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Engagement

Ein Kämpfer für gutes Leben im Alter

Der 69-jährige Regensburger kann eigenwillig sein. Er interpretiert seine Rolle als Stadtteilkümmerer auf seine Weise.

So sieht man Olaf Paulus selten: in Ruhestellung. Foto: Rohm
So sieht man Olaf Paulus selten: in Ruhestellung. Foto: Rohm

Regensburg.Wenn man Olaf Paulus, seines Zeichens Stadtteilkümmerer von Stadtamhof, Steinweg, Winzer und Oberem Wöhrd, fragt, wie er denn zu seinem ehrenamtlichen Engagement kommt, dann erinnert er sich an seine Jugend in einer Siedlung mit Weltkriegs-Flüchtlingen. „Da hab ich gelernt, was Solidarität ist, vor allem von meinen Eltern und Großeltern. Da hat einer den anderen unterstützt.“ Und das Gelernte setzt er seit dieser Zeit um – egal, wo er ist. Der 69-Jährige kann ziemlich eigenwillig sein. Und so interpretiert er seine Rolle als Stadtteilkümmerer auf seine Weise. Eigentlich bräuchte er nur die vielfältigen Unterstützungsangebote von ReNeNa an seine Klienten vermitteln. „Aber bevor ich lang telefoniere oder schreibe, mach ich es selbst.“ Er braucht nicht unbedingt eine Organisation, um zu helfen. So wie in den 70er und 80er Jahren in Schwabing, als er ehrenamtlich beim Roten Kreuz arbeitete und gleichzeitig in seiner Siedlung älteren Menschen half, die Unterstützung brauchten, wo auch immer. Wer hier ein gewisses Misstrauen gegen die Bürokratie herausliest, der liegt nicht ganz falsch. Man kann aber auch noch etwas anderes herauslesen, nämlich, dass Olaf Paulus ziemlich vielseitig ist. Und das bestätigt sich auch, wenn er seine Berufe aufzählt, die er in seinem Leben schon ausgeübt hat. Er war schon Arzneimittelgroßhändler, Industriefachwirt, Bilanzbuchhalter, Landschaftsgärtner und Krankenpfleger. „Ich hab das alles wirklich gelernt“, bestätigt er. Der kann also ziemlich viel. „Nur eines kann ich nicht“, sagt Paulus, „Däumchen drehen“. Und noch eines kann er nicht: Ungerechtigkeit ertragen. „Und da scheu ich auch keinen Konflikt mit Institutionen“, sagt er. Derzeit kämpft er für Klienten gegen den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). „Mir geht es darum, dass Menschen auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben führen können“, sagt er und liegt dabei ganz auf der Linie von ReNeNa. „Der MDK kümmert sich darum überhaupt nicht“, ist er überzeugt. Es gibt also viel zu tun für Olaf Paulus. Helfen und – wenn notwendig – kämpfen. „So sieht für mich ein erfülltes Leben aus.“

Zu welchen Themen möchten Sie mehr wissen? Was interessiert Sie aus dem Gebiet der Seniorenpolitik besonders? Wo haben Sie Anregungen und Wünsche, die vor Ort umgesetzt werden könnten? Schreiben Sie uns kurz an regensburg@mittelbayerische.de oder per Post: Mittelbayerische Zeitung, Lokalredaktion Regensburg, Stichwort: Senioren, Kumpfmühler Straße 15, 93047 Regensburg

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