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Workshop

Jonglieren wie die großen Künstler

Anfänger lernen von den Profis im Regensburger Weihnachtscircus. Eine Thalmassinger Familie hat so schnell Tricks drauf.
Von Gabi Hueber-Lutz

Mit Unterstützung von Georgio lernte Victoria schnell. Foto: Hueber-Lutz
Mit Unterstützung von Georgio lernte Victoria schnell. Foto: Hueber-Lutz

Regensburg.Wenn David und Georgio die Bälle, Diabolos oder Keulen in die Luft werfen, schaut das spielerisch leicht aus. Ist es aber natürlich nicht. Die Familie Sparfeld hat das beim Jonglier-Workshop im Regensburger Weihnachtscircus ganz hautnah erfahren. Während die Zirkusleute am Vormittag alles fein säuberlich für die nächste Vorstellung herrichten, kommen Vater Frank, Mutter Eva, Tochter Victoria und Sohn Maximilian ganz erwartungsvoll in die Manege.

Die Thalmassinger Familie hat den Workshop gewonnen. Victorias Augen strahlen, sie mag Zirkus, war schon einmal in der Zirkusschule. Ihr vierjähriger Bruder betrachtet sich die ganze Geschichte lieber erst mal vom Arm seiner Mutter aus. Im Zirkusrund ist es schon schön warm, und ein Empfangskomitee heißt die Familie willkommen. Rodrigue Funke ist Regisseur im Weihnachtszirkus und der „Mann für alles“. Auch Clown „Monsieur Momo“ wartet auf die Gäste, und natürlich die beiden Trainer. Georgio ist Meister mit dem Diabolo, David Sosman hat sich auf Jonglagen mit Bällen spezialisiert.

„Sobald was zum Jonglieren daliegt, fangen alle an.“

Rodrigue Funke, Regisseur im Zirkus

Die Clowns sind gleich an Bord

Die grundlegenden Dinge mit den verschiedenen Geräten können alle. Kaum packen die beiden Jongleure ihr Handwerkszeug aus, sind auch Regisseur und Clown schon mit von der Partie. Das sei immer so, lacht Funke, „sobald was zum Jonglieren daliegt, fangen alle an“. Für Vater und Tochter Sparfeld geht es nach dem Aufwärmen mit den kleinen, weißen Hüpfbällen los, die David mit atemberaubender Geschwindigkeit auf ein durchsichtiges Brett prellt und wieder fängt. An diesem Tag macht er das mit sieben Bällen, bei der Vorstellung mit acht. Aber auch mit zehn Kugeln hat er es schon geschafft. Dass man in einem Workshop nur ein wenig in das Metier der Zirkusleute schnuppern kann, ist klar.

Mehr Bilder vom Jonglage-Workshop sehen Sie hier:

Jonglier-Workshop im Weihnachtscircus

Deshalb geht es für die beiden Neulinge mit zwei Bällen los. Und schon das ist ganz schön schwierig. Die müssen nämlich so geworfen werden, dass eine harmonische Bewegung entsteht. Die zwei Trainer zeigen die Handgriffe ganz genau, und nach einiger Zeit haben Vater und Tochter den Dreh raus. „Der Fleiß ist das Geheimnis“, macht Rodrigue Funke auf das A und O des artistischen Erfolgs aufmerksam. Die Gäste können die Sache mit den beiden Bällen auch zuhause weiter üben. Nun kommt nämlich das Diabolo. Wie man es mithilfe der Schnur aufnimmt und in Schwung versetzt, lernen die beiden Neulinge sehr schnell. Schwieriger wird es, das Ding zu beschleunigen. Nach einiger Zeit klappt auch das. Funke gibt eine kleine Show-Einlage und schleudert das Diabolo bis knapp unters Zeltdach, Georgio zeigt Tricks, bei denen man sich wundert, dass er am Ende nicht lauter Knoten in der Schnur hat.

