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Artenschutz

Neue Chance für den bedrohten Sterlet

4000 Süßwasserfische fanden in der Donau bei Schwabelweis ein neues Zuhause. Für die Art besteht Fangverbot.
Von Seraphina Roos

Der Sterlet ist bedroht und steht auf der Roten Liste. Jetzt wurden 4000 Fische bei Schwabelweis in der Donau eingesetzt. Foto: Roos
Der Sterlet ist bedroht und steht auf der Roten Liste. Jetzt wurden 4000 Fische bei Schwabelweis in der Donau eingesetzt. Foto: Roos

Regensburg.Wenn es um den Erhalt von heimischen Arten geht, dann kommt dabei eine Gruppe meist zu kurz: Die Tiere, die unter Wasser leben. Ein Gegenbeispiel konnte man nun am Donauufer in Regensburg-Schwabelweis beobachten. Im Zuge eines Wiederansiedlungsprojektes wurden bereits vergangene Woche 2000 Sterlets in die Donau gesetzt. 2000 weitere folgten am Wochenende.

Der Sterlet ist ein heimischer Süßwasserfisch, der einst in den Gebieten zwischen Ulm und Passau beheimatet war. Sein Bestand ist heute stark gefährdet, er steht auf der Roten Liste unter der Kategorie „vom Aussterben bedroht“. Für die Art besteht ein ganzjähriges Fangverbot.

Dem Bezirk Oberpfalz liegt der Artenerhalt und die Artenvielfalt am Herzen. „Wir zeigen mit dem Projekt unser Interesse daran, dass heimische Arten in Bayern Bestand haben“, versichert der Bezirkstagspräsident Franz Löffler.

Tiere werden zwei Jahre herangezüchtet

Zusammen mit dem Landesfischereiverband wurden in den vergangenen Jahren Wiederansiedlungsprojekte realisiert und junge Sterlets in die Donau umgesiedelt. Die Tiere werden in dem teichwirtschaftlichen Beispielbetrieb Wöllershof zwei Jahre herangezüchtet und schließlich in der Donau eingesetzt. Sie haben dann eine Größe von etwa 40 Zentimeter erreicht und sind groß genug, um in der Freiheit zu überleben. Bei den insgesamt 4000 Tieren, die zuletzt eingesetzt wurden, soll es nicht bleiben.

Der Sterlet soll sich in der Donau wieder vermehren. Foto: Roos
Der Sterlet soll sich in der Donau wieder vermehren. Foto: Roos

Es gehe bei der Aktion des Wiederansiedlungsprojektes auch darum, das Bewusstsein für die Thematik zu stärken, indem man die kontrollierte Vermehrung einer gefährdeten Art vorantreibe. „Fische haben bei ihrem Schutz zu Unrecht das Los gezogen, vernachlässigt zu werden, weil wir sie nicht sehen“, erinnerte Dr. Henrike Saile von der Fachberatung für Fischerei im Bezirk Oberpfalz. Man sei dadurch leider oft geneigt, sie zu vergessen.

Lebensraum des Sterlet wurde gestört

Ob sich der Sterlet in Zukunft mit einer stabilen Zahl in den Donau-Gewässern etablieren kann, wird sich vor allem in der nächsten Zeit zeigen. Ziel ist es, einen Anstoß für eine Population zu schaffen, die sich in ihren Beständen selbst reproduziert.

Die Laichplätze der Fische spielen dabei selbstverständlich eine herausragende Rolle. Allerdings sind diese Plätze besonders in den vergangenen 40 Jahren erheblichen Störfaktoren ausgesetzt gewesen. Der Bau vieler Wehre im Raum Regensburg hat dazu geführt, dass die natürliche Reproduktion des Sterlets durch die Segmentierung des Lebensraums gestört wurde. Somit wurde es im Laufe der Zeit schwieriger für die Tiere, einen geeigneten Platz zum Laichen zu finden. Des Weiteren kann auch der Zustand der Wasserqualität einen Einflussfaktor auf das Vorkommen der Art haben. „Die Donau wurde bezüglich ihres ökologischen Zustandes als bedenklich ausgewiesen“, so der Leiter des Wasserwirtschaftamtes in Regensburg, Josef Feuchtgruber. Faktoren, die sich negativ auf die Qualität des Wassers auswirken, sind die Schifffahrt, Begradigungen der Flussläufe oder die Unterbrechungen durch Wehre.

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