MyMz
Anzeige

Feier

Mordsgaudi dank Musik und Dialekt

Zum 17. Mund-Art-Festival in Regensburg kamen etliche Solisten sowie Bands. Stimmung und Wetter waren „bombe“.
Von Sarah Sophie Ruppert

„Heike & Susi“ spielten am Sonntag für die Zuhörer. Foto: Ruppert
„Heike & Susi“ spielten am Sonntag für die Zuhörer. Foto: Ruppert

Regensburg.Zu den ersten Hitzetagen des Sommers konnte das Mund-Art-Festival am St.-Katharinen-Platz in Stadtamhof einen Beitrag leisten und Sommerwütige nach draußen locken. Bei beinahe glühenden Temperaturen ließ es sich unter Bäumen und Sonnenschirmen mit einem kühlen Bier oder anderen Erfrischungsgetränken gut aushalten. Spitalmeister Wolfgang Linder von der Spitalbrauerei sowie das Organisationsduo Karl Kefes und Andreas Hanauer, Mund-Art-Ageh, richteten das Fest vis-á-vis des Spitalgartens aus. Viel Platz und Zeit war geboten, um mit Familie und Freunden zu quatschen, den oft noch unbekannten Künstlern zu lauschen und sich ebenfalls mit kulinarischen Spezialitäten einzudecken.

Ehrlicher Rock von Chango

Im Schatten ließ es sich gut aushalten. Foto: Ruppert
Im Schatten ließ es sich gut aushalten. Foto: Ruppert

Bereits am frühen Samstagabend startete das Fest der Dialekte mit Wolfgang Berger. Ein gestandener Mann, der sich seit über 25 Jahren anhört, was die Leute zu sagen haben. Daraus zieht er auch seine Ideen und bringt diese mit beeindruckender Stimme in Lied und Kabarett wieder. Zu seinem Auftritt beim Mund-Art-Festival sagt er: „Auf dem Mund-Art-Festival präsentiere ich in erster Linie meine Lieder, da kann ich allen nur viel Spaß wünschen.“ Eigenkomposition – ein „must go“ für das nun schon 17. Mund-Art-Festival auf der Regensburger Insel. Für das Mitmachen gibt es nach Organisator Kefes nämlich die Regel: Melodie und Text müssen vom Liedermacher sein.

Kein Problem für die Musikanten. Neben „Alex Mukke“, dessen Motto „kumma zamm“ oder auch „zusammenkommen“ seine Lieder maßgeblich beeinflusst, kam auch das Österreicher-Trio „Chango“, welche harten und ehrlichen Rock ablegten. In Österreich hat sich die Regensburger Veranstaltung bereits rumgesprochen, Karl Kefes macht das stolz und freut sich. Sicher freut er sich auch für die Interpreten sowie Mundart-Liebhaber. Ersteren wird ermöglicht, sofern sie einem breiten Publikum noch unbekannt sind, dass sie sich und ihre Kunst vorstellen können. Wer noch nie am Mund-Art-Festival spielte, hat sogar Vorrang. Zudem bekommen die Besucher Musik und Unterhaltung für lau - der Eintritt ist frei. Als Main-Act für den Samstag stellte sich die Mund-Art-Ageh „Coitus Interius“ vor. Die Band, ebenfalls aus Österreich, welche von sich behauptet, ihren Zenit längt überschritten zu haben, begeisterte das Publikum. Die jungen Musiker nehmen sich nicht zu ernst und liefern deswegen eine Show, die ehrlich ist und eine „Mordsgaudi“ bereitet. Der Samstag war trotz vieler weiterer Veranstaltungen im Stadtgebiet gut besucht und eher der partylastige Teil des Mund-Art-Festivals. „Am Sonntag haben wir ein relativ entspanntes Programm, ein familiäres Fest“, gliedert Karl Kefes den zweiten Tag ein.

Familientauglich am Sonntag

Die Sonne brennt herunter, die Leute versuchen, noch den letzten Schatten unter der großen Linde am Tor des Spitalgartens oder den Schirmen zu ergattern und gönnen sich ein kaltes Getränk. Mit „Heike & Susi“ sowie blauem Himmel beginnt der zweite Tag des Festivals. Der Flaum von Pappelsamen gesellt sich zur schwirrenden, aber klaren Luft, des heißen Sommertages und schafft einen träumerischen Sonntag zu Mundartmusik. Die beiden Frauen tauschen sich locker und beinahe beiläufig über aktuelle gesellschaftliche und politische Themen aus und packen das in ihre Lieder. Im Anschluss spielte „Tom Schmid und sei feine Bagage“ bayerische Songs auf. Hier kann es auch mal vorkommen, dass „Großkopferte“ hochgenommen werden oder ein wenig über Veganer „gefrotzelt“ wird.

Monika Zöchling, die eine Melange aus Wienerlied, Chanson, Blues und Jazz lieferte, konnte als direkten Gegensatz zu „Nattastoy“ verstanden werden. Die Rockband polarisierte mit „rotziger“ Mundart aus dem niederösterreichischen Mostviertel und singt über Ungerechtigkeiten, Hetze und Rassismus. Das Ende machte der Pöltner „Lukascher“, der mit einer guten Portion Reggae nochmals ausholte. Hör- und tanzbar verabschiedete er das Publikum in den Sonntagabend.

Weitere Nachrichten und Berichte aus Regensburg lesen Sie hier.

Die wichtigsten Informationen des Tages direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und WhatsApp bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht