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Entwicklung

Neues Antlitz für Einkaufszentrum

Beim Nahversorgungszentrum in Schwabelweis wird umstrukturiert. Der Discounter wird erweitert – viele Mieter müssen gehen.
Von Daniel Steffen

Beim Nahversorgungszentrum in Schwabelweis stehen im kommenden Jahr bauliche Veränderungen an. Foto: Steffen
Beim Nahversorgungszentrum in Schwabelweis stehen im kommenden Jahr bauliche Veränderungen an. Foto: Steffen

Schwabelweis.„Was soll ich jetzt machen?“, fragt sich Imbissbetreiber Bamir H. (Name der Redaktion bekannt). Er schaut sich in seinem Pizza-Lieferbetrieb am Metzgerweg um. Im Außenbereich sitzen gerade zwei Stammgäste und lassen es sich bei einem kühlen Bier gut gehen. „Am liebsten würde ich hierbleiben. Schließlich habe ich innerhalb von zwei Jahren einen Kundenstamm aufgebaut und die Leute liebgewonnen“, sagt Bamir H. Doch daran ist für den Albaner nicht zu denken. Vor gut zwei Wochen ist ihm die Kündigung des Mietvertrags ins Haus geflattert. Bis zum Ende des Jahres muss er die Räume verlassen. Dann ist für ihn im Schwabelweiser Nahversorgungszentrum Schluss.

Schon längere Zeit wird gemunkelt, dass das Nahversorgungszentrum im Ort ein neues Antlitz bekommt. „Alles soll größer werden. Und die alten Mieter müssen bis auf den Discounter Lidl alle raus“, sagt Anwohner Karl Englbrecht, der den Anstoß für die MZ-Recherche gegeben hatte. Die Kündigung betreffe „alle kleinen Geschäfte“, sagt der Rentner. Vor Ort ansässig sind neben dem Pizza-Lieferdienst auch ein Friseurladen, dem ebenfalls gekündigt wurde, eine SB-Geschäftsstelle der Sparkasse sowie ein Fitnesszentrum.

Unglücklich über die Kündigung ist auch Oxana Sukhanova, die Inhaberin des Friseurgeschäfts. Wie sie betont, ist sie am jetzigen Standort glücklich, zumal sie dort in wenigen Jahren einen großen Kundenstamm aufgebaut habe. Die Resonanz auf ihr Geschäft sei durchweg positiv. Von der Kündigung zum Jahresende habe sie ihre Kundschaft sofort in Kenntnis gesetzt. Auf der Suche nach einem neuen Laden-Standort hofft sie nun, trotz aller Schwierigkeiten ihre Kunden auch im kommenden Jahr behalten zu können.

Neues Konzept, teils alte Mieter

Unser Medienhaus hakte beim Vermieter – dem Immobilienzentrum – nach. Dessen Vorstandsvorsitzender Reinhard Griebl kann die Aussage über die pauschale Kündigung „aller kleinen Geschäfte“ nicht bestätigen. Er sagt: „Zum Teil hatten die Mieter das Interesse, vorzeitig aus den Mietverhältnissen entlassen zu werden. Ein Teil der Mieter konnte in das neue Konzept integriert werden.“ Wie das Unternehmen mitteilt, habe es zunächst vorgehabt, am Metzgerweg 50 öffentlich geförderte Wohnungen für Senioren zu errichten. Das sollte oberhalb der gewerblichen Einheiten geschehen. „Leider war das planungsrechtlich nicht zulässig“, sagt Griebl.

Somit fokussiere sich das Unternehmen nun auf die Erweiterung der Lidl-Filiale, um etwa 50 Quadratmeter sowie die „Änderung der Raumstruktur“ der gewerblich genutzten Einheiten. Schwerpunkt der Projektrealisierung sei eine „nachhaltige und in die Zukunft gerichtete Standortsicherung“ durch ein langfristig orientiertes Mieter- beziehungsweise Nutzerumfeld“. Zu den vorgesehenen (Neu)Mietern könne das Immobilienzentrum „noch keine konkreten Aussagen treffen“, da die vertraglichen Inhalte erst in Kürze zum Abschluss vorgesehen seien.

Eine Bäckerei wird gewünscht

Über die voraussichtliche Bauzeit sind bereits Details bekannt. So sei der Umbau für Frühjahr 2019 geplant und werde etwa drei Monate in Anspruch nehmen, teilt das Immobilienzentrum mit. Letztlich hänge dies vom (noch nicht ganz eindeutigen) Umfang der Gesamtmaßnahme ab. Betroffen ist auch die Lidl-Filiale: Nach aktuellem Stand werde der Discounter während der Umbauphase für acht Wochen schließen müssen. Man versuche, die Schließzeiten „so kurz wie möglich zu halten“, sagt Griebl. Abschließend betont das Immobilienzentrum, den Charakter des Nahversorgungszentrums nicht wesentlich ändern zu wollen. Durch einen „ausgewogenen Branchenmix“ wolle man den Standort langfristig sichern und aufwerten.

Die Anwohner sind für Neuerungen aufgeschlossen. Herbert Schlegl als vormaliger CSU-Stadtrat und Anwohner vom Metzgerweg etwa begrüßt eine „Optimierung des Einzelhandels“ durch zusätzliche Geschäfte für den alltäglichen Einkauf. Harald Eckner, der Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Schwabelweis, wünscht sich ebenfalls Verbesserungen. Ihm stößt es zum Beispiel auf, dass keine Postfiliale und seit neuem auch keine Lotto-Annahmestelle mehr vor Ort ist. Auch an einer Bäckerei oder an einer Metzgerei mangele es in Schwabelweis. „Wir haben jetzt im Neubaugebiet viele neue Anwohner. Diese fragen ständig, wo sie in der Nähe eine Bäckerei oder einen Fleischer finden“, sagt er.

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