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Umwelt

Ölfilm: Spezialisten bewerten Schaden

Wegen einer Ölspur kreiste ein Hubschrauber über Regensburg. Verursacher war ein Frachtschiff mit Motorschaden.
Von Simone Grebler

  • Die Einsatzkräfte konnten die Ölspur einem Frachtschiff zuordnen. Foto: Alexander Auer
  • Die Einsatzkräfte errichteten um das Schiff eine Ölsperre um weiteres Austreten von Schmierstoffen in die Donau zu verhindern. Foto: Berufsfeuerwehr Regensburg
  • Um das Schiff wurde eine Ölsperre eingerichtet. Foto: Jürgen Schillinger

Regensburg.Ein Ölfilm auf der Donau sorgte am Dienstagabend für einen Polizeieinsatz im Großraum Regensburg. Mit einem Hubschrauber wurde der Fluss rund um Regensburg abgesucht, um den Verursacher der Ölspur zu finden.

Ein Passant hatte den Ölfilm bei der Protzenweiherbrücke nahe der Dult festgestellt und die Einsatzkräfte alarmiert. Daraufhin rückten die Berufsfeuerwehr Regensburg und die Freiwilligen Feuerwehren Weichs, Altstadt, Sallern und Wutzlhofen sowie Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei aus. Außerdem wurden die Fachstellen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSV), des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) und das Umweltamt der Stadt Regensburg hinzugezogen. Der eingesetzte Polizeihubschrauber konnte die Ölspur schließlich einem Gütermotorschiff zuordnen, welches gerade die Schleuse passierte.

Um das Schiff wurde eine Ölsperre eingerichtet. Foto: Jürgen Schillinger
Um das Schiff wurde eine Ölsperre eingerichtet. Foto: Jürgen Schillinger

Um die Ursache festzustellen, wurden Proben im Gewässer und im Schiff entnommen. Das Schiff, das den Hafen Regensburg zum Ziel hatte und 1100 Tonnen Streusalz geladen hatte, wurde nach Abschluss der Probenentnahmen aus der Schleuse geschleust und an der naheliegenden Keilmauer der Donau gesichert. Dann legten die Einsatzkräfte der Feuerwehren eine Ölsperre um das Schiff. Am Dienstagabend war man allerdings nur von einer geringen Menge an Schmierstoffen ausgegangen, die in das Wasser gelangt seien, so die Feuerwehr. Das WSV und ein Sachverständiger beauftragten ein Weiterfahrtverbot.

Da der Einsatz von ca. 17 Uhr bis 21 Uhr dauerte und es bereits begann zu dämmern, wurde der Einsatz unterbrochen. Die Situation wurde im Lauf des Mittwochs vor Ort erneut beurteilt und die weitere Vorgehensweise festgelegt.

Die Berufsfeuerwehr Regensburg, die Freiwilligen Feuerwehren aus Weichs und Sallern sowie Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei waren im Einsatz. Foto: Alexander Auer
Die Berufsfeuerwehr Regensburg, die Freiwilligen Feuerwehren aus Weichs und Sallern sowie Einsatzkräfte der Wasserschutzpolizei waren im Einsatz. Foto: Alexander Auer

Spezialisten schauten sich den Motorschaden an und beurteilen dann, ob man die Schadstelle abdichten kann oder ob diese noch eine Weile halte.

Die Empfehlungen der eingeschalteten Sachverständigen lauteten am späten Mittwochnachmittag, dass das Gütermotorschiff nicht selbstständig weiterfahren soll, weil zu erwarten ist, dass es ansonsten weiterhin Öl verliert. Das teilte Jürgen Schillinger vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mit.

Um herauszufinden, ob das Schiff ohne Betätigung des eigenen Motors trotzdem Öl verliert und damit selbst ein Abtransport mit Hilfe eines anderen Schiffs unmöglich ist, soll ein Versuch unternommen werden. Dieser Versuch wird voraussichtlich am Donnerstag, 6. September erfolgen. Hierfür würde das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Regensburg das Weiterfahrverbot aufheben und eine Schifffahrtssperre für die restliche Schifffahrt aussprechen. Bei einem Erfolg soll das Schiff im weiteren Verlauf mit fremder Hilfe durch die Schleuse Regensburg und durch die Eisenbahnbrücke Schwabelweis verbracht werden, um im Westhafen Regensburg zunächst die Ladung zu löschen bzw. um im Anschluss auf einer österreichischen Werft repariert werden zu können.

Wieviel Öl ausgetreten ist, konnten die Einsatzkräfte am Dienstagabend noch nicht genau sagen. Foto: Alexander Auer
Wieviel Öl ausgetreten ist, konnten die Einsatzkräfte am Dienstagabend noch nicht genau sagen. Foto: Alexander Auer

Bei einem Misserfolg oder anderen Problemen würde das Schiff vorerst an der jetzigen Stelle im Oberwasser der Schleuse Regensburg liegen bleiben müssen. Gemeinsam mit Wasserwirtschaftsamt und Stadt Regensburg würde dann nach Alternativen gesucht werden.

Gefahr für Gewässer und Fische bestehe jedoch nicht. „Es waren wohl wenige Liter, die ausgelaufen sind“, so Jürgen Schillinger.

Weitere Nachrichten aus Regensburg gibt es hier.

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