische Fragen. (we)

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