Weihnachtscircus geht bis Heilig Dreikönig weiter

„Schneller, schneller, schneller“, feuerte Artist Georgio die Familie Sparfeld zum Einstieg in den Workshop an. Eine Übung, um Finger geschmeidig zu machen, war das Kreisen der Arme umeinander. Foto: Hueber-Lutz
„Schneller, schneller, schneller“, feuerte Artist Georgio die Familie Sparfeld zum Einstieg in den Workshop an. Eine Übung, um Finger geschmeidig zu machen, war das Kreisen der Arme umeinander. Foto: Hueber-Lutz

Viktoria macht das Diabolo sichtlich Spaß, und ihren Vater hat jetzt der Ehrgeiz gepackt. Immer wieder schleudert auch er das Gerät in die Luft und nach ungefähr zehn Versuchen fängt er es zum ersten Mal wieder auf. Die Zirkusleute zollen Respekt. Nun greift sich auch Eva Sparfeld ein Diabolo und bekommt sofort Einstiegsanweisungen von Georgio. Bald stehen sich die beiden gegenüber, schwingen die Diabolos hin und her. Man kommt ein wenig ins Gespräch. Am Neujahrstag haben alle im Zirkus frei, erzählen David und Georgio. Nach der Abendvorstellung am letzten Tag des Jahres beginnt auch für die Zirkusleute ihre gemeinsame Silvesterfeier. Darauf freuen sie sich schon. Noch bis zum sechsten Januar ist der Weihnachtscircus danach in Regensburg. Und wie geht es dann für David und Georgio weiter? Bei beiden zunächst einmal gleich, denn sie machen Urlaub in der Heimat. Bei David ist das Dänemark, bei Georgio Prag. „Relaxen“ steht erst einmal auf dem Programm. Aber zu lange dürfen sie es sich nicht leisten, mit dem Üben auszusetzen.

Keine langen Pausen

Das merke man sehr schnell, wenn man die Fähigkeiten nicht ständig trainiert, gibt der 26-jährige David Sosman Einblick in seine Welt. Derzeit übt er Minimum zwei Stunden an sechs Tagen in der Woche. Vor einiger Zeit hatte er andere Prioritäten, hat in Schottland sein Bachelor-Studium der Geschichte und der Politikwissenschaft abgeschlossen. Seine artistischen Fähigkeiten musste er danach wieder auf Vordermann bringen, berichtet er. Das Studium, das ist neben dem Beruf als Künstler die Sicherheit im Hintergrund, die besonders seinen Eltern sehr wichtig gewesen sei.

Seine Liebe gehört aber dem Zirkus. Und da soll es durchaus noch weiter gehen. Der Circus Roncalli wäre schon ein Ziel, mit dem David liebäugeln würde. Nach der Pause in Dänemark wird er wieder ständig unterwegs sein. Im Sommer zum Beispiel in Berlin. Auch der 29-jährige Georgio ist Zirkuskind durch und durch. In siebter Generation seien sie eine Zirkusfamilie.

Artisten

Geniale Premiere unter der Zirkuskuppel

Der 4. Regensburger Weihnachtscircus sprengt alle Erwartungen. Der dreifache Salto war ein Höhepunkt.

Im Weihnachtscircus ist die Welt offensichtlich in Ordnung: „Mein Herz ist jetzt hier im Zirkus!“, lächelt Georgio. Auch er hat zusätzlich zur artistischen Ausbildung einen Brotberuf erlernt und ist Chefkoch. Allmählich neigt sich der Workshop dem Ende zu. „Wir bleiben dran!“, versichert Frank Sparfeld. Er und seine Frau sind sich einig: „Sehr schön war’s.“ In der lockeren, Atmosphäre habe das Spaß gemacht.

Victoria und Maximilian nutzen die Gelegenheit, eine echte Manege für sich zu haben und spielen Pferdchen. Der kleine Junge sitzt am Rücken seiner großen Schwester, lässt sich tragen und jauchzt. Rodrigue Funke hat zum Abschluss noch eine Überraschung parat: Es wird ein Wiedersehen geben, denn er lädt die ganze Familie noch zu einer Vorstellung ein. Die Sparfelds freuen sich darauf. Bereits im vergangenen Jahr hat ihnen der Weihnachtscircus viel Vergnügen bereitet.

Fotos von der Premiere sehen Sie hier:

Manege frei im Regensburger Weihnachtscircus

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