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Infrastruktur

Wenn ein kleiner Stadtteil wächst

Nach Regensburg-Schwabelweis ziehen vor allem junge Familien. Ein weiterer Kindergarten ist dringend notwendig.
Von Daniel Steffen, Mz

Noch im Sommer sollen in der Barbara-Popp-Straße in Schwabelweis die ersten Häuser bezogen werden. Foto: Steffen
Noch im Sommer sollen in der Barbara-Popp-Straße in Schwabelweis die ersten Häuser bezogen werden. Foto: Steffen

Regensburg.Fleißig klopfen noch die Handwerker westlich der Michelerstraße, schon bald sollen dort, in der Barbara-Popp-Straße, die ersten Familien einziehen. Auf 28 000 Quadratmetern Fläche sind vor Ort 44 Doppel- und Reihenhäuser entstanden, an denen noch verschiedene Innenausbauarbeiten wie Parkettverlegung und kleinere „Restarbeiten“ zu machen sind.

„Die Bauabschnitte werden jetzt sukzessive übergeben. Noch im Sommer gibt es die ersten Häuserabnahmen“, sagt Vorstand Wolfgang Herzog vom Immobilienzentrum, das rund 16 Millionen Euro in die Maßnahme investiert hat. Großteils handelt es sich um Eigennutzer, nur in Einzelfällen seien Immobilien an Kaptalanleger veräußert worden. Fest steht: Das „Gesicht“ des Stadtteils wird sich durch den Zuzug weiter verjüngen, da vor allem junge Familien nach Schwabelweis ziehen. Bereits der Fall ist dies in der David-Funk-Straße, wo die Stadt im Jahr 2015 Grundstücke an private Interessenten verkauft hatte und Dutzende neue Häuser schon bezogen sind. An die 50 bis 60 Einfamilien- und Doppelhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser sollen es in der Gesamtheit werden.

Der SV Schwabelweis wird größer

Für Vereine wie den SV Schwabelweis ist der Zuzug erfreulich. „Vom Kinderturnen über Fußball und Tennis bis zum Baseball registrieren wir seit einem Dreivierteljahr Zuwächse in allen Abteilungen“, sagt Vorsitzender Hugo Rückerl. Die Nachwuchswerbung habe der Verein selbst angekurbelt – und speziell mit dem Immobilienzentrum wurde ein besonderes „Begrüßungsgeschenk“ vereinbart: Jeder, der in eins der 44 neuen Wohnhäuser einzieht, hat die Möglichkeit, ein Jahr lang kostenlos Mitglied beim SV Schwabelweis zu sein. Allerdings stehe man auch vor der Herausforderung, die Zahl der Trainer und Betreuer zu erweitern. Mit den vorhandenen Kapazitäten stoße man bereits an die Grenzen, teilt Rückerl mit. Derzeit zählt der SV Schwabelweis rund 700 Mitglieder.

Auch der Löschzug Schwabelweis will die Gelegenheit beim Schopf packen, um neue Mitglieder anzuwerben. „Wir werden im Neubaugebiet gezielt Werbung machen, um mit den neuen Anwohnern in Kontakt zu kommen“, sagt Löschzugführer Alexander Unfried. Die Kinderfeuerwehr sei zwar gut aufgestellt, dafür aber wünsche sich der Löschzug neue Mitglieder bei der Jugendfeuerwehr, die mit derzeit fünf Feuerwehr-Anwärtern ausbaufähig sei. Konkret sollen im Neubaugebiet Info-Flyer verteilt werden und Informationsveranstaltungen stattfinden. Ein „größeres Fest“ mit den neuen Anwohnern sei für das kommende Jahr angedacht.

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Noch fehlen Kindergartenplätze

SPD-Stadtrat Hans Holler sieht den Zuzug ebenfalls positiv. Schließlich profitierten auch das Nahversorgungszentrum und generell die örtliche Infrastruktur davon. Einzig bei der Kinderbetreuung gebe es Schwierigkeiten: Wegen des völlig ausgelasteten Kindergarten St. Georg sei die Lage im Ortsteil bereits jetzt angespannt (unser Medienhaus berichtete). Er könne daher nur hoffen, dass die angekündigte neue Kindereinrichtung im Neubaugebiet alsbald realisiert wird, damit sich die Situation entschärft.

Sehr gut sei der Zuzug hinsichtlich der Grundschule Schwabelweis, die noch vor einem Jahr eine Kombiklasse führen musste, weil dort die Anmeldezahlen sehr niedrig waren. Dank der neuen Anwohner sei der Schulstandort aber nicht mehr in Gefahr – und werde künftig eher gestärkt.

Der Stadtteil

  • Einwohner:

    Mit rund 2000 Einwohnern ist Schwabelweis einer der kleinsten Stadtteile in Regensburg, das etwa 160 000 Einwohner zählt. Das sind rund 1,2 Prozent der Stadtbevölkerung.

  • Eingemeindung:

    Die dörflichen Strukturen sind trotz der Eingemeindung nach Regensburg im Jahr 1924 bis heute gut erhalten geblieben. Der Stadtbezirk grenzt im Westen an Weichs, im Norden an Keilberg und im Osten an die Nachbargemeinde Tegernheim. (mds)

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